Im Akademischen Senat hat sich der Präsident der Technischen Universität, Prof. Dr. Andreas Timm-Giel, mit einer richtungsweisenden Rede zur strategischen Entwicklung der Technische Universität Hamburg für den Zeitraum 2027 bis 2033 positioniert. In seiner Rede entwarf er ein klares Zukunftsbild für die Universität – getragen von wissenschaftlicher Exzellenz, gesellschaftlicher Verantwortung und dem Anspruch, aktiv zur Lösung globaler Herausforderungen beizutragen.
Ausgangspunkt seiner Ausführungen ist eine positive Entwicklungsbilanz der vergangenen Jahre: Seit 2020 konnte die TU Hamburg ihre Leistungsfähigkeit in zentralen Bereichen deutlich steigern. So wurden 46 Professuren neu besetzt, die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger in Bachelorstudiengängen stieg um über 40 %, während der Anteil internationaler Studierender inzwischen bei gut 30 % liegt.
Auch im Bereich Forschung und Transfer verzeichnet die Universität eine dynamische Entwicklung: Die Drittmitteleinnahmen konnten um 75 % gesteigert werden, die Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft sogar um 135 %. Zusätzlich wurden allein im Jahr 2025 27 Millionen Euro für Innovationsprojekte in der Lehre eingeworben. Im Bereich Ausgründungen zeigt sich ebenfalls eine starke Dynamik: Mehr als 150 Millionen Euro Venture Capital flossen 2024 in Start-ups aus dem Umfeld der TU Hamburg, insgesamt sind in den vergangenen zehn Jahren über 60 erfolgreiche Unternehmensgründungen hervorgegangen.
Zu den wissenschaftlichen Leuchttürmen zählen darüber hinaus der Exzellenzcluster „BlueMat“ mit einem Fördervolumen von rund 70 Millionen Euro sowie strategische Großinitiativen wie der Aufbau des UNU-Hubs „Engineering to Face Climate Change“.
Für die kommende Entwicklungsphase formuliert Timm-Giel einen klaren strategischen Fokus: Unter dem Leitmotiv „Engineering to Face Climate Change“ soll die TU Hamburg ihre Kompetenzen gezielt auf die Lösung zentraler gesellschaftlicher Herausforderungen ausrichten. Ziel ist es, technische Innovationen für Klimaschutz, nachhaltige Infrastruktur und Ressourcenschonung auf globaler Ebene voranzutreiben – und damit Verantwortung über den Campus hinaus zu übernehmen.
Gleichzeitig plant die TU Hamburg, ihre Sichtbarkeit in der Grundlagenforschung weiter zu stärken und gleichzeitig innovationsgetriebene angewandte Forschung auszubauen. Dazu wird die Forschungsinfrastruktur konsequent weiterentwickelt – von modernen Laboren bis hin zu leistungsfähigen digitalen Ressourcen.
Die TU Hamburg setzt auf das Konzept „Humboldt 4.0“ – eine Weiterentwicklung des klassischen Humboldt’schen Ideals der Einheit von Forschung und Lehre zu einem integrierten System aus vier eng miteinander verbundenen Handlungsfeldern: Forschung, Lehre, Transfer und gesellschaftlicher Dialog. Wissenschaftliche Erkenntnisse entstehen nicht mehr nur im akademischen Raum, sondern entfalten ihre Wirkung in der Anwendung, im Austausch mit Wirtschaft und Gesellschaft sowie in der öffentlichen Vermittlung.
Für Studierende bedeutet dies eine neue Qualität der Ausbildung: Sie werden frühzeitig in Forschungsprozesse eingebunden, arbeiten an realen Fragestellungen und lernen, wissenschaftliche Erkenntnisse kritisch zu reflektieren und verantwortungsvoll anzuwenden. Gleichzeitig prägen neue Technologien – insbesondere Künstliche Intelligenz – die Art des Lernens und Forschens und werden bewusst in die Ausbildung integriert.
Eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung dieses Ansatzes spielen die CampusLabs. Als zentrale Innovations- und Lernräume verbinden sie Forschung, Lehre, Transfer und Wissenschaftskommunikation auf einzigartige Weise. Hier arbeiten Studierende, Forschende, Start-ups und Industriepartner gemeinsam an Lösungen – von der Idee bis zum Prototyp.
Gleichzeitig muss die TU Hamburg in ihre Infrastruktur und Rahmenbedingungen investieren: Neue Forschungsgebäude, moderne Labore, erweiterte Rechenkapazitäten sowie nachhaltige Campusentwicklung sollen optimale Bedingungen für Forschung und Lehre schaffen. Auch Beratungsangebote, Studienstrukturen und Unterstützungsmaßnahmen für Studierende werden weiterentwickelt, um individuelle Bildungswege bestmöglich zu fördern.
Auch der Technologietransfer soll weiter gestärkt werden. Die TU Hamburg baut ihre Aktivitäten im Bereich Start-ups, Industriekooperationen und Innovation gezielt aus und positioniert sich als zentraler Akteur der „Tech City Hamburg“. Ziel ist es, Forschungsergebnisse schneller in gesellschaftliche und wirtschaftliche Anwendungen zu überführen und Innovationen sichtbar zu machen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Internationalisierung und der Entwicklung eines offenen, toleranten Campus. Bereits heute stammen rund ein Drittel der Studierenden aus dem Ausland, insgesamt sind mehr als 130 Nationen auf dem Campus vertreten. Die TU Hamburg versteht sich als internationaler Ort des Austauschs, an dem Menschen unterschiedlichster Hintergründe gemeinsam an Lösungen für globale Herausforderungen arbeiten.
Diese Vielfalt ist bewusstes Programm: Unterschiedliche Perspektiven, Erfahrungen und kulturelle Hintergründe werden als Stärke begriffen – als Grundlage für Kreativität, Innovation und wissenschaftliche Qualität. Die Universität setzt daher konsequent auf Offenheit, Chancengleichheit und ein respektvolles Miteinander. Ziel ist ein Campus, der nicht nur international ist, sondern auch von einer gelebten Kultur der Toleranz und Zusammenarbeit geprägt wird.
Abschließend formulierte der Präsident ein klares Ziel für die kommenden Jahre: Die TU Hamburg soll ihren erfolgreichen Entwicklungskurs fortsetzen und sich als international sichtbare, innovative Technische Universität weiter profilieren. Grundlage dafür seien ein klarer strategischer Fokus, moderne Strukturen und eine engagierte Universitätsgemeinschaft.