12.02.2026

Jugendliche lassen die Roboter tanzen

Bei der RoboCup Junior Qualifikation traten junge Talente mit raffinierten selbstgebauten Maschinen an
Foto: TU Hamburg/Bittcher
Letzte Handgriffe: Die Mitglieder des Teams „MMG1“ bereiten ihren Roboter vor

Sie heißen zum Beispiel „Floptropicans“, „Gefängnisausbruch“ oder „Die Sekte des Baguettes“. Noch kreativer als die Namen der Teams waren aber ihre Konstruktionen und Designs.

Bei der NORDMETALL RoboCup Junior Qualifikation auf dem Campus der TU Hamburg sind insgesamt 64 Schülerinnen und Schüler aus Norddeutschland mit selbst gebauten und programmierten Robotern angetreten. An zwei Tagen kämpften die Teilnehmer*innen im Alter zwischen 10 und 19 Jahren mit ihren Teams in verschiedenen Wettbewerben. Der Preis für die Besten: ein Startplatz bei der Deutschen Meisterschaft im RoboCup Junior im März in Köln. Dort ist eine Qualifikation möglich für die EM in Österreich und für die WM in Incheon, Südkorea.

Der RoboCup ist der führende und größte Wettbewerb für intelligente Roboter. Der Wettkampf gilt weltweit als bedeutendes Technologieevent in Forschung und Ausbildung. Die Besonderheit des RoboCups, auch beim Wettbewerb in Hamburg: Die Roboter dürfen nicht ferngesteuert werden. Außerdem ist es verboten, den Roboter vor einem Parcours Informationen über diesen zu geben. Die Maschinen müssen völlig autonom navigieren.

Keine Chance ohne Teamwork

Gehen die Pläne der jugendlichen Konstrukteur*innen auf? Sind ihre Maschinen auf alle Aufgaben vorbereitet? Beim Kampf der Roboter in Gebäude H waren Spannung und Überraschungen garantiert. Vor allem aber waren Neugier und Wissenschaftsbegeisterung der jungen Talente spürbar. So waren beim Wettkampf nicht nur die Familien der Teilnehmenden zu Gast. Auch andere Interessierte – der Eintritt war frei – und Medienvertreter wie ein Kamerateam von Sat.1 hatten den Weg an die TU Hamburg gefunden. Dr. Henning Haschke von der Initiative robotik@TUHH war begeistert, vor allem von der Zusammenarbeit innerhalb der teilnehmenden Teams. „Man sieht das hier häufig: Es gibt die Expertin fürs Programmieren, den Experten fürs Drumherum, das Organisatorische“, so Dr. Haschke. „Das ist letztlich so wie auch bei Projekten im Studium oder im Berufsleben: Das Team macht es, und alle müssen zusammenarbeiten“.

Ohne Teamwork ging nichts in den insgesamt vier Disziplinen. Eine davon war „Rescue Line“. Dabei mussten die Maschinen autonom einen Parcours durchqueren, Hindernisse wie Rampen und Wippen bezwingen und selbstständig kleine Objekte bergen. In der Disziplin „OnStage“ wiederum war neben technischem Know-how auch künstlerische Qualität gefragt: Die Teams führten zusammen mit ihren selbst konstruierten Robotern eine Performance auf einer Bühne auf – ein Tanz, ein Theaterstück oder ähnliches. Eine Expertenjury bewertete die Show.

Acht Teams fahren zur Deutschen Meisterschaft

Die Idee, an der TU Hamburg einen RoboCup Qualifikationsstandort für Norddeutschland aufzubauen, entstand 2016 aus dem Projekt robotik@TUHH von NORDMETALL und der TU Hamburg. Dieses Projekt engagiert sich bereits seit 2003 für die Förderung von Schülerinnen und Schülern im Bereich MINT, also den Themen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

In diesem Jahr konnten sich beim Wettkampf an der TUHH letztlich acht Teams die begehrten Startplätze für die Deutsche Meisterschaften in Köln sichern. Sie und alle anderen Teilnehmenden haben einmal mehr bewiesen: Handys sind längst nicht die einzige Technologie, für die sich Teenager interessieren.

Alle weiteren Informationen zum Wettkampf finden Sie hier:

https://robotik.tuhh.de/robocup-junior