Wie genau macht sich der Klimawandel in der Ostseeregion bemerkbar? Was sind die neuesten Erkenntnisse aus dem Gebiet der Feststoffverfahrenstechnik? Diese und andere Fragen wurden beim UNU Hub Meeting „Engineering to Face Climate Change“ erörtert. Beim Treffen im Promotionsprüfungsraum in Gebäude B kamen insgesamt rund 50 Teilnehmende für Vorträge und Fachdiskussionen zusammen.
Eröffnet wurde das Meeting von Prof. Nima Shokri, neben Prof. Irina Smirnova der Executive Co-Director des UNU Hub „Engineering to Face Climate Change“. Der Leiter des Institute of Geo-Hydroinformatics betonte beim Treffen die Idee des UNU Hubs: „Unser Ziel war es von Anfang an, eine Plattform zu schaffen, auf der Forschende, politische Entscheidungsträger, Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft sowie weitere Interessengruppen Ideen austauschen und voneinander lernen können. Die Teilnehmenden bringen unterschiedliche Hintergründe, Fachkenntnisse und Perspektiven mit und befinden sich in verschiedenen Phasen ihrer beruflichen Laufbahn. Gerade diese Vielfalt ist der Motor für Innovationen und hilft uns, Lösungen für einige der drängendsten Umweltprobleme unserer Zeit zu entwickeln. Nur gemeinsam können wir langfristig etwas bewirken.“
Beiträge aus Italien und Kanada
Entsprechend bunt und international war die Liste der Vortragenden auch bei diesem Meeting. Darunter war unter anderem Prof. Alberto Guadagnini. Der Experte für Hydrogeologie und Vize-Rektor Forschung der Politecnico di Milano stellte die Arbeit seiner Hochschule vor. Diese wurde beim jüngsten QS World University Ranking 2027 als eine der besten Universitäten Europas und als die beste Italiens eingestuft und ist seit vergangenem Jahr mit der TUHH über ein Memorandum of Understanding verbunden.
Aus Kanada war Dr. Rohit Ramchandani angereist. Er ist Innovation and Strategic Partnerships Officer am Institute for Water, Environment and Health der United Nations University (UNU-INWEH). In seinem Vortrag verdeutlichte Ramchandani, wie das UNU-INWEH mit Partnern daran arbeitet, die kritischen globalen Sicherheits- und Entwicklungsherausforderungen an der Schnittstelle von Wasser, Umwelt und Gesundheit zu bewältigen.
Eine deutlich kürzere Anreise hatte Prof. Stefan Heinrich von der TUHH. Der Leiter des Instituts für Feststoffverfahrenstechnik und Partikeltechnologie sprach über seine Forschungsarbeit und betonte, dass letztlich jeder Prozess in seinem Institut Teil einer klimabewussten Ingenieurtechnik sei. Mit dem Vortrag von Dr. Rowan Alden Hull vom Social-ecological Systems Institute der Leuphana Universität Lüneburg wurde das Thema Nachhaltigkeit auch sozialwissenschaftlich beleuchtet.
Die jüngsten Referenten des Tages waren die Brüder Jim (18) und Pit Horeyseck (20). Beide studieren Allgemeine Ingenieurwissenschaften an der TUHH. Darüber hinaus sind sie trotz ihres jungen Alters schon seit Jahren als Botschafter in Sachen Klimaschutz aktiv und halten unter anderem Vorträge an Schulen. Beim UNU Hub Meeting sprachen sie über die Meereserwärmung in der Ostsee, die sie im Rahmen eines Forschungsprojektes vor Ort beobachtet haben.
Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Poster-Session für Doktorand*innen und die Verleihung der Preise der Gustav-Polensky-Stiftung. Hier konnten zwei der insgesamt zwölf Beiträge die Fachjury besonders überzeugen: Inchara Kumaraswamy gewann 1.000 Euro für ihre Arbeit „Global Assessment of Saline Lakes Dynamics“ und Davis Rakshan gewann 500 Euro für „AI-Enabled Acoustic Sensing for Scalable Biodiversity Monitoring under Climate Change“.
Über den UNU Hub „Engineering to Face Climate Change“
Der UNU Hub "Engineering to Face Climate Change" an der Technischen Universität Hamburg ist der weltweit erste klimafokussierte Hub der Universität der Vereinten Nationen (UNU). Seit der Gründung 2024 dient er als Brücke zwischen der Wissenschaft und den UN, um nachhaltige Ingenieurlösungen im Kampf gegen den Klimawandel zu entwickeln.



