18.09.2026

Hochschulübergreifende Interdisziplinarität

Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal besucht das ligeti zentrum
Foto: Julia Gieseler
Prof. Thorsten Kern, Prof. Georg Hajdu, Senatorin Maryam Blumenthal, Prof. Jan Philipp Sprick, Dr. Selina Storm, Philine Sturzenbecher, Christine Preuschl (v.l.n.r.).

Wie lassen sich große Ideen an den Schnittstellen zwischen Künsten, Wissenschaft, Technologie und Gesundheit hochschulübergreifend entwickeln und umsetzen? Die Möglichkeiten dazu bestaunten im ligeti zentrum Maryam Blumenthal, Hamburgs Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, gemeinsam mit Philine Sturzenbecher, wissenschafts- und forschungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Hamburg sowie Dr. Selina Storm, Sprecherin für Wissenschaftspolitik und öffentliche Unternehmen der Grünen Bürgerschaftsfraktion bei einem Besuch. Gastgeber und Leiter des ligeti zentrums, Prof. Georg Hajdu, sowie Projektleiter und Vertreter der Hochschulen, Prof. Thorsten Kern von der Technischen Universität Hamburg, gaben den Gästen Einblick in die Entstehung und bisherige Entwicklung des Zentrums. Wie eine interdisziplinäre Zusammenarbeit im Idealfall aussieht, zeigte das ligeti-Team anschließend anhand der gegenwärtigen Struktur und stellte aktuelle Forschungsschwerpunkte sowie Pläne für die zukünftige Weiterentwicklung vor. Dazu führte es die Gäste durch die verschiedenen Labs und Räumlichkeiten.

Fördermöglichkeiten langfristig sichern

Die daraus entstehenden Projekte sind vielfältig – von Healing Soundscapes und dem dafür entwickelten „Healing Soundscaper“, einem zum Patent angemeldeten System zur Erzeugung und räumlichen Wiedergabe adaptiver Klangumgebungen im Gesundheitssektor, über neuartige Mensch-Maschine-Interaktionen bis zu hybriden Instrumenten, die in der Mixed Reality gespielt werden. Im Mittelpunkt des anschließenden Austauschs standen die Perspektiven des ligeti zentrums über das Ende der derzeitigen Förderperiode im Jahr 2027 hinaus. „Die langfristige Sicherung des Zentrums ist von zentraler Bedeutung, damit die hier aufgebaute, international vernetzte Expertise an der Schnittstelle von Musik, Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft erhalten und weiterentwickelt werden kann“, plädiert Prof. Georg Hajdu. Gemeinsam wurden daher mögliche Wege erörtert, wie kurzfristige Übergangslösungen und eine tragfähige langfristige Perspektive für das Zentrum geschaffen werden können.

György Ligeti und das Streben nach einem Hamburger Institut für Computermusik

Die Frage nach einer nachhaltigen institutionellen Verankerung knüpft zugleich an die Geschichte der Hochschule für Musik und Theater Hamburg an. Bereits György Ligeti setzte sich nach seiner Berufung an die HfMT im Jahr 1973 für die Einrichtung eines Studios für Computermusik ein. Trotz der Einbindung international renommierter Fachleute wie John Chowning und James „Andy“ Moorer konnten seine damaligen Pläne nicht verwirklicht werden. Der Blick auf diese Geschichte unterstreicht, wie wichtig verlässliche Strukturen sind, damit innovative, disziplinübergreifende Forschung langfristig Wirkung entfalten kann.

eine Frau trägt eine Virtual Reality Brille
Foto: Julia Gieseler
Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal testet eine Virtual-Reality-Brille.