Beschleunigte aerobe in situ Stabilisierung der Altdeponie Kuhstedt

Auftraggeber/Fördergeber: BMBF, Landkreis Rotenburg (Wümme)
Projektpartner: Ingenieurbüro für Abfallwirtschaft - Prof. R. Stegmann und Partner (IFAS)
Projektumfang: 91 Wissenschaftlermonate
Laufzeit: 07/1999 - 01/2004 (Phase I); 01/2005 - 12/2007 (Phase II)

Deponien stellen ein Langzeitproblem dar. Auch nach deren Abschluss muss noch über Jahrzehnte mit beträchtlichen Sickerwasser- und Gasemissionen sowie Setzungen gerechnet werden.
Die Altdeponie Kuhstedt im Niedersächsischen Landkreis Rotenburg (Wümme) wurde mittels des Niederdruckbelüftungsverfahrens AEROflott® über einen Zeitraum von 6 Jahren biologisch stabilisiert. Infolge der in-situ Belüftung wurden mehr als 90% des biologisch verfügbaren organischen Kohlenstoffs kontrolliert umgesetzt und als klimaneutrales CO2 (biogener Ursprung) an die Umgebung abgegeben. Im Vergleich zu anaeroben Deponien bedeutet dieses eine Beschleunigung um das 5 bis 7-fache. Aktuelle und zukünftige Methanemissionen konnten durch die Maßnahme nahezu vollständig vermieden werden. Eine langfristige Aerobisierung des Deponiekörpers wird durch die Installation windgetriebener Be- und Entlüftungseinrichtungen sichergestellt. Die biologische in-situ Stabilisierung führt zu signifikanten Reduktionen bei der Dauer und dem Umfang der Nachsorge, unter anderem auch durch die einhergehende Verbesserung der Sickerwasserqualität.

Treibhausgasemissionen aus anaeroben und belüfteten Deponien 

Auf den derart beschleunigt stabilisierten, emissions- und setzungsarmen Deponiekörper wurde eine qualitativ hochwertige, standortangepasste, langfristig funktionstüchtige und kostengünstige Oberflächenabdichtung aufgebracht. Die Erkenntnisse des Projektes fließen in die Planung und Umsetzung auf vielen anderen Standorten ein. Darüber hinaus wurde das Verfahren in den Entwurf zur integrierten Deponieverordnung aufgenommen. Eine Übertragbarkeit ist unter Berücksichtigung der jeweiligen Standortbedingungen gegeben. Die entwickelte Maßnahmenkette zur Reduzierung der Nachsorgekosten ist u.a. im Rahmen des Flächenrecyclings und für eine höherwertige, frühzeitige Folgenutzung von Ablagerungen z.B. in dicht besiedelten Gebieten von großer Bedeutung.

Umfassende Informationen zu den Ergebnissen der beiden Projektphasen sind in den beiden Abschlussberichten zusammengefasst.

Abschlussbericht Phase I

Abschlussbericht Phase II