K-Papiertüten

(Teil-)Projektleitung/Mitarbeit: Dipl.-Ing. Thomas Voß

Auftraggeber/Fördergeber: Stadtreinigung Hamburg
Projektpartner: Joma Umweltberatungs GmbH
Projektumfang: 5 Wissenschaftlermonate
Laufzeit: 05/2012 - 10/2012

Die Stadtreinigung Hamburg (SRH) beabsichtigt, die alternative Sammlung von Laub und anderen biogenen Abfällen, wie z. B. Bioabfällen, in mit abbaubarem Kunststoff beschichteten Papiersäcken (K-Papiersäcke) zu untersuchen. Hierzu sollen am Standort des Biogas- und Kompostwerkes Bützberg entsprechende Versuche von der Firma JOMA Umwelt-Beratungs GmbH in Zusammenarbeit mit der TUHH durchgeführt werden. Die Untersuchungen werden parallel mit Laboruntersuchungen begleitet und die Eignung der K-Papiertüten bewertet.
Hintergrund dieser Untersuchungen ist, dass bei der Biomüllsammlung in Ballungsräumen und städtischen Wohngebieten neben der bestehenden Infrastruktur und dem limitierten Platzangebot, eine Vielzahl von weiteren Faktoren zu beachten sind. So stellen zum Beispiel die Interessen von Verbraucherinnen und Verbrauchern, der logistischen Rahmen, die heterogene Beschaffenheit von Biomüll und die anschließende Verwertungskette wesentliche Einflussfaktoren bei der Erstellung von Sammlungskonzepten dar.
Die dezentrale Erfassung von Biomüll mit Hilfe von biologisch abbaubaren Sammelbeuteln stellt eine Option für Wohngebiete ohne Kapazitäten für Lager- und Sammelbehälter dar. Zusätzlich kann die Verwendung von Sammelbeuteln auch bei bestehender Verwendung von Biotonnen positive Effekte, wie eine Erhöhung der Sammelmengen haben. Mögliche negative Effekte sind mangelnde Benutzerfreundlichkeit durch zum Beispiel ungenügende Materialeigenschaften.
Die für die Sammelbeutel verwendeten Materialen müssen eine ausreichende Verschlussfestigkeit während der Verwendung beim Verbraucher gewährleisten und dürfen gleichzeitig keine negativen Einflüsse auf nachgeschaltete stoffliche und energetische Verwertungsverfahren haben. Eine verfrühte Zersetzung der Sammelbeutel hätte einen direkten und negativen Einfluss auf Hygiene und Handhabung der Sammelbeutel. Materialveränderungen durch Wettereinflüsse und veränderliche Feuchtegehalte des Biomülls wirken sich signifikant auf das Abholmanagement aus und können zusätzliche Beeinträchtigungen der energetischen und stofflichen Nutzung bewirken.
Während der Fermentation und Kompostierung des Biomülls ist die Zersetzung der Sammelbeutel ein wichtiger Faktor. Findet der Abbau der Sammelbeutel in diesem Teil der Verwertungskette nicht oder in ungenügendem Maße statt, werden Stoffaustausch und somit der Nutzungsgrad des Biomülls verringert.