05.11.2026

„Wir müssen Innovation neu denken“

In der neuesten Future Lecture erklärt Gastredner Stefan Klebert, wie Industrie und Forschung kommenden Herausforderungen am besten begegnen können
Foto: TUHH/Bittcher
Stefan Klebert vor seiner Keynote im Rahmen der Future Lecture. Als Gastdozent an der TUHH bietet der GEA-Chef die Veranstaltung „Nachhaltige Unternehmensführung“ an

Er ist Chef eines der weltweit größten Systemanbieter für die Nahrungsmittel-, Getränke- und Pharmaindustrie. Stefan Klebert verantwortet die strategische Gesamtausrichtung und Führung des Düsseldorfer Technologieunternehmens GEA, das einen Jahresumsatz von über fünf Milliarden Euro in mehr als 150 Ländern erwirtschaftet. Fragen der Nachhaltigkeit beschäftigen den CEO des DAX-Konzerns im ganz großen Maßstab. 

Diese Perspektive machte Stefan Klebert zu einem idealen Gastredner für die neueste Ausgabe der Future Lectures. Die 2022 gestartete Veranstaltungsreihe der TU Hamburg beschäftigt sich mit drängenden wissenschaftlichen Herausforderungen. Fachleute unterschiedlichster Bereiche zeigen mit ihren Vorträgen die gesellschaftliche Relevanz und das transformative Potenzial innovativer Forschung.

Herstellung von Proteinen aus CO₂

Nachdem Prof. Irina Smirnova, Vizepräsidentin für Forschung, die Anwesenden im Hörsaal Audimax II begrüßt hatte, hielt der GEA-Vorstandsvorsitzende Stefan Klebert seinen Vortrag. Der Titel: Sustainable Engineering – From Innovation to Impact. „Unsere Welt steht vor der Herausforderung, eine wachsende Bevölkerung zuverlässig zu versorgen und dabei weniger Ressourcen zu verbrauchen“, so Klebert. „Um das zu schaffen, müssen wir Innovation neu denken. Denn wie effizient eine Maschine, ein Prozess oder eine ganze Fabrik mit Energie, Wasser und Rohstoffen umgeht, entscheidet sich schon bei der Entwicklung. Ingenieurinnen und Ingenieure können deshalb enorm viel bewegen – mit technischem Können, neuen Ideen und dem Mut, bestehende Lösungen zu hinterfragen.“

Das Unternehmen GEA liefert Prozesstechnik, Maschinen und Komponenten unter anderem für die Nahrungsmittelindustrie. Anhand aktueller Beispiele – von KI-optimierten Produktionsprozessen bis hin zur Herstellung von Proteinen aus CO₂ – zeigte der studierte Maschinenbauer Klebert in seinem Vortrag, wie Innovationen im industriellen Maßstab wirksam werden. 

Das Sustainability Council stellt sich vor 

Das Thema Nachhaltigkeit zog sich auch durch die weiteren Programmpunkte des Abends. Im Anschluss stellten Prof. Lukas Henze, Leiter des Instituts für Massivbau, und Prof. Jelena Bäumler, Vizepräsidentin der Leuphana Universität Lüneburg, „Impact Engineering for a Sustainable World“ (ImpEnSus) vor. Im Rahmen dieses großangelegten Verbundprojekts von TUHH und Leuphana sollen in einem neuen Studiengang „Impact Engineers“ ausgebildet werden, die technologische Lösungsentwicklung mit gesellschaftlicher Gestaltungskompetenz verbinden. Dass man sich dem Thema ImpEnSus auch humoristisch nähern kann, bewies anschließend Mohsen Falah, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Metall- und Verbundbau, mit einem kurzen Solo-Science-Slam auf der Bühne.

Abgerundet wurde der offizielle Teil der Veranstaltung durch Prof. Christian Thies vom Institut für Logistik und Unternehmensführung. Er stellte die Arbeit des Sustainability Councils der TUHH vor. Das neugegründete Gremium berät das Präsidium bei der Förderung der Nachhaltigkeit im Hochschulalltag auf dem Campus. Im Fokus stehen dabei Themenbereiche wie Energie und Heizung, Wasser und Grünflächen sowie Abfall und Kreislaufwirtschaft. Danach ging auch diese Ausgabe der Future Lecture ganz traditionell zu Ende: mit Kaltgetränken, Brezeln und inspirierenden Gesprächen.