Die Newtons von morgen werden heute gefördert: Seit über zwei Jahrzehnten begrüßt die Technische Universität Hamburg (TUHH) als Gastgeberin der Mathematik-Olympiade die größten regionalen Nachwuchstalente. Zum Abschluss der diesjährigen Hamburger Landesrunde versammelten sich rund 190 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 3 bis 13 im gut gefüllten Audimax. Sie hatten sich gegen insgesamt 8.500 Teilnehmende durchgesetzt und wurden dafür vor Lehrkräften, Familien und Freunden prämiert.
Hinter den Preisträgerinnen und Preisträgern liegt ein langer Weg. In der sogenannten Schulrunde bearbeiteten die Teilnehmenden zu Beginn des Schuljahres 2025/2026 zunächst Aufgaben in ihrer Schule, entweder als Hausaufgabenrunde oder Klausur. Die Aufgaben der Olympiade gehen dabei über den normalen Schulstoff hinaus und erfordern kreative Lösungsansätze. Erfolgreiche Schülerinnen und Schüler qualifizierten sich anschließend für die Regionalrunde im November. Hier mussten sie im Rahmen einer Klausur vier Aufgaben lösen, die von der Geometrie bis zur Kombinatorik verschiedene mathematische Gebiete abfragen. Die Besten der Regionalrunde traten schließlich im Februar in der Landesrunde zu einer zweitägigen Klausur an. Höhepunkt der Hamburger Landesrunde bildete nun die feierliche Preisverleihung im Audimax.
Kreative Lösungen belohnt
Gastgeber Prof. Dr. Marko Lindner freute sich über die vielen Nachwuchstalente im Hörsaal: „Als ich in eurem Alter war, habe ich auch an der Mathe-Olympiade teilgenommen und war dann ganz traurig, als es nach der zwölften Klasse nicht mehr ging. Ich freue mich riesig, in so viele mathebegeisterte junge Gesichter schauen zu dürfen. Ich habe die Aufgaben gesehen und ziehe den Hut vor allen, die sich in ihrer jeweiligen Altersklasse durchgesetzt haben.“
Weitere Grußworte sprachen die Landesbeauftragten der Olympiade, Stefan Schmack und Dr. Klaus Henning sowie Thomas Bressau von der Hamburger Schulbehörde. Gemeinsam überreichten sie den Gewinnerinnen und Gewinnern ihre Urkunden sowie kleine Geschenke. Für jede Klassenstufe konnte ein dritter, ein zweiter und ein erster Preis erreicht werden – letztere können sich von nun an Landessieger der 65. Mathe-Olympiade nennen. Auch Mehrfachplatzierungen waren möglich. Besonders kreative Lösungswege, etwa eine zeichnerische Darstellung eines mathematischen Problems, wurden zudem mit einem Einzelpreis bedacht. Auch Schulen, die besonders viele Prämierte hervorgebracht haben, wurden geehrt. Für die musikalische Begleitung sorgte der 13-jährige Gitarrist Pablo Miot, der klassische Gitarrenstücke von Napoléon Coste und Manuel Ponce präsentierte. Miot ist mehrfacher Bundessieger des Musikwettbewerbs „Jugend musiziert“, der wie die Mathe-Olympiade über mehrere Runden organisiert ist.
Endrunde in Shanghai
Die Bundesrunde der Mathe-Olympiade ist auch das Ziel der elf Landes-Sieger*innen, zu denen auch zwei Teilnehmende aus der 7. Klasse zählen, die bereits bei den Achtklässlern antreten dürfen. Für sie alle geht die Olympiade im Juni in der Bundesrunde weiter. Hier werden etwa 200 Kinder und Jugendliche aus allen Bundesländern an mathematischen Herausforderungen knobeln. Die sechs erfolgreichsten Teilnehmenden qualifizieren sich anschließend für die Nationalmannschaft – und vertreten Deutschland im Juli bei der Internationalen Mathematik-Olympiade in Shanghai.


