Entwicklung eines Modells zur Optimierung der Lebenszykluskosten für modulare Produkte entlang der gesamten Supply Chain (KosMo2)

Forschungsziel:

Das Forschungsvorhaben hat das Ziel, die monetären Effekte, die durch Modularisierung hervorgerufen werden, anhand eines erweiterten Lebenszyklus modularer Produktarchitekturen zu untersuchen und die Wirkungen entlang der gesamten Supply Chain abzuleiten. Dadurch kann eine wesentliche Erweiterung des Vorgängerprojektes „Kostenwirkung der Modularisierung“ erzielt werden, die als Fragestellung von den Unternehmen des PA aufgeworfen wurde.

 Kostenwirkung der Modularisierung 2.0

Unternehmen stehen im heutigen Wettbewerb zahlreichen Anforderungen gegenüber. Die Kunden werden hinsichtlich der Leistung und Individualität ihrer nachgefragten Produkte immer anspruchsvoller, wodurch nicht zuletzt die Zahl der Neuproduktanläufe ansteigt. Gleichzeitig führt das intensivere Zusammenspiel zwischen mechanischen und elektronischen Produktkomponenten dazu, dass sich verschiedene Technologie- und Innovationszyklen unterschiedlicher Länge mit dem Lebenszyklus eines Produktes überlagern. Modularisierung ermöglicht das Zusammenfassen derjenigen Funktionen, die dem gleichen Technologie- bzw. Innovationszyklus unterliegen, in einem Modul. Dadurch wird der Austausch von Modulen mit unterschiedlichen Lebenszyklen vereinfacht, da nicht mehr das gesamte Produkt ersetzt werden muss, wenn lediglich einzelne Komponenten an den fortgeschrittenen Stand der Technik angepasst werden müssen [1].

Darüber hinaus betrachten Unternehmen für die Ausdehnung ihres traditionellen Geschäftes häufig die vor- und nachgelagerten Bereiche der Wertschöpfung. So rückt damit die Betrachtung des gesamten Produktlebenszyklus in den Vordergrund. Damit geht auch die Frage nach einer Optimierung der Lebenszykluskosten eines Produktes einher [2-4].

Darüber hinaus wird Modularisierung durch die ansteigende unternehmensübergreifende Zusammenarbeit zwischen Unternehmen beeinflusst. So haben sich an vielen Stellen Wertschöpfungsnetzwerke bzw. Supply Chains etabliert. Für die Ausgestaltung der Schnittstellen zwischen Lieferant, Produzent und Kunde ist die Gestaltung der Produktarchitektur ein Stellhebel mit erheblichem Einfluss auf die Kosten im Produktlebenszyklus. Auf der Beschaffungsseite lässt sich z.B. das Modular Sourcing etablieren [5]. An der Schnittstelle zum After-Sales Bereich lässt sich z.B. das Ersatzteilmanagement leichter abbilden. Aus Kundensicht werden die Wechselkos-ten zwischen verschiedenen Anbietern verringert [6].

 [1] Müller, M. (2001). Risikomanagement durch Modularisierung und Produktplattformen. In: Gassmann, O., Kobe, C., & Voit, E. (Hrsg.): High-Risk-Projekte – Quantensprünge in der Entwicklung erfolgreich managen, Springer Verlag, Berlin et al., S. 45-68.

[2] Rogers, G.G., & Bottaci, L. (1997). Modular production systems: a new manufacturing paradigm, in: Journal of Intelligent Manufacturing, 8. Jg. (1997), H. 2, S. 147-156.

[3] Schuh, G. (2005). Produktkomplexität managen: Strategien – Methoden – Tools. Hanser, München.

[4] Schuh, G., Arnoscht, J., & Vogels, T. (2013). Controlling der Varianzsensitivität in Bau-kastensystemen. In: Controlling 25, 2013, H. 2, S. 82-89.

[5] Eicke, H.v., & Femerling C. (1991). Modular Sourcing: Ein Konzept zur Neugestaltung der Beschaffungslogistik. Eine empirische Analyse in der Automobil- und Automobilzu-lieferindustrie. Huss, München.

[6] Schilling, M. (2000). Toward a General Modular Systems Theory and Its Application to Interfirm Product Modularity. In: The Academy of Management Review Vol. 25 (2), S. 312-334.

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Martin Brylowski
Martin Brylowski
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