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13.07.2026

Humboldt-Preisträger Alberto Guadagnini hält Vortrag über Hydrogeologie

Mineralien und Wasser: Neue Erkenntnisse zum Einfluss von Umweltschadstoffen
Foto: TU Hamburg/Schulze
Gastprofessor Alberto Guadagnini vom Politecnico di Milano hielt einen Vortrag im Institut Hydrogeologie von Prof. Nima Shokri (6. und 5. v. links).

Kurz nach der Verleihung des renommierten Humboldt-Forschungspreises ist Professor Alberto Guadagnini, Experte für Hydrogeologie und Vize Rektor Forschung am Politecnico di Milano, zu Gast an der TU Hamburg (TUHH). Im Rahmen des Preises arbeitet er gemeinsam mit Professor Nima Shokri, Leiter des Instituts für Geo-Hydroinformatics an der TUHH, an neuen stochastischen und prozessbasierten Methoden zur Vorhersage der Grundwasserqualität, Bodensalinisierung und reaktiven Transportprozessen in komplexen unterirdischen Systemen.

Im Zuge dieser Zusammenarbeit hielt Prof. Guadagnini einen Vortrag über die „Komplexität der Mineralauflösung an Wasser-Gesteins-Grenzflächen“. Er erklärte, wie Mineralien beim Kontakt mit Wasser ungleichmäßig aufgelöst werden. Ein Prozess, der für Landschaft, Grundwasser und den Umgang mit Schadstoffen von großer Bedeutung ist. Am Beispiel des Minerals Calcit und des Schadstoffs Cadmium zeigte er, dass gelöste Metalle den Abbauprozess beeinflussen, indem sie besonders aktive Bereiche blockieren und die Oberfläche verändern. „Moderne Nanobildgebung kombiniert mit probabilistischen Modellen liefert dabei neue Erkenntnisse und ermöglicht genauere Vorhersagen“, so Guadagnini.

Der Wissenschaftler betonte, dass das Verständnis dieser nanoskaligen Prozesse helfen kann, Modelle für Wasser-Gesteins-Wechselwirkungen, Schadstofftransport und geochemische Entwicklungen zu verbessern. Das könnte sich entscheidend auf den Umwelt- und Ressourcenschutz sowie das Verständnis langfristiger Erdprozesse auswirken. Seine Forschung hat das quantitative Verständnis von Grundwasserströmungen, Schadstofftransporten und geochemischen Prozessen in komplexen natürlichen Systemen maßgeblich erweitert. Die entwickelten theoretischen und computergestützten Methoden werden weltweit in Umweltanwendungen eingesetzt.

Hilfreicher Blick in kleinste Strukturen

„Das Verständnis dieser nanoskaligen Prozesse kann helfen, genauere Modelle für Wasser-Gesteins-Wechselwirkungen, Schadstofftransport und geochemische Veränderungen zu entwickeln. Dies ist wichtig für Umweltschutz, Ressourcennutzung und das Verständnis der langfristigen Veränderungen in der Erdkruste“, betonte Alberto Guadagnini.

Was vor einem Jahr mit einem Memorandum of Understanding zwischen der TU Hamburg und dem Politecnico di Milano begann, hat sich inzwischen zu konkreten Kooperationen, neuen Kontakten und vielversprechenden Ideen für gemeinsame Projekte entwickelt. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie europäische Partnerschaften Chancen für wirkungsvolle Forschung schaffen. Das Politecnico di Milano ist inzwischen ein bedeutender Partner geworden. Zahlreiche Forschende sind bereits eng mit Kolleginnen und Kollegen des Politecnico di Milano vernetzt und arbeiten erfolgreich an gemeinsamen Projekten. Zuletzt im Rahmen eines größeren Online-Workshops mit sechs verschiedenen parallel laufenden Sessions, an denen insgesamt etwa 40 Personen – darunter beide Vizepräsidenten Forschung, der Präsident der TU Hamburg sowie Prof. Guadagnini – teilnahmen.

Das 1863 gegründete Politecnico di Milano gilt als eine der führenden technischen Hochschulen Europas mit 17 Fachbereichen und rund 43.000 Studierenden. Das Motto des Politecnico di Milano entspricht dem Leitbild der TU Hamburg: Technology for Humanity.