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Von Hamburg aus die Welt verändern

Technik für die Menschen

News

29.07.26 Campusnews
Im Rahmen eines internationalen Praxisprogramms zum Thema „Global Responsibility and Youth in Action“ besuchte eine studentische Delegation des Xiuzhong College der Tsinghua University aus Peking die Technische Universität Hamburg (TU Hamburg). Das College befasst sich mit nachhaltiger Entwicklung, Energiewende und der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit in Forschung und Innovation. Im Mittelpunkt des Besuchs standen dann auch der wissenschaftliche Austausch über nachhaltige Technologien, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz sowie die Stärkung internationaler Kooperationen zwischen beiden Hochschulen. Die elfköpfige Delegation wurde begleitet von Dong Mengxue, Betreuerin des Management Center for Colleges der Tsinghua University und Zhang Shizhao, Doktorand der School of Environment und Teamkoordinator. An der TU Hamburg lernten die Gäste ausgewählte Forschungsschwerpunkte kennen. Zum Auftakt stellte Prof. Kerstin Kuchta vom Institut für Circular Resource Engineering and Management (CREM) Forschungsansätze zur Kreislaufwirtschaft und zum nachhaltigen Ressourcenmanagement vor. Anschließend erhielten die Studierenden bei Prof. Patrick Huber Einblicke in den Exzellenzcluster BlueMat – Water-Driven Materials. Der Cluster erforscht neuartige Materialien, deren Eigenschaften durch Wasser gesteuert werden. Ein weiterer Programmpunkt führte die Delegation in das CampusLab Circular Economy des UNU Hub Engineering to Face Climate Change. Dort ging es um praxisnahe Forschungs- und Lehrformate, die innovative Lösungen für die Kreislaufwirtschaft und den Umgang mit den Folgen des Klimawandels vermitteln. Mit dem Besuch unterstreicht die TU Hamburg ihre internationale Ausrichtung und ihr Engagement für den wissenschaftlichen Dialog zu den großen Zukunftsfragen. Der Austausch bot Studierenden und Forschenden beider Universitäten die Gelegenheit, voneinander zu lernen und gemeinsame Perspektiven für nachhaltige Technologien und globale Verantwortung zu entwickeln. Über die Tsinghua University und das Xiuzhong College Mit rund 62.000 Studierenden – darunter über 23.000 Promovierende – zählt die 1911 gegründete Tsinghua University in Peking zu den renommiertesten technischen Universitäten Chinas. Das Xiuzhong College ist eine interdisziplinäre Einrichtung für Bachelorstudierende, die sich der Ausbildung künftiger Fach- und Führungskräfte für nachhaltige Entwicklung widmet. Forschung und Lehre konzentrieren sich unter anderem auf Klimawandel, erneuerbare Energien, intelligente Städte, Umwelt- und Ressourcenmanagement sowie globale Nachhaltigkeitsgovernance.
27.07.26 Campusnews
Ob bei der Herstellung von Medikamenten und Speisefetten, bei der Algenproduktion oder der Abwasserreinigung: In der chemischen und pharmazeutischen Industrie kommen für diese Prozesse riesige Mischtanks und Behälter zum Einsatz, in denen Gase und Flüssigkeiten aufeinandertreffen. Die Strömung im Inneren dieser Großanlagen ist jedoch extrem komplex. Wie sich Flüssigkeiten in einem kleinen Laborgerät verhalten, lässt sich nur schwer auf die Dimensionen einer Fabrik übertragen. Entsprechend schwierig ist es, die nötigen Vorhersagen für die Vergrößerung solcher Anlagen – das sogenannte Scale-up – zu treffen. Mit Turbulenzforschung zum optimalen Industriemodell An diesem Punkt beginnt Prof. Martin Obligado zu forschen. Obligado ist Professor für Strömungsmechanik am Centrale Lille Institut in Frankreich. Nach seinem Physikstudium im Heimatland Argentinien forschte er bereits am renommierten Imperial College London und an der Universität Grenoble Alpes. An der Technischen Universität Hamburg (TUHH) untersucht er nun, wie Bewegungsenergie in wirbelnden Flüssigkeiten entsteht und wieder abgebaut wird. „Einfach ausgedrückt wollen wir verstehen, wie die Bewegung einzelner Blasen mit der großräumigen Durchmischung im gesamten Reaktor zusammenhängt“, erklärt Prof. Martin Obligado. „Ein besseres Verständnis dieser Mechanismen könnte letztlich zu zuverlässigeren Modellen für industrielle Reaktoren beitragen.“ In Industrieanlagen wirbeln Gasblasen die Flüssigkeiten sehr unregelmäßig auf. Dabei treffen riesige Strömungswalzen direkt auf winzige Wirbel, die im Kielwasser der einzelnen Blasen entstehen. Um diese wirbelnden Bewegungen bis ins kleinste Detail sichtbar zu machen, kombiniert das Projekt modernste optische Messtechniken wie Laser und hochauflösende Endoskope sowie hochempfindliche Strömungssensoren in Miniaturgröße. Die Versuchsanlagen der TUHH bieten dafür optimale Voraussetzungen, so der Humboldt-Stipendiat: „Die Ausstattung an der TUHH macht es möglich zu untersuchen, ob physikalische Mechanismen und Modellierungsansätze, die in kleinen Anlagen entwickelt wurden, auch dann noch gültig sind, wenn die Reaktorgröße zunimmt.“ Kooperation mit dem Sonderforschungsbereich SMART Reactors Seit Juli 2026 verstärkt Obligado das Team des Instituts für Mehrphasenströmungen der TU Hamburg unter der Leitung von Prof. Michael Schlüter. Über einen Zeitraum von drei Jahren finanziert die Alexander von Humboldt-Stiftung insgesamt neun Monate Forschungsarbeit, die der Wissenschaftler auf drei separate Gastaufenthalte aufteilt. Das Stipendium ist eng in das wissenschaftliche Umfeld des Sonderforschungsbereichs (SFB) 1615 „SMART Reactors für die Verfahrenstechnik der Zukunft“ eingebunden. Der von der TU Hamburg koordinierte Forschungsverbund untersucht, wie chemische Reaktoren mithilfe von intelligenter Sensorik, Materialien aus dem 3D-Drucker und künstlicher Intelligenz autonom arbeiten und flexibel auf Veränderungen reagieren können. Während die Hamburger Forschenden sich stark auf die Material- und Reaktorentwicklung konzentrieren, steuert Prof. Obligado sein physikalisches Wissen über Turbulenzen bei. Seine Daten sollen dabei helfen, die computergestützten Modelle des SFB maßgeblich zu verfeinern. Über die Förderung Die Alexander von Humboldt-Forschungsstipendien bieten überdurchschnittlich qualifizierten Wissenschaftler*innen aus aller Welt die Möglichkeit, ein langfristiges Forschungsvorhaben in Kooperation mit einer wissenschaftlichen Einrichtung in Deutschland durchzuführen. Das monatliche Stipendium kann flexibel auf bis zu drei Aufenthalte innerhalb von drei Jahren aufgeteilt werden. Antragsberechtigt sind sowohl Postdocs als auch erfahrene Forschende aller Fachrichtungen. Weitere Informationen: ⁠Humboldt-Forschungsstipendium
24.07.26 Campusnews
Ausgezeichnetes Jubiläum an der TU Hamburg: Zum zehnten Mal wurde am Institut für Systemverfahrenstechnik der Olin-Posterpreis verliehen – in diesem Jahr ging die Auszeichnung an ein reines Studentinnen-Team. Der Preis bildete den Abschluss des Moduls „Entwicklung verfahrenstechnischer Prozesse“ und wird jährlich in Kooperation mit dem Chemieunternehmen Olin ausgerufen. Deborah Nnko, Isabel Schmidt, Finja Stadtler, Jannie Stadtler und Ester Kezia Styne überzeugten mit ihrem herausragenden Poster zur Auslegung einer Biodieselanlage und wurden vom Sponsor Olin mit einem Preisgeld von je 250 Euro belohnt. Von der Idee zur Anlage: praxisnahe Prozessentwicklung im Team Ziel der Lehrveranstaltung ist es, theoretisches Fachwissen auf konkrete industrielle Aufgabenstellungen zu übertragen. Im semesterbegleitenden Gruppenprojekt durchlaufen die Studierenden alle zentralen Schritte einer realen Prozessentwicklung: von der Fließbilderstellung über die Bilanzierung und Wärmeintegration bis hin zur finalen Kostenbewertung. Neben der reinen Technik stehen dabei auch wirtschaftliche und ökologische Aspekte im Fokus. Ihre Ergebnisse fassen die Projektteams in einem Poster zusammen, das zum Semesterende auf einer traditionellen „Posterparty“ präsentiert wird. Bei der anschließenden Fachdiskussion punkteten die Preisträgerinnen bei der sechsköpfigen Jury mit tiefem Prozessverständnis sowie kreativen Ideen zur Weiterentwicklung der Anlage. Über Olin Olin ist ein US-amerikanisches Chemieunternehmen und weltweit führend in der Herstellung von Chlor-Alkali-Produkten, chlorierten Organika und Epoxidharzen. Diese Produkte bilden die Grundlage für zahlreiche Anwendungen. Sie reichen von sauberer Energie und sauberem Wasser über nachhaltige Materialien bis hin zu Bauteilen in Smartphones, Windkraftanlagen, Wasserstoff-Druckbehältern sowie Auto- und Flugzeugkomponenten. In Deutschland betreibt Olin Produktionsstandorte in Stade, Rheinmünster und Baltringen.
23.07.26 Pressemitteilung
Eine neue Studie, die in der Fachzeitschrift Nature Food veröffentlicht wurde, zeigt, dass Bodendegradation bereits heute messbare Auswirkungen auf die weltweite Nahrungsmittelproduktion hat. Die Ergebnisse unterstreichen den dringenden Bedarf an Investitionen in ein nachhaltiges Bodenmanagement. Das internationale Forschungsteam, zu dem auch Professor Nima Shokri, Direktor des Instituts für Geo-Hydroinformatik (GHI) an der Technischen Universität Hamburg (TUHH), gehört, legt die erste umfassende globale Analyse vor, die quantifiziert, wie sich Bodendegradation auf die Produktivität landwirtschaftlicher Kulturen auswirkt.
16.07.26 Campusnews
Exzellenz findet Anerkennung: Von brillanten Abschlussarbeiten, neuen Lösungen für die Industrie und gelebtem Teamgeist auf dem Campus – die Vergabe des fachübergreifenden Karl H. Ditze-Preises an der Technischen Universität Hamburg (TUHH) würdigte auch in diesem Jahr die enorme Bandbreite studentischer Leistungen. TUHH-Präsident Prof. Andreas Timm-Giel und der Vorsitzende der Karl H. Ditze-Stiftung, Rüdiger Schramm, ehrten im Karl H. Ditze-Hörsaal drei akademische Einzelleistungen sowie eine studentische Initiative. Das Preisgeld betrug insgesamt 6.000 Euro. Datenreduktion für kürzere Rechenzeiten Den Auftakt der Ehrungen machte Carla Roskothen. Sie studiert Informatik-Ingenieurwesen im Bachelor und erhielt den Preis für die beste Abschlussarbeit. Roskothen befasste sich mit der computergestützten Vorverarbeitung von Daten. Das Ziel ihrer Arbeit war es, komplexe und zeitaufwendige Rechenaufgaben für Computer mathematisch zu vereinfachen. Dafür wendete sie ein theoretisches Reduktionsverfahren an, das die Problemgröße auf einen wesentlich kleineren Kern beschränkt, sodass der Computer die Aufgabe theoretisch schneller lösen kann. Roskothen untersuchte dies am Beispiel des sogenannten Zahlenpartitionierungsproblems, bei dem eine Menge von Zahlen möglichst gleichmäßig aufgeteilt werden muss. Für die Umsetzung wählte sie die Programmiersprache Rust. In der Praxis bewies sie, dass diese Reduktion die Laufzeit des nachgelagerten Korf-Algorithmus massiv verkürzen kann. Ihre Arbeit lieferte dabei auch eine wichtige Erkenntnis für die Praxis: Ein in der Theorie populärer, hochkomplexer Teilansatz bremste den Computer in den Tests sogar aus und erwies sich im Alltag als selten nötig. Schlaue Steuerung für komplexe Maschinen Im Bereich der Master-Arbeiten überzeugte der Mechatronik-Student Fritz Engeln. Er widmete sich einem zentralen Problem der modernen Regelungstechnik: Um das zukünftige Verhalten von komplexen Systemen wie Energienetzen und Windkraftanlagen vorausschauend anzupassen, nutzen Fachleute oft rein datengetriebene Modelle aus Messdaten. Das bereits vorhandene, physikalische Vorwissen über das System bleibt dabei jedoch häufig unberücksichtigt. Engeln entwickelte eine neue Methode, die diese Lücke schließt. Er konstruierte mathematische Filter für die Ein- und Ausgangsdaten, wodurch das physikalische Vorwissen – wie etwa bekannte Eigenfrequenzen des Systems – direkt in ein datengetriebenes Modell einfließt. Systemverläufe werden dabei über eine strukturierte Matrix dargestellt. Durch die Einbindung dieser Vorinformationen sinkt der Einfluss von Störgrößen auf die Vorhersage deutlich, während die Genauigkeit der Zustandsbeschreibung steigt. Brombeer-Struktur vs. Milchpulver-Klumpen Den Preis für die beste Doktorarbeit des Jahres erhielt Dr. Kathrin Kramm. Ihre Arbeit am Institut für Feststoffverfahrenstechnik und Partikeltechnologie entstand in Zusammenarbeit mit dem Lebensmittelkonzern Nestlé. Kramm erforschte, wie sich pflanzliche Milchpulver besser in Wasser auflösen lassen. Bisher bilden sich beim Anrühren von Hafer-, Erbsen- oder Sojapulver oft unschöne Klumpen, was die Anwendung im Alltag erschwert. Die Forscherin zeigte, dass man das Problem durch ein gezieltes Partikeldesign lösen kann. Durch die Steuerung von Prozessbedingungen und Materialeigenschaften verband sie Primärpartikel zu größeren, porösen Agglomeraten, die in ihrer Form einer Brombeere ähneln. Diese Morphologie verbessert die Benetzung und das Auflöseverhalten. Zudem lieferte sie durch ihre vierjährige Forschung mathematische Modelle, die zeigen, wie sich diese Struktur vom Labor direkt in den industriellen Produktionsmaßstab übertragen lässt. Großer Einsatz für den optimalen Studienstart Neben der Forschung stand auch das soziale Miteinander im Rampenlicht. Zum 25-jährigen Bestehen des Programms wurde die Tutor*innen-Initiative „StartING@TUHH“ ausgezeichnet. Dort helfen ältere Studierende Erstsemestern in wöchentlichen Tutorien dabei, Kontakte zu knüpfen und die Selbstorganisation im Studium zu meistern. Die Initiative hat auf diese Weise bereits über 20.000 Erstsemester erfolgreich in den „Universitätskosmos“ begleitet, wie die AStA-Vorsitzende Anna Miora Gerull in ihrer Laudatio betonte. Der Einsatz der Tutor*innen geht dabei weit über die Pflicht hinaus: Oft entstehen aus der Tätigkeit jahrelange, ehrenamtliche Netzwerke, die rund 80 Prozent aller Erstsemester erreichen. Über den Preis Die Karl H. Ditze-Stiftung fördert Hamburger Hochschulen und unterstützt gemeinnützige und soziale Projekte. Aus Mitteln der Stiftung werden an der TUHH unter anderem Studierende mit dem Deutschlandstipendium gefördert und studentische Projekte unterstützt. Die Stiftung vergibt den Karl H. Ditze-Preis an der TUHH für herausragende Bachelor- und Masterarbeiten sowie Dissertationen, studentische Initiativen oder Studierende, die sich in besonderer Weise um die TUHH verdient gemacht haben.
14.07.26 Pressemitteilung
Mit einer Förderung in Höhe von 7,2 Millionen Euro startet die ECIU University, ein Zusammenschluss Europäischer Innovativer Universitäten (ECIU), im November 2026 in ihre nächste Projektphase. Elf Universitäten werden in den kommenden zwei Jahren gemeinsam den digitalen Campus weiterentwickeln und Innovationen in der Hochschulbildung vorantreiben.
13.07.26 Campusnews
Kurz nach der Verleihung des renommierten Humboldt-Forschungspreises ist Professor Alberto Guadagnini, Experte für Hydrogeologie und Vize Rektor Forschung am Politecnico di Milano, zu Gast an der TU Hamburg (TUHH). Im Rahmen des Preises arbeitet er gemeinsam mit Professor Nima Shokri, Leiter des Instituts für Geo-Hydroinformatics an der TUHH, an neuen stochastischen und prozessbasierten Methoden zur Vorhersage der Grundwasserqualität, Bodensalinisierung und reaktiven Transportprozessen in komplexen unterirdischen Systemen. Im Zuge dieser Zusammenarbeit hielt Prof. Guadagnini einen Vortrag über die „Komplexität der Mineralauflösung an Wasser-Gesteins-Grenzflächen“. Er erklärte, wie Mineralien beim Kontakt mit Wasser ungleichmäßig aufgelöst werden. Ein Prozess, der für Landschaft, Grundwasser und den Umgang mit Schadstoffen von großer Bedeutung ist. Am Beispiel des Minerals Calcit und des Schadstoffs Cadmium zeigte er, dass gelöste Metalle den Abbauprozess beeinflussen, indem sie besonders aktive Bereiche blockieren und die Oberfläche verändern. „Moderne Nanobildgebung kombiniert mit probabilistischen Modellen liefert dabei neue Erkenntnisse und ermöglicht genauere Vorhersagen“, so Guadagnini. Der Wissenschaftler betonte, dass das Verständnis dieser nanoskaligen Prozesse helfen kann, Modelle für Wasser-Gesteins-Wechselwirkungen, Schadstofftransport und geochemische Entwicklungen zu verbessern. Das könnte sich entscheidend auf den Umwelt- und Ressourcenschutz sowie das Verständnis langfristiger Erdprozesse auswirken. Seine Forschung hat das quantitative Verständnis von Grundwasserströmungen, Schadstofftransporten und geochemischen Prozessen in komplexen natürlichen Systemen maßgeblich erweitert. Die entwickelten theoretischen und computergestützten Methoden werden weltweit in Umweltanwendungen eingesetzt. Hilfreicher Blick in kleinste Strukturen „Das Verständnis dieser nanoskaligen Prozesse kann helfen, genauere Modelle für Wasser-Gesteins-Wechselwirkungen, Schadstofftransport und geochemische Veränderungen zu entwickeln. Dies ist wichtig für Umweltschutz, Ressourcennutzung und das Verständnis der langfristigen Veränderungen in der Erdkruste“, betonte Alberto Guadagnini. Was vor einem Jahr mit einem Memorandum of Understanding zwischen der TU Hamburg und dem Politecnico di Milano begann, hat sich inzwischen zu konkreten Kooperationen, neuen Kontakten und vielversprechenden Ideen für gemeinsame Projekte entwickelt. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie europäische Partnerschaften Chancen für wirkungsvolle Forschung schaffen. Das Politecnico di Milano ist inzwischen ein bedeutender Partner geworden. Zahlreiche Forschende sind bereits eng mit Kolleginnen und Kollegen des Politecnico di Milano vernetzt und arbeiten erfolgreich an gemeinsamen Projekten. Zuletzt im Rahmen eines größeren Online-Workshops mit sechs verschiedenen parallel laufenden Sessions, an denen insgesamt etwa 40 Personen – darunter beide Vizepräsidenten Forschung, der Präsident der TU Hamburg sowie Prof. Guadagnini – teilnahmen. Das 1863 gegründete Politecnico di Milano gilt als eine der führenden technischen Hochschulen Europas mit 12 Fachbereichen und rund 48.000 Studierenden. Das Motto des Politecnico di Milano entspricht dem Leitbild der TU Hamburg: Technology for Humanity.
13.07.26
Von der Abschlussarbeit bis zum Berufseinstieg: Studierende, Wissenschaftler*innen und Unternehmen im Austausch
10.07.26 Campusnews
Das Agile Design Lab (ADL) ist bereit, entdeckt zu werden! Das Motto lautet Forschen und Lernen zum Anfassen und Ausprobieren. Wie der Billardtisch, auf dem mit einer selbst konstruierten Stoßeinheit die Kugeln gespielt werden. Oder einen 3D-Drucker, der, mit Schokolade befüllt, leckere Figuren druckt sowie eine Waschanlage für kleine Plastikenten. Hier werden die nummerierten gelben Spielzeuge für ihren nächsten Renneinsatz auf dem Wasser gesäubert. Mit dem ADL eröffnet die Technische Universität Hamburg (TUHH) einen neuen Ort für Innovation, interdisziplinäre Zusammenarbeit und praxisnahe Forschung. Gemeinsam haben das Institute for Smart Engineering and Machine Elements (ISEM) und das Institute for Organizational Design and Collaboration Engineering (ODCE) eine moderne Arbeits- und Forschungsumgebung geschaffen, in die Studierende, Wissenschaft, Unternehmen und Start-ups eingeladen sind, gemeinsam Ideen zu entwickeln, daraus Prototypen zu bauen und Innovationen schneller in die Praxis bringen können. Mit der feierlichen Eröffnung durch Prof. Nikola Bursac (ISEM), Prof. Tim Schweisfurth (ODCE), TU-Präsident Andreas Timm-Giel, Vizepräsidentin Irina Smirnova sowie zahlreichen Sponsoren  – wie Christoph Birkel, Geschäftsführer des Technologieparks Tempowerk – ist das ADL nun offiziell als Begegnungsort eingeweiht. Ein offener Experimentierraum Das ADL ist als sogenanntes „Living Lab“ konzipiert – ein offener Experimentierraum, in dem neue Produkte und Arbeitsweisen nicht nur entwickelt, sondern direkt erprobt und gemeinsam mit späteren Nutzerinnen und Nutzern weiterentwickelt werden können. Vor jedem Prozess stellt sich die Frage, wie eine Innovation entsteht, und wie man einen Innovationsprozess begleiten kann und daraus Gesetzmäßigkeiten ableitet. Denn am Ende sollen im Agile Design Lab kreative Prozesse entstehen und neue Lösungen gefunden werden. Lösungen, die weder in einem Ingenieurlabor, noch in einem Wirtschaftslabor allein möglich wären. Das ADL ist so entworfen worden, dass das ISEM den technischen Rahmen dafür vorgibt und das ODCE die Methodik liefert, wie Feldexperimente, Beobachtung und kausalanalytische Designs. „Innovationen entstehen dort, wo Ideen schnell ausprobiert, getestet und verbessert werden können. Genau dafür haben wir das Agile Design Lab geschaffen. Hier werden Konzepte innerhalb kürzester Zeit als Prototypen greifbar, getestet, Feedback von Kundinnen und Kunden eingeholt und auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse kontinuierlich weiterentwickelt. So verkürzen wir den Weg von der Idee zum Produkt und machen Forschung unmittelbar erlebbar“, sagt Prof. Bursac. Auch Prof. Schweisfurth sieht in dem neuen Labor einen wichtigen Baustein für die strategische Weiterentwicklung der TU Hamburg: „Das Agile Design Lab verbindet Forschung, Lehre, Transfer und Wissenschaftskommunikation an einem Ort. Studierende arbeiten hier gemeinsam mit Unternehmen und Forschenden an realen Fragestellungen. Dadurch entstehen nicht nur innovative Lösungen, sondern auch wertvolle Lernerfahrungen und neue Impulse für Wissenschaft und Gesellschaft.“ Das Lab und seine Ausstattung werden schon rege genutzt Seit der Fertigstellung des Labs finden hier bereits Seminare und Vorlesungen für Studierende statt, es nutzen aber auch Schülerinnen und Schüler die Ausstattung: Mit Elektronik und Werkzeugen ausgerüstete Arbeitsplätze und eine umfangreiche technische Ausstattung mit 3D-Druckern und Lasercuttern ermöglichen es, Ideen innerhalb kurzer Zeit in die Praxis umzusetzen. Ergänzt wird die Infrastruktur durch moderne Workshop- und Präsentationsbereiche, die Räume für Nutzerfeedback, Tests und agile Teamarbeit bieten. Darüber hinaus versteht sich das Agile Design Lab als Plattform für den Wissens- und Technologietransfer. Unternehmen können gemeinsam mit Forschenden und Studierenden innovative Lösungen entwickeln, Start-ups erhalten Unterstützung bei der Umsetzung neuer Geschäftsideen, und öffentliche Veranstaltungen machen aktuelle Forschung für eine breite Öffentlichkeit zugänglich. Zur Eröffnung präsentierten die Mitarbeitenden an 17 Messeständen die Ideen hinter dem Lab sowie die einzelnen Forschungsgegenstände und Projekte. Während der Messe konnten sich die zahlreichen Besucherinnen und Besucher – gestärkt durch ein großes Buffet – informieren und nutzten die Gelegenheit zum Netzwerken.
10.07.26 Campusnews
„Nudging“ bedeutet etwa „Anstupsen“ und beschreibt einen Ansatz aus der Verhaltensforschung. Menschen werden dabei nicht durch Verbote oder Vorgaben zu einem bestimmten Verhalten gezwungen. Stattdessen helfen kleine, gezielt gesetzte Impulse dabei, Entscheidungen oder Handlungen auf subtile Weise in eine gewünschte Richtung zu lenken. Ein Beispiel ist die Organspende: Länder, in denen Bürgerinnen und Bürger standardmäßig als Organspender*innen registriert sind und sich aktiv dagegen entscheiden müssen, erreichen deutlich höhere Zustimmungsraten als Länder mit einer aktiven Zustimmungslösung. Das verdeutlicht, wie stark die Wahl einer Voreinstellung das Verhalten beeinflussen kann. Es ist nur eines der Beispiele aus der Antrittsvorlesung von Prof. Nikola Bursac zum Thema „Behavioral Methodics in der agilen Produktentwicklung: Wie durch Nudging kleine Impulse große Wirkung entfalten“. Bursac beschrieb in seinem Vortrag, wie sich der Effekt nutzen lässt. Im wissenschaftlichen Kontext würde man davon ausgehen, dass Ingenieure analytisch denken und handeln. Es zeigt sich aber, dass es zu besseren Ergebnissen führt, wenn in Produktentwicklungsteams Probleme oder Bedenken gezielt angesprochen werden. Wenige, gezielte „Nudges“ können dazu beitragen, die Erfüllungsquote von Zielen zu steigern und die Kommunikation in Entwicklungsteams nachhaltig zu verbessern. Intelligente Methoden für die Produktentwicklung von morgen Mit seinem Forschungsansatz setzte Bursac zugleich die Schwerpunkte des von ihm geleiteten ISEM-Instituts für Smarte Entwicklung und Maschinenelemente der Technischen Universität Hamburg (TUHH). Er betonte in seinem Vortrag dabei den Wert von interdisziplinärer Zusammenarbeit, praxisnaher Forschung sowie einer offenen Lern- und Fehlerkultur: „Am ISEM stellen wir den Menschen in den Mittelpunkt der Produktentwicklung. Denn die besten Technologien entstehen durch neugierige, motivierte Menschen, die technologische Zusammenhänge verstehen, kreativ denken und gemeinsam Lösungen entwickeln. Nudging zeigt, dass oft schon kleine Impulse ausreichen, um große Veränderungen anzustoßen. Genau dieses Zusammenspiel von Technologie und menschlichem Verhalten wollen wir am ISEM weiter erforschen und in die industrielle Praxis übertragen,“ sagte Nikola Bursac. Komplexe Systeme menschenorientiert gestalten Die Antrittsvorlesung wurde moderiert von Prof. Dieter Krause (TUHH) und umrahmt von Gästen aus Wissenschaft, Wirtschaft und persönlichen Wegbegleitenden. Den Auftakt bildete das Grußwort von Prof. Kristin Paetzold-Byhain, Präsidentin der Design Society. Sie würdigte Bursacs internationale wissenschaftliche Vernetzung und die Mitorganisation der ICED Konferenz in 2027. Der Präsident der TU Hamburg, Prof. Andreas Timm-Giel, hob die Bedeutung von Bursacs Forschung für das Profil der Universität hervor. Anschließend ordnete Prof. Roland Lachmayer, Geschäftsführer der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktentwicklung Bursacs Arbeit in die Weiterentwicklung der Produktentwicklung ein. Persönliche Einblicke gab schließlich sein Doktorvater, Prof. Albert Albers vom IPEK am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), der den Werdegang seines ehemaligen Doktoranden nachzeichnete. Einen praxisnahen Impuls setzte schließlich noch Clemens Birk vom Werkzeugmaschinenbaukonzern Trumpf mit seinem Vortrag „Agile Führung in herausfordernden Zeiten: Wie zehn Jahre Notfallrettung mein Handeln prägen“. Auch Bursac war vor seiner Zeit an der TU Hamburg in verschiedenen Führungspositionen bei Trumpf tätig und verantwortete dort unter anderem den Bereich „Model Based Design“ sowie Forschungsprojekte zur menschenorientierten Gestaltung komplexer Systeme. Seine wissenschaftliche Laufbahn begann er am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), wo er Maschinenbau studierte und promovierte. Für seine Leistungen in Forschung und Lehre erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Hamburger Lehrpreis 2025. Darüber hinaus engagiert er sich als Vorsitzender des VDI-Fachbeirats „Produktentwicklung und Projektmanagement“ sowie des VDI-Landesverbands Hamburg.  Künftig werden Prof. Bursac und sein Team ihre Forschung zur agilen Produktentwicklung im neuen Agile Design Lab (ADL) ausweiten können. Und sie gleichzeitig mit Methoden, wie Feldexperimenten, Beobachtungen und kausalanalytischen Designs des Instituts für Organisational Design und Collaboration Engineering (ODCE) von Prof. Tim Schweisfurth zusammenführen. Gemeinsam entstehen Erkenntnisse, die sonst weder im Ingenieurlab, noch in einem Wirtschaftslabor allein möglich wären. Das ADL wurde im Anschluss an die Vorlesung im Palmspeicher im Harburger Binnenhafen eröffnet. Mehr Informationen: https://www.tuhh.de/isem/willkommen
09.07.26 Campusnews
Keine Rose, dafür einen großartigen Abschluss in der Tasche: Drei Studierende der TU Hamburg durften sich über den Bachelor-Award freuen. Damit wurden sie für ihre hervorragenden Leistungen in den Bachelor-Studiengängen Chemie- und Bioingenieurwesen sowie Green Technologies ausgezeichnet – und das in der Regelstudienzeit. Der Bachelor-Award wird durch das Dekanat Verfahrenstechnik in Kooperation mit der Dow Deutschland Anlagengesellschaft, den Hamburger Energiewerken und dem Hefeprodukthersteller Ohly vergeben. Insgesamt sind die Preise mit 3.000 Euro dotiert. Mit Olaf Stüven (Dow), Dr. Gerrit Sluyter (Ohly) und Ansgar Lieberei (HEnW) konnten für die Preisvergabe sowie die Laudationen erneut Alumni der TUHH gewonnen werden. Heute bekleiden sie Führungspositionen in den stiftenden Unternehmen. Damit zeigen sie eindrücklich auf, welche Karrierewege nach einem Abschluss an der TU Hamburg möglich sind. Nach der Begrüßung durch Prof. Andreas Liese, Leiter des Instituts für Technische Biokatalyse, und Studierendenvertreter Julian Ernhofer aus dem Studiendekanatsausschuss Verfahrenstechnik, wurden die Studierenden im Lern- und Kommunikationszentrum (LUK) geehrt. Über den Bachelor-Award Mit der Preisverleihung soll der wissenschaftliche Nachwuchs an der TU Hamburg gefördert werden. Die TU Hamburg bedankt sich für das langjährige Engagement ihrer Partner Dow Deutschland, Ohly und Hamburger Energiewerke. Die Preisträger des Bachelor-Awards 2026: Anna Katharina Zörner (Chemie- und Bioingenieurwesen, Vertiefung Chemieingenieurwesen, Dow Nordwestdeutschland) Marcel Grafmann (Chemie- und Bioingenieurwesen, Vertiefung Bioingenieurwesen, Ohly) Louis Hehemann (Green Technologies dual, Hamburger Energiewerke GmbH)
09.07.26 Campusnews
Wie genau macht sich der Klimawandel in der Ostseeregion bemerkbar? Was sind die neuesten Erkenntnisse aus dem Gebiet der Feststoffverfahrenstechnik? Diese und andere Fragen wurden beim UNU Hub Meeting „Engineering to Face Climate Change“ erörtert. Beim Treffen im Promotionsprüfungsraum in Gebäude B kamen insgesamt rund 50 Teilnehmende für Vorträge und Fachdiskussionen zusammen. Eröffnet wurde das Meeting von Prof. Nima Shokri, neben Prof. Irina Smirnova der Executive Co-Director des UNU Hub „Engineering to Face Climate Change“. Der Leiter des Institute of Geo-Hydroinformatics betonte beim Treffen die Idee des UNU Hubs: „Unser Ziel war es von Anfang an, eine Plattform zu schaffen, auf der Forschende, politische Entscheidungsträger, Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft sowie weitere Interessengruppen Ideen austauschen und voneinander lernen können. Die Teilnehmenden bringen unterschiedliche Hintergründe, Fachkenntnisse und Perspektiven mit und befinden sich in verschiedenen Phasen ihrer beruflichen Laufbahn. Gerade diese Vielfalt ist der Motor für Innovationen und hilft uns, Lösungen für einige der drängendsten Umweltprobleme unserer Zeit zu entwickeln. Nur gemeinsam können wir langfristig etwas bewirken.“ Beiträge aus Italien und Kanada Entsprechend bunt und international war die Liste der Vortragenden auch bei diesem Meeting. Darunter war unter anderem Prof. Alberto Guadagnini. Der Experte für Hydrogeologie und Vize-Rektor Forschung der Politecnico di Milano stellte die Arbeit seiner Hochschule vor. Diese wurde beim jüngsten QS World University Ranking 2027 als eine der besten Universitäten Europas und als die beste Italiens eingestuft und ist seit vergangenem Jahr mit der TUHH über ein Memorandum of Understanding verbunden. Aus Kanada war Dr. Rohit Ramchandani angereist. Er ist Innovation and Strategic Partnerships Officer am Institute for Water, Environment and Health der United Nations University (UNU-INWEH). In seinem Vortrag verdeutlichte Ramchandani, wie das UNU-INWEH mit Partnern daran arbeitet, die kritischen globalen Sicherheits- und Entwicklungsherausforderungen an der Schnittstelle von Wasser, Umwelt und Gesundheit zu bewältigen. Eine deutlich kürzere Anreise hatte Prof. Stefan Heinrich von der TUHH. Der Leiter des Instituts für Feststoffverfahrenstechnik und Partikeltechnologie sprach über seine Forschungsarbeit und betonte, dass letztlich jeder Prozess in seinem Institut Teil einer klimabewussten Ingenieurtechnik sei. Mit dem Vortrag von Dr. Rowan Alden Hull vom Social-ecological Systems Institute der Leuphana Universität Lüneburg wurde das Thema Nachhaltigkeit auch sozialwissenschaftlich beleuchtet. Die jüngsten Referenten des Tages waren die Brüder Jim (18) und Pit Horeyseck (20). Beide studieren Allgemeine Ingenieurwissenschaften an der TUHH. Darüber hinaus sind sie trotz ihres jungen Alters schon seit Jahren als Botschafter in Sachen Klimaschutz aktiv und halten unter anderem Vorträge an Schulen. Beim UNU Hub Meeting sprachen sie über die Meereserwärmung in der Ostsee, die sie im Rahmen eines Forschungsprojektes vor Ort beobachtet haben. Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Poster-Session für Doktorand*innen und die Verleihung der Preise der Gustav-Polensky-Stiftung. Hier konnten zwei der insgesamt zwölf Beiträge die Fachjury besonders überzeugen: Inchara Kumaraswamy gewann 1.000 Euro für ihre Arbeit „Global Assessment of Saline Lakes Dynamics“ und Davis Rakhshan gewann 500 Euro für „AI-Enabled Acoustic Sensing for Scalable Biodiversity Monitoring under Climate Change“. Über den UNU Hub „Engineering to Face Climate Change“ Der UNU Hub "Engineering to Face Climate Change" an der Technischen Universität Hamburg ist der weltweit erste klimafokussierte Hub der Universität der Vereinten Nationen (UNU). Seit der Gründung 2024 dient er als Brücke zwischen der Wissenschaft und den UN, um nachhaltige Ingenieurlösungen im Kampf gegen den Klimawandel zu entwickeln.
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