Neues aus der Forschung

Das Forschungsteam der TUHH und des UKE.

Alternative zum Tierversuch: TUHH-Forschende entwickeln neues Trainingsmodell für Aneurysmabehandlungen

Ein Forschungsteam des Instituts für Produktentwicklung und Konstruktionstechnik und des Instituts für Mikrosystemtechnik der Technischen Universität Hamburg (TUHH) hat in Zusammenarbeit mit Neuroradiologen des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) eine neue Methode entwickelt, um Tierversuche für die Behandlungssimulation von Hirngefäßaneurysmen überflüssig zu machen. Das Projekt „ELBE-NTM – Development and Evaluation of a Patient-Based Neurointerventional Training Model“ wurde im Rahmen der Ausschreibung „Alternativmethoden zum Tierversuch“ mit knapp einer Million Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Aneurysmen der Hirngefäße sind Aussackungen von Blutgefäßen, die aufgrund des ständigen Blutdrucks innerhalb des Gefäßes platzen können. Die Folge ist eine lebensgefährliche Hirnblutung. Aus- und Weiterbildungskurse für die nötigen Operationen der betroffenen Gefäße am Gehirn fanden vor dem Projekt noch an Tieren wie Kaninchen oder Schweinen statt.

(20. Januar 2020)
Mitarbeitende des Instituts für Abwasserwirtschaft und Gewässerschutz der TUHH.

Zweite Chance für Müll: TUHH-Wissenschaftler forschen an einer innovativen Bioabfallwirtschaft

Das Institut für Abwasserwirtschaft und Gewässerschutz der Technischen Universität Hamburg (TUHH) ist Teil des internationalen Projekts „DECISIVE“, das ein Kreislaufwirtschaftskonzept für Lebensmittelabfälle in der Umgebung von Lyon entwickelt und als Pilot umgesetzt hat. Ziel ist eine lokale und nachhaltige Zweitverwertung von Bioabfällen. Finanziert wird das Projekt mit 7,7 Millionen Euro durch das Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union Horizon 2020. In der Europäischen Union fallen jährlich etwa 88 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle an. Nur für einen kleinen Teil erfolgt eine getrennte Sammlung, welche Grundbedingung für eine effiziente Verwertung ist. In Deutschland finden beispielsweise nur 27 Prozent der Lebensmittelabfälle aus Haushalten ihren Weg in die Biotonne und sind zudem mit Plastik verunreinigt. Das stellt die Abfallwirtschaft vor immer größere Herausforderungen. Genau aus diesem Grund realisierten die Forscherinnen und Forscher des „DECISIVE“-Projekts in der ländlichen …

(09. Januar 2020)
Die Teilnehmenden des Kick-Off-Meetings in Belfast.

Eine große Welle machen: TUHH-Wissenschaftler forschen an erneuerbarer Energie

Das Institut für Fluiddynamik und Schiffstheorie (FDS) der Technischen Universität Hamburg (TUHH) ist Teil des interdisziplinären Projekts „LiftWEC – Development of a new class of wave energy converter based on hydrodynamic forces“, bei dem aus Wellen Energie gewonnen wird. Ziel ist es, bis 2022 eine effizientere, kostengünstigere und stabilere Alternative zu bislang genutzten Wellenenergietechnologien zu schaffen. Finanziert wird das Projekt mit 3,4 Millionen Euro durch das Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union, Horizon 2020. Wellenkraftwerke stehen aktuell vor einer wirtschaftlichen Herausforderung, da der Preis pro erzeugter Strommenge derzeit noch deutlich über den Kosten für andere Energiequellen liegt. Die Forschenden des LiftWEC-Projekts wollen nun eine neue Methode entwickeln, um Wellenenergie lukrativer zu gestalten. Dabei soll ein schwimmender Wellenenergiekonverter entstehen, der knapp unter der Wasseroberfläche treibt.

(19. Dezember 2019)
Die BIOCHEM-Projektgruppe der TUHH.

Am Blumenkohl getestet: BIOCHEM-Projekt an der TUHH entwickelt nachhaltige Bioraffinerie-Plattform, um organische Säuren zu gewinnen

Dem europäischen Verbundprojekt „Neuartige BIOraffinerie-Plattformtechnologie für modell-getriebene Produktion von CHEMikalien aus minderwertiger Biomasse“ (BIOCHEM) an der Technischen Universität Hamburg (TUHH) ist es gelungen organische Säuren nachhaltig zu produzieren. Daran beteiligt sind Forscherinnen und Forscher des Instituts für Bioprozess- und Biosystemtechnik (IBB) der TUHH unter der Federführung von Prof. An-Ping Zeng sowie das VTT Technical Research Centre of Finland und die Universität Santiago de Compostela (USC) als Projektpartner. Das Ziel des Projekts ist es eine Produktionsplattform für die Herstellung von organischen Säuren bereitzustellen, die beispielsweise als natürlicher Pflanzenschutz oder natürliche Konservierungsstoffe genutzt werden können. Dabei konnte eine Vielzahl dieser Säuren aus verschiedensten Abfallstoffen, zum Beispiel aus der Holz- und Lebensmittelindustrie, gewonnen werden.

(03. Dezember 2019)
Beobachtung der Biofilmbildung auf einem Octocrylen-Tropfen.

Für eine nachhaltige Zukunft: TUHH-Forscher entdecken natürliche Mikroben, die abbauresistente Kunststoffchemikalien unschädlich machen

Forscherinnen und Forschern am Institut für Technische Mikrobiologie der Technischen Universität Hamburg (TUHH) ist es gemeinsam mit dem Zentrallabor Chemische Analytik gelungen, natürliche mikrobielle Gemeinschaften zu entdecken, die vermeintlich abbauresistente synthetische Chemikalien zersetzen können. Vor allem in Kunststoffverpackungen von Nahrungsmitteln, Getränken und Kosmetika sind diese synthetischen Chemikalien zu finden. Das Ziel dieser Untersuchung ist es, Methoden zu entwickeln, um umweltbelastende Problemstoffe, wie Mikroplastik langfristig abbauen zu können. Die Studie ist in der renommierten Fachzeitschrift „Nature Communications Biology“ erschienen. Als Modellsubstanz diente der synthetische Stoff Octocrylen, der unter anderem als UV-Filter in Sonnenschutzmitteln eingesetzt wird. Für die Untersuchung wurden Umweltproben aus verschiedenen Lebensräumen genutzt, um die geeigneten Mikroorganismen und mikrobiellen Gemeinschaften anzureichern.

(27. November 2019)
Modellierung, Simulation und Optimierung mit fluiddynamischen Anwendungen.

TUHH ist beteiligt an einem neuen Graduiertenkolleg der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) - DFG genehmigt „Modellierung, Simulation und Optimierung mit fluiddynamischen Anwendungen“

Im Zentrum des universitätsübergreifenden Graduiertenkollegs (GrK 2583) unter der Sprecherschaft der Universität Hamburg (UHH) „Modellierung, Simulation und Optimierung mit fluiddynamischen Anwendungen“ steht die Verbindung von Ansätzen aus der Mathematik in den Bereichen Modellierung, Simulation und Optimierung mit unterschiedlichen Anwendungen aus Klimaforschung und Meteorologie, Ingenieurwissenschaften und Medizin. Dies soll einen wechselseitigen Nutzen mit sich bringen: Die konkreten Anwendungen sollen mithilfe mathematischer Ansätze vorangetrieben werden, während diese durch die bei der Anwendung gewonnenen Einsichten weiterentwickelt werden sollen. Die Genehmigung und Finanzierung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gilt für zunächst viereinhalb Jahre, das GrK startet im April 2020.

(11. November 2019)
Das ECIU läutet den Start der ECIU University ein.

TUHH feiert mit ihren Partnern die Gründung der neuen ECIU-Universität

Die Universität des European Consortium of Innovative Universities (ECIU), ein Verbund der Technischen Universität Hamburg (TUHH) und zwölf weiteren Universitäten, wurde gestern in der Universitat Autònoma de Barcelona offiziell gegründet. Im Rahmen eines Kick-Off-Events trafen sich dort elf ECIU-Mitglieder gemeinsam mit EU-Bildungskommissar Tibar Navracscis und weiteren EU-Ministern, um den Start der innovativen Universität bekannt zu geben. Die ECIU-Universität ist die erste europäische Hochschule ihrer Art und soll die Zusammenarbeit zwischen Studierenden und Forscherinnen und Forscher mit Standorten und Unternehmen auf einer internationalen Ebene fördern. Flexible übergreifende und maßgeschneiderte Lehrprogramme Als eines von 17 Projekten wurde die ECIU-Universität von der Europäischen Union im Juni 2019 in das Erasmus-Programm aufgenommen. Gefördert wird das Projekt über drei Jahre mit insgesamt fünf Millionen Euro mit dem Ziel neue akademische Forschungs- und Transfermethoden sowie ein europäisches Curriculum zu schaffen.

(08. November 2019)

„Mobilitätsarmut“ im Fokus: Ratgeber von TUHH-Forschern erschienen

Forscherinnen und Forscher der Technischen Universität Hamburg (TUHH) und der Technischen Universität Berlin haben einen Mobilitäts-Ratgeber für Menschen in Armut entwickelt. Auf über 20 Seiten erklären sie, wie man in Hamburg mobil sein kann – und das auch mit wenig Geld. Der Ratgeber enthält unter anderem die günstigsten Tickets im HVV und die Adressen vieler Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstätten. Auch neue Angebote wie „MOIA“ und „ioki“ werden beschrieben. Der Ratgeber ist im Projekt MobileInclusion entstanden, das sich mit „Mobilitätsarmut“ befasst. Das Forschungsprojekt untersucht den Zusammenhang von alltäglicher Mobilität und sozialer Ausgrenzung. Diese zeigt sich beispielsweise am Fahrpreis: „Während das Sozialticket in Berlin 27,50 Euro im Monat kostet, sind in Hamburg 66 Euro fällig, um in der ganzen Stadt mobil zu sein“, erklärt Christoph Aberle vom Institut für Verkehrsplanung und Logistik der TU Hamburg.

(04. November 2019)
Martin Gromniak vom Institut für medizintechnische Systeme an der TUHH.

TUHH-Wissenschaftler Martin Gromniak forscht an Zebrafischen über die menschliche Gesundheit

Verraten uns Zebrafische, was die Grundvoraussetzung für ein langes Leben beim Mensch ist? Martin Gromniak vom Institut für medizintechnische Systeme an der Technischen Universität Hamburg (TUHH) geht dieser Frage im Rahmen des Forschungszentrums Medizintechnik Hamburg (fmthh) nach. Mit Hilfe eines intelligenten Langzeitbewegungstracking forscht der Wissenschaftler daran, wie sich Alter und Ernährung auf die Mobilität und Knochengesundheit von Zebrafischen auswirken. Die gewonnen Daten können anschließend auch auf den Menschen übertragen werden. Der Zebrafisch besitzt als Wirbeltier viele Gene, die bei Säugetieren und damit auch beim Menschen dieselben oder ähnliche Funktionen haben. Über 70 Prozent der bislang bekannten Gene, die beim Menschen Krankheiten auslösen können, gibt es auch im Fisch. Das macht den Zebrafisch zu einem idealen Modellorganismus für den Menschen. Für das Forschungsprojekt werden je dreißig Fische in vier verschiedene Gruppen aufgeteilt.

(29. Oktober 2019)
Open Access Week 2019. Bild: TUHH

Offenheit in Forschung und Lehre: TUHH veranstaltet Open Access Week 2019

Open Access – der freie Zugang zu Wissen – ist seit 2013 ein strategisches Ziel der Technischen Universität Hamburg (TUHH): Zur Internationalen Open Access Woche vom 21. bis 27. Oktober stellt die TUHH die Einheit von Offenheit in Lehre und Forschung und damit auch gemeinsame digitale Infrastrukturen in den Mittelpunkt ihrer openTUHH Policy. Die openTUHH Policy ist aus den Projekten Hamburg Open Science und Hamburg Open Online University entstanden mit dem Ziel, den digitalen Kulturwandel an der Universität zu fördern. Die TUHH versteht sich als innovative Hochschule. Offenheit in Forschung und Lehre spielt eine immer zentralere Rolle und bedarf eines strategischen, kulturellen und strukturellen Wandels an der TUHH. Die openTUHH Policy zeigt hierbei die enge Verzahnung der universitären Pfeiler Lehre und Forschung. Open Science und Open Education ermöglichen durch die Digitalisierung einen Kulturwandel zu einem offeneren und intensiveren Austausch von Lehr- und Lernmaterialien, Forschungsdaten und wissenschaftlichen Erkenntnissen.

(17. Oktober 2019)