Unter dem Motto „Künstliche Intelligenz: Chancen für Hamburg“ kamen an der TU Hamburg 25 HamburgAmbassadors zusammen, um sich über die neuesten KI-Entwicklungen auszutauschen. Die TUHH bietet als „Ort wissenschaftlicher Exzellenz und globaler Kollegialität“ die ideale Plattform für diese Gespräche, betonte Gastgeber Prof. Maximilian Kiener, Leiter des Institute for Ethics in Technology der TUHH, bei seiner Begrüßung.
Die HamburgAmbassadors sind Hamburger, die ehrenamtlich die Metropolregion Hamburg in 29 Ländern auf der ganzen Welt vertreten. Sie pflegen internationale Netzwerke und beraten Unternehmen und Institutionen vor Ort. Seit 2005 vernetzt das von der Hamburger Senatskanzlei, der Handelskammer Hamburg und Hamburg Marketing initiierte Programm die Hansestadt global.
Co-Gastgeber Alois Krtil, Geschäftsführer des Artificial Intelligence Center Hamburg (ARIC) e.V., gab einen kurzen Überblick über die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz in den letzten Jahren und hob hervor: „Wir sprechen bei der KI-Entwicklung inzwischen von fundamentalen Paradigmenwechseln. KI ist kein kleines Feature und auch keine Mode, die irgendwann verschwinden wird.“ Seit der Generativen KI habe insbesondere die Mensch-Maschine-Interaktion einen disruptiven Wandel erlebt.
Vertrauen schaffen durch Responsible AI
Marina Tcharnetsky, Chief Business Development Officer sowie Ambassador am ARIC, moderierte die Veranstaltung und betonte in ihrem Vortrag, dass Vertrauen die entscheidende Währung in der KI-Entwicklung und Anwendung sei. Fehlentwicklungen wie vorurteilsbasierte KI-Systeme schadeten dem öffentlichen Vertrauen. Deshalb hat das ARIC die Responsible AI Alliance gegründet, der neben dem Institute for Ethics in Technology zahlreiche Hamburger Unternehmen und Institutionen angehören. Die Allianz setzt sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit KI ein und setzt dabei auf Prinzipien wie Transparenz, Fairness und Sicherheit.
Vor diesem Hintergrund ging Prof. Kiener näher auf die Verflechtung zwischen KI-Innovation und Ethik ein. „Wenn sich Technik und Ethik treffen, dann ist das kein Kompromiss für beide, sondern eine Symbiose, in der ganz neue Innovationsräume entstehen können.“ Ethik sei unvermeidbar – entscheidend sei, ob sie von Anfang an mitgedacht oder erst nachträglich sichtbar wird. „Ethik kann nicht ausgelagert werden. Fragen wie: Wie werden wir das Projekt angehen? Was setzen wir um? Für welche technischen Lösungen entscheiden wir uns? Das sind immer auch ethische Fragen. Das macht die Arbeit hier an unserer technischen Universität so spannend, weil wir sehen, dass die Beschäftigung mit Technik auch immer eine ethische Dimension hat. So können die Ingenieursdisziplinen und die Philosophie zusammen Dinge schaffen, die sie alleine nicht schaffen könnten.“
Ehemaliger TU-Student ist heute HamburgAmbassador
Nach einem Grußwort von TU-Präsident Prof. Andreas Timm-Giel kamen auch einige Ambassadors zu Wort, darunter Prashant Rao. Der gebürtige Hamburger studierte Elektrotechnik an der TU Hamburg und ist seit 2009 in Bengaluru, Indien in leitender Funktion in der Softwarebranche tätig. Er gab Einblick in die sich verändernde Tech-Branche in Indien. Die Disruption durch KI mache sich hier vor allem im Wandel von arbeitsintensivem Outsourcing zu skalierbaren KI-Anwendungen sichtbar. Zwar verfüge man über einen großen Talent-Pool auf dem Arbeitsmarkt, dennoch sei man auch hier größtenteils von den Modellen der amerikanischen Tech-Giganten abhängig.
Am Nachmittag verließen die HamburgAmbassadors die TU Hamburg Richtung Hamburg-Zentrum. Dort ging es unter der Leitung der AI.Group mit Fokus auf die wirtschaftlichen Chancen der KI-Entwicklung weiter. Themen waren dabei unter anderem KI als Erfolgsfaktor für die Hamburger Wirtschaft, Wissenschaftliches Storytelling sowie KI in Medizin und Luftfahrt. Den Abschluss des diesjährigen Ambassador-Treffens bildete ein abendlicher Senatsempfang im Internationalen Maritimen Museum in der Speicherstadt.


