
Wer im Camp drei Tage lang Annahmen prüft, spart später Monate. Nach dieser Devise wurden 14 Ideen vorgestellt, Teams gebildet und die wichtigsten Fragen auf dem Weg zum Geschäftsmodell bearbeitet – ein Beleg dafür, dass das Format nicht nur an Konzepten arbeitet, sondern auch an Konstellationen.
Im Zentrum steht dabei die wissensbasierte Geschäftsidee: Mit Methoden wie dem Business Model Canvas und Rapid Prototyping definierten die Teilnehmenden ihre Zielgruppe, schärften ihr Angebot und prüften ihr Erlösmodell auf Umsetzbarkeit und Skalierbarkeit. Das Format ist bewusst eng getaktet. Die wichtigsten Schritte von der Idee zur Gründung wurden zwischen Freitagvormittag und Sonntagabend gemeinsam bewältigt: Die angehenden Gründerinnen und Gründer arbeiteten an Geschäftsmodellen, an Fragen der Finanzierung und Förderung, erstellten einen Prototyp und trainierten den Pitch. Begleitet wurden sie dabei von Mentorinnen und Mentoren aus Wissenschaft und Praxis.
Neben der fachlichen Qualifizierung ging es auch um die Auseinandersetzung mit der eigenen Gründungspersönlichkeit. Individuelle Beratungsangebote und der Erfahrungsaustausch mit anderen jungen Unternehmerinnen und Unternehmern rundeten das Camp in Campus-Atmosphäre ab.
Ein besonderes Highlight für die Teilnehmenden: An zwei Abenden kamen Gäste dazu, die den Weg schon gegangen sind und aus ihrer Erfahrung berichteten – von Hürden, Herausforderungen und Erfolgen.
Tin Lasic, CEO von 10x Autonomy: Das Hamburger Deep-Tech-Startup automatisiert die Absicherung autonomer Fahrsysteme. Seine Lösung, der AI Validation Stack, erzeugt vollautomatisiert hochpräzise 4D-Referenzdaten für die jeweilige Sensorkonfiguration des Kunden.
Fynn Engelbrecht, Gründer von RevolutMedia und Alumnus eines früheren Gründungscamps: Er kam vor einem Jahr selbst als Teilnehmer ins Camp. Am Samstagabend kehrte er zurück – auf die andere Seite. Die Lüneburger Social-Media-Marketing-Agentur arbeitet heute für kleine und mittelständische Unternehmen.
Zwei sehr unterschiedliche Wege: hier Deep Tech und Hardware-Nähe, dort ein bootstrapped Dienstleistungsgeschäft für den Mittelstand. Für die Teilnehmenden war beides lehrreich – gerade weil sich die Erfahrungen nicht deckten und so das breite Spektrum möglicher Gründungswege sichtbar wurde.
Das Gründungscamp wurde vom Tempowerk, von Tutech und der Leuphana Universität Lüneburg ins Leben gerufen und wird seit mehreren Jahren im Rahmen des Startup Port Verbunds fortgeführt. In diesem Verbund arbeiten heute zahlreiche Partner zusammen, darunter auch die Technische Universität Hamburg. Als Format der ersten Stunde hat sich das Gründungscamp längst als feste Institution im norddeutschen Startup-Ökosystem etabliert.
Es bietet Gründungsinteressierten die Gelegenheit, ihre Ideen in einem professionellen Umfeld weiterzuentwickeln, ehrliches Feedback zu bekommen und sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen. Gerade für forschungs- und wissensbasierte Vorhaben ist das Camp eine wertvolle Anlaufstelle – auch für Gründungsinteressierte aus der Technischen Universität Hamburg, die den Schritt in die Selbstständigkeit ernsthaft in Betracht ziehen.
Mit neuen Impulsen, belastbaren Kontakten und geschärften Konzepten gehen die angehenden Unternehmerinnen und Unternehmer nun die nächsten Schritte – die eigentliche Arbeit beginnt jetzt.
Startup Port @ TUHH begleitet Interessierte gemeinsam mit Tutech auf ihrem Weg zur Unternehmensgründung. Weitere Informationen sowie die Möglichkeit, einen Beratungstermin zu vereinbaren, finden Interessierte unter www.startupport.de . Dort wird auch rechtzeitig über den Termin für das Gründungscamp 2027 informiert.