04.09.2026

Norddeutscher Wissenschaftspreis für TU-Forschung

Beim prämierten Projekt „Initiative for Digital Implant Research“ kooperieren mehrere norddeutsche Institutionen
Foto: Holger Martens
Der Norddeutsche Wissenschaftspreis wurde in Rostock an drei Kooperationsprojekte vergeben.

Alle zwei Jahre wird der Norddeutsche Wissenschaftspreis für Spitzenleistungen im Rahmen herausragender länderübergreifender Forschungskooperationen verliehen. Dieses Jahr lag der Schwerpunkt auf dem Bereich der Lebenswissenschaften. Dafür gingen insgesamt 35 Bewerbungen ein. Nun wurden drei Projekte im Rahmen der Norddeutschen Wissenschaftsministerkonferenz in Rostock ausgezeichnet – darunter eines, an dem die Technische Universität Hamburg (TUHH) maßgeblich beteiligt ist.

Das Projekt „Initiative for Digital Implant Research“ (IDIR) entwickelt digitale Zwillinge von Implantaten, die patientenspezifische Reaktionen vorhersagen. Durch die Verknüpfung von Materialforschung, experimentellen Daten, (prä-)klinischen Studien sowie KI-gestützten Simulationen sollen Implantate effizienter entwickelt, individuell angepasst und schneller zugelassen werden. 

Verantwortlich für das Projekt an der TUHH sind Prof. Dr. Christian Cyron, Leiter des Instituts für Kontinuums- und Werkstoffmechanik, und Prof. Dr. Sara Checa Esteban, Leiterin des Instituts für Biomechanik. Weitere beteiligte norddeutsche Institutionen sind die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, die Universität Rostock, das Helmholtz-Zentrum Hereon und die Universitätsklinikum Schleswig-Holstein.

Die Jury lobte die inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeit sowie das internationale Renommee der beteiligten Wissenschaftler*innen und sah großes Potenzial für die Stärkung Norddeutschlands als Innovationsstandort. Zusätzlich wurde auch das nahezu paritätische Verhältnis führender Forscher*innen hervorgehoben.

Für starke Wissenschaft ohne Landesgrenzen

Neben diesem Projekt wurden zwei weitere Kooperationen ausgezeichnet: „Disrupt, Evade, Exploit: Genexpression und Manipulation der Wirtsantwort bei DNA-Virusinfektionen“ und „Der Magnetsinn von Zugvögeln: Von Quantenzuständen zur biologischen Funktion“. Das Preisgeld von insgesamt 250.000 Euro wird zu gleichen Teilen auf die prämierten Projekte aufgeteilt.

Maryam Blumenthal, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: „Starke Wissenschaft kennt keine Landesgrenzen. Von Virusinfektionen über digitale Implantate bis zum Magnetsinn von Vögeln – die Bandbreite zeigt, wie vielfältig und innovativ die Lebenswissenschaften im Norden sind. Mit interdisziplinärer Zusammenarbeit, gezielter Nachwuchsförderung und starken Partnerschaften zeigen die Preisträger*innen, wie Kooperation über Landesgrenzen hinweg gelingen kann. Genau dafür setzen wir uns in Hamburg und als norddeutscher Verbund ein – gemeinsam sind wir leistungsfähiger. Ich freue mich besonders, dass Hamburg an allen drei Gewinnerprojekten beteiligt ist. Herzlichen Glückwunsch an alle Ausgezeichneten!“

Der Norddeutsche Wissenschaftspreis 2026 wird von der Norddeutschen Wissenschaftsministerkonferenz (NWMK) vergeben, um herausragende länderübergreifende Forschungskooperationen zu würdigen, die wissenschaftliche Spitzenleistungen erbringen, die wissenschaftlichen Netzwerke in Norddeutschland stärken und deren Sichtbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit fördern. Der Preis wird seit 2012 alle zwei Jahre mit wechselnder fachlicher Ausrichtung vergeben. Die Jury besteht aus renommierten Wissenschaftler*innen mit interdisziplinärer Expertise.