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21.08.2026

Vom Zollstock zum digitalen Zwilling

Studierende im Bauwesen vermessen Campusgebäude für 3D-Modelle
Foto: TUHH/IDAC
Eine studentische Gruppe des Instituts für Digitales und Autonomes Bauen (IDAC) hat Gebäude auf dem TU-Campus für 3D-Modelle vermessen.

Wie entsteht aus einem Gebäude ein digitales Abbild? Dieser Frage gingen Studierende der Technischen Universität Hamburg (TUHH) im Rahmen der Lehrveranstaltung „Building Information Modeling (BIM)“ nach. Ausgerüstet mit Zollstock, Tablet und Laserdistanzmesser machten sie sich auf den Weg über den Campus, um Gebäude und ausgewählte Außenbereiche millimetergenau zu vermessen – mit dem Ziel, daraus detaillierte dreidimensionale Gebäudemodelle zu erstellen.

Unter der Leitung von Dr. Alexander Chmelnizkij vom Institut für Digitales und Autonomes Bauen (IDAC) arbeiteten die Studierenden in vier Gruppen und nahmen insgesamt vier Campusgebäude unter die Lupe. Neben Innenräumen wurden auch Elemente der unmittelbaren äußerlichen Umgebung erfasst – etwa Wege oder Parkbänke. Daraus sollen digitale Modelle entstehen, die die Gebäude nicht isoliert darstellen, sondern in ihren tatsächlichen räumlichen Kontext einbetten. „Wir haben ausschließlich öffentlich zugängliche Bereiche vermessen, um den regulären Betrieb auf dem Campus nicht zu beeinträchtigen“, erklärt Alexander Chmelnizkij. Die gesammelten Daten bilden die Grundlage für sogenannte BIM-Modelle – eine digitale Arbeitsmethode, bei der alle relevanten Informationen eines Bauwerks in einem intelligenten 3D-Modell zusammengeführt werden.

Digitale Modellierung von Gebäuden

Die Vermessungsarbeiten sind Teil einer umfangreichen Projektarbeit im BIM-Modul. Ziel der Lehrveranstaltung ist es, Studierende darauf vorzubereiten, digitale Planungs- und Bauprozesse in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen einzuführen, zu steuern und weiterzuentwickeln. Dabei lernen sie nicht nur den Umgang mit modernen Softwarewerkzeugen, sondern auch die grundlegenden Methoden hinter der digitalen Modellierung von Gebäuden und Infrastrukturen. Besonders wertvoll ist in diesem Fall die Verbindung von Theorie und Praxis. Während in den Vorlesungen Themen wie geometrische Modellierung, Datenmanagement, BIM-Datenaustausch oder Prozessmodellierung behandelt werden, können die Studierenden das erworbene Wissen direkt an den realen Objekten auf dem TUHH-Campus anwenden.

Die entstandenen Modelle haben aber nicht nur einen „Lehrwert“. Sie könnten künftig auch einen praktischen Nutzen für die Universität entfalten. „Solche digitalen Gebäudemodelle können beispielsweise Baufirmen oder Planungsbüros unterstützen, die auf dem Campus tätig werden und schnell auf aktuelle Gebäudedaten zugreifen müssen“, sagt Chmelnizkij. Und vielleicht entstehen aus den digitalen Daten eines Tages sogar greifbare Modelle: Die Idee eines 3D-gedruckten Campusgebäudes für das Foyer im Hauptgebäude A ist zwar derzeit noch Zukunftsmusik. Chmelnizkij könnte sich jedoch vorstellen, dass es bis zum 50-jährigen Jubiläum der Universität 2028 real geworden sein könnte. 

https://www.tuhh.de/idac 

Collage von 3D-Modellen von Gebäuden
Collage: TUHH/IDAC
Aus den gemessennen Daten sind 3D-Modelle des Campus entstanden.