17.07.2026

Erfolgreiche Promotion am Institut für Lufttransportsysteme zur Marktanalyse von Advanced Air Mobility (AAM)

Dr. Jan Pertz promoviert zur Analyse des Marktpotenzials von Advanced Air Mobility (AAM) in der Metropolregion Hamburg (von links: Doktorvater Prof. Dr. Volker Gollnick, Dr. Jan Pertz, Vorsitzende der Prüfungskommission Prof. Dr. Heike Flämig, Zweitprüfer Prof. Dr. Carsten Gertz)

Die fast 20 jährige enge Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Lufttransportsysteme der TU Hamburg und dem Institut für Luftverkehr des DLR hat zu einer weiteren erfolgreichen Promotion geführt.

Advanced Air Mobility (AAM) gilt als vielversprechender Ansatz für zukünftige Mobilitätsangebote in Städten und Regionen. Elektrisch angetriebene Luftfahrzeuge könnten künftig neue Verbindungen schaffen und damit bestehende Verkehrssysteme ergänzen. Für die Einführung solcher Konzepte sind jedoch belastbare Erkenntnisse über potenzielle Märkte und das Verhalten zukünftiger Passagiere erforderlich.

In seiner Dissertation mit dem Titel „Analyse integrierter Luftfahrtsysteme in urbanen und regionalen Räumen“ analysierte Dr. Jan Pertz das Marktpotenzial eines AAM-Systems in der Metropolregion Hamburg. Hierfür entwickelte er ein vierstufiges Transportmodell, das Pendlerverkehre, Geschäftsreisen und Zubringerverkehre zum Hamburger Flughafen berücksichtigt. Mithilfe eines Gravity-Modells und eines diskreten Wahlmodells wurden die potenzielle Nachfrage sowie die Verkehrsmittelwahl unterschiedlicher Nutzergruppen untersucht.

Nachfragepotenzial und betriebliche Herausforderungen

Die Ergebnisse zeigen eine potenzielle tägliche Nachfrage von maximal rund 9.400 Passagieren unter Idealbedingungen. Trotz dieser Marktgröße ist keine signifikante Verlagerung des Straßenverkehrs in den Luftraum zu erwarten. Den größten Anteil an der Nachfrage machen Pendlerverkehre aus, deren Nutzung jedoch besonders sensibel auf Veränderungen der Ticketpreise reagiert.

Darüber hinaus verdeutlicht die Arbeit die Bedeutung der Vertiport-Standorte für den Erfolg zukünftiger AAM-Angebote, denn auf einzelnen Relationen können Vor- und Nachlaufwege bis zu 50 Prozent der gesamten Reisezeit ausmachen. Zudem sind Vertiport-Standorte besonders dort erfolgversprechend, wo durch sie neue Verbindungen ermöglicht werden, die bisher schlecht durch andere öffentliche Verkehrsmittel abgedeckt sind.

Wir gratulieren Dr. Jan Pertz herzlich zur erfolgreichen Verteidigung seiner Dissertation. Seine Forschung liefert wichtige Erkenntnisse für die Planung, Auslegung und wirtschaftliche Bewertung zukünftiger Luftmobilitätskonzepte.