22.05.2026

Der Campus als Experimentierfeld

Sechs Pilotstudiengänge erfinden sich neu: Das Projekt ENGINEXT der TU Hamburg ist gestartet
Foto: ZLL/Constanze Schneider
Mit dem Projekt ENGINEXT wird der ganze Campus der TU Hamburg zum Labor

Nie waren die Herausforderungen in der Ausbildung junger Ingenieurinnen und Ingenieure größer. Technologien entwickeln sich rasant, die Welt wird immer komplexer und die Voraussetzungen, mit denen Studierende in ihr Studium gehen, sind extrem unterschiedlich. All diesen Veränderungen stellt sich die TU Hamburg nun im Rahmen des Projektes ENGINEXT.

Sechs Studiengänge starten damit, ihre Lehre neu zu denken. Dabei geht es unter anderem um die Einführung von Kompaktmodulen, welche die Präsenz- und Lernzeit in Blöcken komprimiert. Diese Umstrukturierung bricht bestehende Prüfungsphasen auf und schafft zeitliche Freiräume, die vor allem praxisorientierten Lerneinheiten zugutekommen sollen. Der Campus selbst soll dabei für die Studierenden zum Experimentierfeld werden, zum Beispiel durch die Installation von Sensoren auf Universitätsdächern zur Erhebung von Umweltdaten.

In der ersten Innovationsphase sind je drei Bachelor- und Masterstudiengänge beteiligt: Chemie- und Bio-Ingenieurwesen, Green Technology (FIT) und Wirtschaftsingenieurwesen sowie Informatik-Ingenieurwesen, Mechanical Engineering and Management und Maschinenbau.

Mit sieben Millionen Euro gefördert

All diese Studiengänge stellen sich den inhaltlichen, technischen, organisatorischen und rechtlichen Herausforderungen einer solchen Neustrukturierung für eine zukunftsfähige Lehre. Die Projektplanung übernimmt das hochschuleigene Zentrum für Lehre und Lernen (ZLL). Das ZLL bringt seine didaktische Expertise und seine Erfahrungen in der Etablierung interdisziplinärer Projektarbeit ein, ebenso wie das breite Portfolio unterschiedlicher digitaler und analoger Prüfungsformate.

Der TU-Vizepräsident für Lehre Prof. Dr. Thorsten Kern: „Die TU Hamburg hat sich zum Ziel gesetzt, den Campus im Rahmen des Projekts ENGINEXT als Experimentierfeld für reale technische und gesellschaftliche Herausforderungen neu zu entdecken und ist bereit, dafür auch bestehende Strukturen aufzubrechen. Es begeistert mich, mit wie viel Engagement die Professorenschaft, die Wissenschaftlichen Mitarbeitenden und das Verwaltungspersonal diese komplexe Lehrinnovation angehen. Es gibt viel zu tun, aber wir wissen auch wofür und vor allem für wen wir das tun: Für unsere künftigen Studierenden der TU Hamburg.“

Die Stiftung Innovation in der Hochschullehre fördert ENGINEXT in der ersten Förderphase bis 2029 mit einem Volumen von sieben Millionen Euro.

Weitere Informationen zum Projekt ENGINEXT finden Sie unter: www.tuhh.de/enginext