Helden des Alltags – so lautete das Motto im Lern- und Kommunikationszentrum der Technischen Universität Hamburg (TUHH) beim Abschluss der ECIU-Challenge „Everyday Heroes“. Die Challenge ist Teil einer internationalen Initiative der ECIU (European Consortium of Innovative Universities) – eines Netzwerks von zwölf europäischen Universitäten. Die ECIU initiiert und fördert zukunftsweisende Bildungsmodelle, die Innovation und gesellschaftliches Engagement auf europäischer Ebene vereinen.
Das seit Oktober 2025 laufende Projekt wurde von Studierenden der TUHH sowie der finnischen Universität Tampere gemeinsam mit der Schule Elfenwiese in Hamburg durchgeführt. Die Elfenwiese ist eine Förderschule, die Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf begleitet. Ziel war es, die alltäglichen Herausforderungen der Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen motorischen und kognitiven Fähigkeiten besser zu verstehen. Anschließend entwickelten die Studierenden der TUHH gemeinsam mit den Schüler*innen darauf abgestimmte Lösungen, die den Schulalltag erleichtern sollen.
Welche Ideen umgesetzt werden
In ihrer Präsentation gaben die Studierenden Einblick in die Zusammenarbeit mit der Elfenwiese. Durch viele Besuche an der Schule lernten die Studierenden die unterschiedlichen Herausforderungen der Schüler*innen kennen. Diese Begegnungen und Erfahrungen seien entscheidend gewesen, bemerkte Student Ahmed Khamis: „Zuerst basierten unsere Ideen auf Annahmen, nicht auf eigener Erfahrung.“
Nach vielen Gesprächen und Beobachtungen stellten die Studierenden ihre Ideen den Schüler*innen vor. Ein Projekt widmet sich der farbenfrohen Umgestaltung des Schulhofes. Die Studierenden hatten hierfür interaktive, aufgemalte Spielfelder sowie dazugehörige Spielfiguren entwickelt. Die Umsetzung der Flächen ist für Frühjahr geplant.
Eine andere Gruppe hatte eine Reinigungsmaschine für ein Kirschkern-Bad konstruiert. Das Bad dient der sensorischen Stimulierung im Rahmen physiotherapeutischer Behandlungen. Durch die häufige Verwendung vermischen sich oft Styropor und andere Partikel mit den Kirschkernen. Ein Problem, das die selbstgebaute Reinigungsmaschine löst, indem es Kirschkerne und Partikel durch eine schleuderbare Trommel voneinander trennt. Die 3D-gedruckte Maschine konnte noch vor Ort erfolgreich einem Praxistest unterzogen werden. Ebenfalls erprobt wurde das Jump ‚n‘ Run-Computerspiel „Doodle Jump“. Die Studierenden hatten hierfür ein System entwickelt, mit dessen Hilfe das Spiel via Webcam ausschließlich über Augen- oder Kopfbewegungen gesteuert werden kann. Die Anspielstation lockte umgehend interessierte Schüler*innen an.
Projekt stärkt Selbständigkeit der Schülerschaft
TU-Präsident Prof. Andreas Timm-Giel zeigte sich auf einer ganz persönlichen Ebene begeistert von der Challenge: „Durch Erfahrungen in der eigenen Familie habe ich erlebt, welche Herausforderungen, aber auch welche Chancen Inklusion im Schulalltag mit sich bringt. Entscheidend dafür ist die großartige Arbeit von Lehrkräften, Unterstützungskräften und Sonderpädagog*nnen, die Potenziale wecken und Schülerinnen und Schüler stärken. Dafür gilt dem Team der Schule Elfenwiese ein besonderer Dank.“
Auch für Peter Holtz, Leiter der Schule Elfenwiese, war die Challenge ein voller Erfolg: „Alle unsere Angebote an der Elfenwiese dienen der Selbstständigkeitsentwicklung und der Teilhabe. Und ich finde, da schließt sich auch ein Kreis zu dieser Challenge. Denn sie schließt genau da an: Selbstwirksamkeit und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Dafür möchte ich im Namen der gesamten Schulgemeinschaft der Schule Elfenwiese danke sagen an alle, die aktiv zu diesem Projekt beigetragen haben.“

