
Stephan Bergmann
Frugale Innovationen
Eine Untersuchung der Kundenakzeptanz in Deutschland am Beispiel von Haushaltsgeräten
Frugale Innovationen zeichnen sich durch eine signifikante Kostenreduktion, eine Konzentration auf zentrale Funktionalitäten sowie ein optimiertes Leistungsniveau aus (Weyrauch & Her-statt, 2016). Aufgrund der bisher nur begrenzt vorliegenden empirischen Belege zur Diffusion frugaler Innovationen, ergibt sich eine Forschungslücke im Hinblick auf die Kundenakzeptanz frugaler Innovationen in Industrieländern (Pisoni et al., 2017). Diese Arbeit zielt auf die Beantwortung der Fragen: „Wie beeinflusst die Produkteigenschaft Frugalität (frugale vs. konventionelle Innovation) die Produktakzeptanz der Kunden?“ und „Wie beeinflusst die Produkteigenschaft öko-logische Nachhaltigkeit bei frugalen Produkten (frugale, ökologisch nachhaltige vs. frugale Innovation) die Produktakzeptanz der Kunden?“. Zudem wird untersucht, welche Charakteristika Kundinnen und Kunden frugaler Innovationen aufweisen. Der Untersuchungsfokus liegt auf der Haushaltsgeräteindustrie in Deutschland. Die Ergebnisse der quantitativen Analyse zeigen, dass frugale Innovationen, in Verbindung mit ökologischer Nachhaltigkeit, eine signifikant höhere Akzeptanz erzielen. Zu diesem Zweck werden Gruppenvergleiche, eine multiple lineare Regression sowie eine Conjoint-Analyse durchgeführt. Die qualitative Interviewstudie ergänzt und vertieft die quantitativen Befunde, wodurch eine Typologie der Kundschaft frugaler Innovationen entwickelt werden kann. Die Ergebnisse dieser Arbeit verdeutlichen das Potenzial frugaler Innovationsstrategien aus Kundensicht in Industrienationen und bieten durch die Kundentypologie eine gezielte Orientierungshilfe für Unternehmen. Abschließend wird aufgezeigt, dass Unternehmen, die Frugalität mit Prinzipien der Kreislaufwirtschaft verbinden, eine breite Kundenakzeptanz erzielen.