Küstenhochwasserschutzkonzept Schlei (KÜHKS)

Analyse des Hochwasserschutzes entlang der Schlei vor dem Hintergrund des Klimawandels

Hintergrund

Im Oktober 2023 kam es nördlich von Kiel zu einer der stärksten Hochwasserereignisse an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins. Auch entlang der Schlei wurden Wasserstände von bis zu +2,31 m NHN (Pegel Schleswig) gemessen. Höhere Wasserstände wurden in diesem Bereich der Ostsee bisher nur in den Jahren 1872 und 1904 verzeichnet.

Abbildung 1: Hochwasserereignisse in der Region seit 1872 am Beispiel des Pegel Flensburg (ab 1920: jährliche Reihe – vor 1920: einzelne Extremereignisse) – Datengrundlage: WSV und eigene Recherchen

Aufgrund dieser hohen Wasserstände kam es entlang der Schlei im Oktober 2023 an mehreren Stellen zu Überflutungen und Deichbrüchen. Daraus resultierten erhebliche Schäden in der Region. Vor diesem Hintergrund gewinnt der Hochwasserschutz entlang der Schlei sowie an der Ostseeküste zunehmen an Bedeutung.

Das 63.000 ha – große Einzugsgebiet der Schlei (Abbildung 2) ist durch vorherrschend fruchtbare Böden und einer landwirtschaftlichen Nutzung geprägt und umfasst die Landschaftsteile Angeln, Schwansen sowie den östlichen Bereich der Schleswig-Holsteinischen Geest. Ereignisse, wie die Sturmflut im Oktober 2023 verdeutlichen die Notwendigkeit eines an den Klimawandel angepassten Hochwasserschutzkonzeptes für die gesamte Schlei-Region.

Abbildung 2: Einzugsgebiet der Schlei (Landesportal Schleswig-Holstein, 2026)
Abbildung 2: Einzugsgebiet der Schlei (Landesportal Schleswig-Holstein, 2026)

Ziele

Das Projekt KÜHKS verfolgt unter Berücksichtigung des Klimawandels das Ziel, die denkbaren Optionen für den Hochwasserschutz der Zukunft entlang der Schlei dem Grunde nach zu identifizieren, zu analysieren und aus wasserbaulicher sowie wasserwirtschaftlicher Sicht vergleichend zu bewerten. Daneben werden ausgewählte ökologische (geschützte Gebiete) und ökonomische Gesichtspunkte (Kosten für Bau und Unterhaltung) ebenfalls untersucht.

In Form einer Machbarkeitsstudie werden daraus langfristige und nachhaltige Handlungsoptionen für die Zukunft abgeleitet. Basierend auf bereits vorhandenen Forschungsergebnissen hat die Studie das Ziel weitergehende Erkenntnisse im Hinblick auf Hochwasser und Hochwasserschutz in der Schlei-Region zu gewinnen. Aus diesen Erkenntnissen werden konkrete Handlungsempfehlungen für den zukünftigen Hochwasserschutz entlang der Schlei ausgearbeitet. Auch die Interessen der unmittelbar Betroffenen auf kommunaler Ebene sollen mitberücksichtigt werden.

Aus dem Klimawandel resultieren für die Ostseeküste und somit auch für die Schlei vielfältige Konsequenzen. Die Untersuchungen im Umfang des Projekts liefern deshalb eine Grundlage zur Analyse und Bewertung von möglichst konkreten Anpassungsoptionen zur Reduktion der Folgen des Klimawandels für den Hochwasserschutz. Im Wesentlichen werden drei verschiedene Klimaszenarien für den Meeresspiegelanstieg betrachtet:

  • „Kurzfristiges Szenario“ (bis 2050) mit einem Meeresspiegelanstieg von +0,25 m,
  • „Langfristiges Szenario“ (bis 2100) mit einem Meeresspiegelanstieg von +0,75 m,
  • „Extremszenario“ mit einem Meeresspiegelanstieg von +2,00 m.

Projektablauf

Die Bearbeitung der Hochwasserschutzstudie gliedert sich in 6 Arbeitspakete. Jedes Arbeitspaket umfasst dabei klar definierte Ziele:

  • AP1: Hintergrund und Bestandsaufnahme – Baseline Definition
  • AP2: Anpassungsstrategien und -maßnahmen und Maßnahmenpakete
  • AP3: Wasserbau und Wasserwirtschaft
  • AP4: Ökologische Aspekte
  • AP5: Ermittlung der Kosten für Bau und Unterhaltung der Varianten
  • AP6: Konzeptvergleich, grundsätzliche Machbarkeit

Projektbeteiligte

Projektlaufzeit

  • Laufzeit: 01.04.2025 – 30.04.2027
  • Gesamtdauer: 2 Jahre