28.10.2026

TU Hamburg stärkt wissenschaftliche Partnerschaften in Japan

Delegationsreise eröffnet neue Perspektiven für gemeinsame Forschung und Studierendenaustausch – BlueMat und SMART Reactors bieten Anknüpfungspunkte für Kooperationen
Foto: Kobe University
Laborführung an der Kobe University

Die Technische Universität Hamburg (TUHH) baut ihre Zusammenarbeit mit japanischen Partneruniversitäten aus. Vom 20. bis 23. Oktober 2026 besuchte eine Delegation unter Leitung von TUHH-Präsident Prof. Andreas Timm-Giel die Keio University in Yokohama, die Kobe University und die University of Yamanashi in Kofu. Im Mittelpunkt standen gemeinsame Forschungsprojekte, die Erweiterung bestehender Partnerschaften und neue Möglichkeiten für den wissenschaftlichen und studentischen Austausch. Den Abschluss bildete ein Besuch der United Nations University in Tokio. Der Delegation gehörten neben dem Präsidenten Prof. Moritz Göldner (Data-Driven Innovation), Prof. Timo Heinrich (Digital Economics), Prof. Maximilian Kiener (Ethics in Technology), Prof. Qiang Li (Integrated Circuits) sowie der Sprecher des DFG-Sonderforschungsbereichs 1615 „SMART Reactors“, Prof. Michael Schlüter an. Begleitet wurde die Reise von Dr. Wang Yi und Berit Illmann aus der Abteilung International Affairs.

Bewährte Partnerschaft mit der Keio University erweitern

Mit der Keio University verbindet die TUHH seit 2018 eine Partnerschaft auf Grundlage eines Memorandum of Understanding. Daraus hat sich ein intensiver Austausch von Studierenden des Chemie- und Bioingenieurwesens entwickelt. Bei den Gesprächen in Yokohama und der Vorstellung des Sonderforschungsbereichs „SMART Reactors“ wurden weitere gemeinsame Forschungsinteressen identifiziert. Die Zusammenarbeit und der Austausch sollen künftig auf zusätzliche Fachgebiete ausgeweitet werden.

Membrantechnologien als Brücke zwischen Hamburg und Kobe

Auch mit der Kobe University besteht seit 2018 eine Kooperationsvereinbarung, die einen regen wissenschaftlichen Austausch ermöglicht. Beim Besuch des international führenden Forschungszentrums für Membrantechnologien erhielt die Delegation Einblicke in aktuelle Entwicklungen. Diese bieten Anknüpfungspunkte sowohl für den Exzellenzcluster „BlueMat – Water-Driven Materials“ als auch für den Sonderforschungsbereich „SMART Reactors“. In anschließenden Workshops diskutierten die japanischen und deutschen Forschenden konkrete Projektideen und vereinbarten, ihre Zusammenarbeit zu intensivieren. Alle Teilnehmenden identifizierten in ihren Fachgebieten vielversprechende Anknüpfungspunkte für eine Zusammenarbeit. Als nächste Schritte sind ein Gegenbesuch der Kobe University in Hamburg und ein gemeinsames wissenschaftliches Kolloquium im Jahr 2027 vorgesehen.

Wasserstoff und künstliche Photosynthese in Yamanashi

Die Reise führte die Delegation schließlich an die University of Yamanashi in Kofu, die mit staatlicher Förderung derzeit zu einem weltweit führenden Forschungsstandort für grünen Wasserstoff ausgebaut wird. Bei Führungen durch modernste Laboratorien erhielt die Delegation Einblicke in aktuelle Entwicklungen und diskutierte Möglichkeiten einer künftigen Zusammenarbeit. Besonders interessant sind photokatalytische Verfahren, die nach dem Vorbild der natürlichen Photosynthese Kohlendioxid in chemische Grundstoffe umwandeln sollen. Ihre Verbindung mit innovativen Materialien aus dem Exzellenzcluster BlueMat eröffnet vielversprechende Perspektiven für nachhaltige Produktionsprozesse – ganz im Sinne des TUHH-Leitmotivs „Engineering to Face Climate Change“.

Austausch mit der United Nations University

Zum Abschluss der Reise wurde die Delegation an der United Nations University in Tokio von deren Rektor Prof. Tshilidzi Marwala empfangen. Der Besuch ergänzte die Gespräche mit den japanischen Partneruniversitäten um eine internationale Perspektive auf die Rolle von Wissenschaft und Hochschulen für eine nachhaltige Entwicklung.

Die Delegationsreise hat bestehende Partnerschaften gestärkt und konkrete Impulse für neue Kooperationen gesetzt. Gemeinsame Forschungsprojekte, gegenseitige Besuche und erweiterte Austauschmöglichkeiten sollen die wissenschaftlichen Verbindungen zwischen Hamburg und Japan in den kommenden Jahren weiter vertiefen.