Für den Einsatz in kompakten, kostengünstigen Treibbojen werden Sensoren benötigt, die trotz geringer Baugröße präzise und langzeitstabil messen. Besonders bei großflächigen Drifterkampagnen stellen die Sensorkosten häufig den größten Anteil der Projektaufwendungen dar.
Ein zentrales Ziel des AMuSeD-Projekts ist daher die Entwicklung kompakter und preiswerter Sensoren für grundlegende ozeanographische Messgrößen – insbesondere Temperatur und Leitfähigkeit als Basisparameter zur Bestimmung des Salzgehalts.
Induktive Leitfähigkeitssensoren ermöglichen eine driftarme und robuste Messung über lange Zeiträume. Ihr gekapseltes Design schützt zuverlässig vor Korrosion und Biofouling. Leitfähigkeitszellen bieten zwar eine günstigere Alternative, sind jedoch wartungsintensiver und weniger stabil bei Langzeiteinsätzen.
Die meisten handelsüblichen Sensoren sind zudem auf industrielle Anwendungen ausgelegt und verfügen über große, komplexe Aufnehmer – für mobile maritime Plattformen und IoT-Systeme oft ungeeignet. Hier besteht ein klarer Bedarf an kompakten, energieeffizienten Sensoren mit standardisierten Datenschnittstellen.
Neben der Leitfähigkeit ist auch die ortsnahe Temperaturmessung essenziell, um die Dichte des Wassers nach TEOS-10 korrekt zu bestimmen. Die Eigenentwicklung eines integrierten Temperatursensors bietet hierbei nicht nur technische Vorteile, sondern auch erhebliches Kostensenkungspotenzial.
Das iMEK entwickelt daher miniaturisierte, kombinierte Leitfähigkeits- und Temperatursensoren, die sich nahtlos in modulare Plattformen wie AMuSeD integrieren lassen und langfristig eine kosteneffiziente, präzise Erfassung ozeanographischer Grundgrößen ermöglichen sollen.