19.10.2026

Die TU Hamburg zu Besuch an der Fudan-Universität in Shanghai, China

Eine Delegation unter der Leitung von TUHH-Präsident Prof. Andreas Timm-Giel und Vizepräsidentin Prof. Irina Smirnova traf Jin Li, Präsident der Fudan-Universität
Foto: Fudan University
TU-Präsident Prof. Andreas Timm-Giel traf sich mit Jin Li, dem Präsidenten der Fudan-Universität

Timm-Giel betonte, dass die Geschwindigkeit, mit der sich die Zusammenarbeit entwickelt habe – von seinem ersten Besuch an der Fudan-Universität im vergangenen Oktober bis zur Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarungen zwischen den beiden Universitäten Ende vergangenen Jahres –, die Dynamik und Effizienz der Partnerschaft widerspiegele. Er erklärte, dass die TUHH die Ingenieurwissenschaften als strategischen Schwerpunkt betrachte und sich dem Aufbau von Forschungsinfrastrukturen sowie der koordinierten Weiterentwicklung von Forschung, Lehre, Technologietransfer und Wissenschaftskommunikation verschrieben habe. Darüber hinaus unterstütze die Universität Studierende dabei, mit künstlicher Intelligenz zu lernen und gleichzeitig KI-generierte Ergebnisse zu überprüfen und zu verbessern.

Er ergänzte, dass die Bewältigung globaler Herausforderungen wie des Klimawandels die Zusammenarbeit herausragender Talente aus aller Welt erfordere. Zugleich müsse sichergestellt werden, dass technologische Entwicklungen tatsächlich in der Praxis Anwendung fänden. Dies setze voraus, dass Universitäten und Städte offen bleiben und Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Regionen die Möglichkeit erhalten, gemeinsam zu studieren und voneinander zu lernen. Internationale Kooperationen seien daher für die TUHH von entscheidender Bedeutung. China gehöre zu den innovativsten Regionen der Welt und sei ein hochgeschätzter Partner der TUHH. Er freue sich darauf, die Zusammenarbeit mit der Fudan-Universität weiter zu vertiefen.

Jin Li begrüßte Timm-Giel und seine Delegation. Er erinnerte daran, dass sich die beiden erstmals im vergangenen Oktober beim chinesisch-deutschen Hochschulpräsidententreffen in Peking begegnet seien. Anschließend habe Timm-Giel die Fudan-Universität besucht, und beide Hochschulen hätten Kooperationsvereinbarungen auf Universitätsebene unterzeichnet. Damit sei ein vielversprechender Grundstein für ihre Partnerschaft gelegt worden.

Jin stellte die jüngsten Fortschritte der Fudan-Universität in den Bereichen künstliche Intelligenz und technologische Innovation vor. Seit 2023 habe die Universität drei große Initiativen vorangetrieben: „AI for Science“, „AI for Social Science“ und „AI for Education“. Darüber hinaus habe sie mehr als 110 sogenannte AI-BEST-Lehrveranstaltungen eingeführt, das Center for Global AI Innovative Governance gegründet und gemeinsam mit Springer Nature die wissenschaftliche Fachzeitschrift Science and AI ins Leben gerufen, deren Beiträge einem Peer-Review-Verfahren unterliegen.

Im vergangenen Jahr habe die Universität zudem sechs Innovationskollegs gegründet, um innovative Ingenieurinnen und Ingenieure auszubilden, die in aufstrebenden Industriezweigen dringend benötigt würden. Damit wolle die Fudan-Universität die Schlüsselindustrien Shanghais unterstützen und dem wachsenden Bedarf an interdisziplinär ausgebildeten ingenieurwissenschaftlichen Fachkräften im digitalen Zeitalter begegnen.

Jin betonte, dass zwischen den beiden Universitäten ein enormes Kooperationspotenzial bestehe. Durch die Bündelung ihrer Kräfte könnten sie gemeinsam einige der anspruchsvollsten wissenschaftlichen Herausforderungen an den Grenzen der aktuellen Forschung angehen.

Im Anschluss tauschten sich die Leitungen der zuständigen Einrichtungen beider Universitäten über mögliche Schwerpunkte der künftigen Zusammenarbeit aus. Moderiert wurde die Diskussion von Jiang Yugang, Vizepräsident der Fudan-Universität.

Am Nachmittag fand der „Fudan-TUHH Exchange Day“ statt. Vertreterinnen und Vertreter beider Universitäten präsentierten im Rahmen einer Posterausstellung Forschungsergebnisse aus verschiedenen Disziplinen, darunter Physik, Materialwissenschaften, Philosophie und Umweltwissenschaften. Während der Veranstaltung tauschten sich Mitglieder der TUHH-Delegation persönlich mit Forschenden, Lehrenden und Studierenden der Fudan-Universität aus und informierten sich gegenseitig über aktuelle Forschungsfortschritte.

Ende 2025 unterzeichneten die Fudan-Universität und die TU Hamburg Vereinbarungen über die Zusammenarbeit in Forschung und Lehre sowie über den Studierendenaustausch.