Die Technische Universität Hamburg (TUHH) hat Dr. Juan I. Moran und Dr. Ariel L. Stocchi als Gastwissenschaftler begrüßt. Für insgesamt zwei Wochen, noch bis Ende August, sind die beiden Forscher von der argentinischen Universidad Nacional Mar del Plata (UNMdP) zu Gast am TU-Institut für Kunststoffe und Verbundwerkstoffe. Hier haben die Wissenschaftler nun Vorträge gehalten.
Dr. Ariel L. Stocchi hielt einen Vortrag über die Konstruktion, Fertigung und potenzielle Schwachstellen sogenannter Sandwichstrukturen, also mehrschichtiger Bauteile, die aus zwei faserverstärkten Außenlagen sowie einem leichteren Kern dazwischen bestehen. Neue Untersuchungen zeigen, dass versteckte Schäden im Kern die Stabilität reduzieren können und eine kostengünstige Überwachung hilft, diese frühzeitig zu erkennen, weshalb Design, Fertigung und Schadensanalyse zusammen betrachtet werden sollten.
Dr. Juan I. Moran – wie sein Kollege Stocchi am Instituto de Investigaciones en Ciencia y Tecnología de Materiales beschäftigt – sprach in seinem Vortrag über Entwurf und Herstellung innovativer Wasserstoffdruckbehälter. Diese lassen sich durch den Einsatz von Nanoverbundwerkstoffen und künstlicher Intelligenz besonders stabil, sicher und leicht machen.
Verschiedene Perspektiven, dieselben Themen
Der Austausch zwischen TUHH und der UNMdP begann vor einigen Jahren mit Fragestellungen zur Konstruktion unbemannter Flugkörper zu landwirtschaftlichen Zwecken, etwa beim möglichst zielgenauen und damit schonenderen Einsatz von Pestiziden. „Alles hat mit einer E-Mail angefangen, die mir Ariel und Juan geschickt hatten“, sagt Prof. Bodo Fiedler, Leiter des Instituts Kunststoffe und Verbundwerkstoffe an der TUHH. „Schnell zeigte sich, dass sich unsere beiden Institute mit denselben Fragen beschäftigen, aber jeweils aus einem anderen Blickwinkel. Genau das macht diesen Austausch so spannend und wertvoll. Mein herzlicher Dank an der TUHH geht an das UNU Hub „Engineering to Face Climate Change“ und das CampusLab Circular Economy, die diesen Besuch im Rahmen des Global South Funding Programms ermöglicht haben. Wir möchten die Zusammenarbeit mit der UNMdP vertiefen und hoffen, dies im Rahmen einer DAAD-Förderung tun zu können, deren Antrag wir gemeinsam eingereicht haben.“
Aktuell wird dieser DAAD-Antrag begutachtet, starten könnte das Programm Mitte 2027. Unter dem Titel „Advanced thin-ply composites for damage-tolerant lightweight structures” sollen Forschende der TUHH die UNMdP besuchen und umgekehrt. Der Austausch soll eine Basis für weitere Projekte schaffen, einschließlich der Ausarbeitung eines Memorandum of Agreement für gemeinsame Forschungsprojekte.
Die Universidad Nacional de Mar del Plata ist eine der großen staatlichen Universitäten Argentiniens und liegt in der Provinz Buenos Aires. Sie wurde 1975 gegründet und bietet ein breites Fächerspektrum in Bereichen wie Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Wirtschaft, Sozialwissenschaften, Medizin und Geisteswissenschaften. Die UNMdP zählt über 50.000 Studierende.