Das Agile Design Lab (ADL) ist bereit, entdeckt zu werden! Das Motto lautet Forschen und Lernen zum Anfassen und Ausprobieren. Wie der Billardtisch, auf dem mit einer selbst konstruierten Stoßeinheit die Kugeln gespielt werden. Oder einen 3D-Drucker, der, mit Schokolade befüllt, leckere Figuren druckt sowie eine Waschanlage für kleine Plastikenten. Hier werden die nummerierten gelben Spielzeuge für ihren nächsten Renneinsatz auf dem Wasser gesäubert.
Mit dem ADL eröffnet die Technische Universität Hamburg (TUHH) einen neuen Ort für Innovation, interdisziplinäre Zusammenarbeit und praxisnahe Forschung. Gemeinsam haben das Institute for Smart Engineering and Machine Elements (ISEM) und das Institute for Organizational Design and Collaboration Engineering (ODCE) eine moderne Arbeits- und Forschungsumgebung geschaffen, in die Studierende, Wissenschaft, Unternehmen und Start-ups eingeladen sind, gemeinsam Ideen zu entwickeln, daraus Prototypen zu bauen und Innovationen schneller in die Praxis bringen können. Mit der feierlichen Eröffnung durch Prof. Nikola Bursac (ISEM), Prof. Tim Schweisfurth (ODCE), TU-Präsident Andreas Timm-Giel, Vizepräsidentin Irina Smirnova sowie zahlreichen Sponsoren – wie Christoph Birkel, Geschäftsführer des Technologieparks Tempowerk – ist das ADL nun offiziell als Begegnungsort eingeweiht.
Ein offener Experimentierraum
Das ADL ist als sogenanntes „Living Lab“ konzipiert – ein offener Experimentierraum, in dem neue Produkte und Arbeitsweisen nicht nur entwickelt, sondern direkt erprobt und gemeinsam mit späteren Nutzerinnen und Nutzern weiterentwickelt werden können. Vor jedem Prozess stellt sich die Frage, wie eine Innovation entsteht, und wie man einen Innovationsprozess begleiten kann und daraus Gesetzmäßigkeiten ableitet. Denn am Ende sollen im Agile Design Lab kreative Prozesse entstehen und neue Lösungen gefunden werden. Lösungen, die weder in einem Ingenieurlabor, noch in einem Wirtschaftslabor allein möglich wären. Das ADL ist so entworfen worden, dass das ISEM den technischen Rahmen dafür vorgibt und das ODCE die Methodik liefert, wie Feldexperimente, Beobachtung und kausalanalytische Designs.
„Innovationen entstehen dort, wo Ideen schnell ausprobiert, getestet und verbessert werden können. Genau dafür haben wir das Agile Design Lab geschaffen. Hier werden Konzepte innerhalb kürzester Zeit als Prototypen greifbar, getestet, Feedback von Kundinnen und Kunden eingeholt und auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse kontinuierlich weiterentwickelt. So verkürzen wir den Weg von der Idee zum Produkt und machen Forschung unmittelbar erlebbar“, sagt Prof. Bursac.
Auch Prof. Schweisfurth sieht in dem neuen Labor einen wichtigen Baustein für die strategische Weiterentwicklung der TU Hamburg: „Das Agile Design Lab verbindet Forschung, Lehre, Transfer und Wissenschaftskommunikation an einem Ort. Studierende arbeiten hier gemeinsam mit Unternehmen und Forschenden an realen Fragestellungen. Dadurch entstehen nicht nur innovative Lösungen, sondern auch wertvolle Lernerfahrungen und neue Impulse für Wissenschaft und Gesellschaft.“
Das Lab und seine Ausstattung werden schon rege genutzt
Seit der Fertigstellung des Labs finden hier bereits Seminare und Vorlesungen für Studierende statt, es nutzen aber auch Schülerinnen und Schüler die Ausstattung: Mit Elektronik und Werkzeugen ausgerüstete Arbeitsplätze und eine umfangreiche technische Ausstattung mit 3D-Druckern und Lasercuttern ermöglichen es, Ideen innerhalb kurzer Zeit in die Praxis umzusetzen. Ergänzt wird die Infrastruktur durch moderne Workshop- und Präsentationsbereiche, die Räume für Nutzerfeedback, Tests und agile Teamarbeit bieten.
Darüber hinaus versteht sich das Agile Design Lab als Plattform für den Wissens- und Technologietransfer. Unternehmen können gemeinsam mit Forschenden und Studierenden innovative Lösungen entwickeln, Start-ups erhalten Unterstützung bei der Umsetzung neuer Geschäftsideen, und öffentliche Veranstaltungen machen aktuelle Forschung für eine breite Öffentlichkeit zugänglich. Zur Eröffnung präsentierten die Mitarbeitenden an 17 Messeständen die Ideen hinter dem Lab sowie die einzelnen Forschungsgegenstände und Projekte. Während der Messe konnten sich die zahlreichen Besucherinnen und Besucher – gestärkt durch ein großes Buffet – informieren und nutzten die Gelegenheit zum Netzwerken.
