GreenPower2Jet – Power-to-Liquid (PtL) Demonstrationsvorhaben Norddeutschland

Obwohl Power-to-Liquid (PtL)-Verfahren sowohl politisch gewollt sind als auch aus technologischer Sicht sinnvoll erscheinen, existiert in Deutschland noch keine Demonstrationsanlage für strombasierte Kraftstoffe bzw. Chemikalien, mit der gezeigt werden kann, dass diese Technologie technisch umsetzbar, ökonomisch darstellbar und ökologisch vielversprechend ist – und voll kompatibel in das heutige System integriert werden kann. Bislang wurden einzelne dafür benötigte Technologie-Bausteine (z. B. Elektrolyseure, CO2-Abtrennung aus der Luft, Fischer-Tropsch-Synthese) weitgehend unabhängig voneinander demonstriert und optimiert. Ihre Kombination zu einer PtL-Gesamtanlage wurde bisher allenfalls in (sehr) kleinem Maßstab und sehr forschungs-orientiert realisiert. Daher ist es das Ziel dieses Projektes, eine industrielle voll-funktionsfähige PtL-Demonstrationsanlage zur Produktion von synthetischen in Norddeutschland zu errichten und das dort produzierte Rohprodukt idealerweise in einer bestehenden Raffinerie zu normenkonformen Kraftstoffen aufzubereiten. Anschließend kann der produzierte Kraftstoff z. B. am Hamburger Flughafen genutzt sowie für die Erstbetankung neuer Airbus-Flugzeuge in Finkenwerder eingesetzt werden, um dadurch die gesamte Wertschöpfungskette in einem technisch relevanten Maßstab darzustellen. Zusätzlich sollen die weiteren Produkte, etwa Naphta und synthetischer Diesel als Rohstoff für die chemische Industrie bzw. als Energieträger im schweren Straßengüterverkehr durch eine Spedition sowie im hafennahen Schiffsverkehr eingesetzt werden, um eine vollständige Sektorenkopplung zu demonstrieren.

Durch dieses Demonstrationsvorhaben kann erstmals eine signifikante Menge an PtL-Produkten in Deutschland erzeugt und genutzt werden; aus derzeitiger Sicht wird eine Produktion synthetischer Produkte von rund 10.000 t/a angestrebt. Um nachzuweisen, inwieweit die angestrebten Ziele auch erreicht werden und welche Herausforderungen für eine spätere Markteinführung noch zu lösen sind, soll das Vorhaben wissenschaftlich begleitet werden; dadurch können technische, ökonomische, ökologische und administrative/regulatorische Hindernisse und Herausforderungen bei der Implementierung von PtL-Produkten im Mobilitätssektor (d. h. nicht nur der Luftfahrt) sowie der chemischen Industrie ermittelt und adressiert werden. Daraus resultierend soll dann eine Roadmap mit Handlungsempfehlungen sowohl für die Politik als auch die Wirtschaft für eine notwendige Skalierung und breite Marktimplementierung von PtL-Produkten erarbeitet werden.

Kernpartner (alphabetisch): Airbus Operations GmbH, BP Europa SE, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR), Dow Deutschland Anlagengesellschaft mbH, Technische Universität Hamburg, Wilhelm Hoyer GmbH & Co. KG

Assozierte Partner (alphabetisch): easyjet, Flotte Hamburg GmbH & Co. KG, GDH Transport und Containerlogistik GmbH, Flughafen Hamburg GmbH