
Im Rahmen des Projekts KoPro-VR wird eine immersive virtuelle Kollaborationsumgebung entwickelt, um die Produktentwicklung in der additiven Fertigung (AM) effizienter, transparenter und qualitativ hochwertiger zu gestalten. Zu Beginn erfolgt eine detaillierte Analyse des bestehenden AM-Workflows, um Ineffizienzen in der Kommunikation, der Koordination von Designvarianten sowie bei fertigungsgerechten Anpassungen über verschiedene Dienstleister hinweg zu identifizieren. Derzeit erfolgt die Zusammenarbeit entlang der AM-Wertschöpfungskette überwiegend bilateral und sequenziell, was zu zeitaufwendigen Iterationsschleifen und einem erhöhten Fehlerrisiko führt. Auf Basis dieser Anforderungsanalyse entwickelt KoPro-VR eine interaktive Multi-User-VR-Umgebung, die eine gemeinsame Begutachtung und Anpassung von CAD-Produktdaten über die gesamte AM-Prozesskette hinweg ermöglicht von Konstruktion und Planung über die additive Fertigung bis hin zur Nachbearbeitung. Die Lösung erlaubt es allen Beteiligten, gleichzeitig und immersiv an iterativen Designprozessen mitzuwirken. Die technische Entwicklung umfasst die Implementierung kollaborativer VR-Funktionalitäten sowie deren Integration in reale industrielle Produktentwicklungsszenarien bis hin zur Prototypenfertigung gemeinsam mit Industriepartnern. Parallel zur Software- und Schnittstellenentwicklung wird die Wirksamkeit der VR-basierten Zusammenarbeit mithilfe arbeits- und berufswissenschaftlicher Methoden evaluiert. Dabei kommen sowohl formative als auch summative Evaluationsansätze über die gesamte Projektlaufzeit hinweg zum Einsatz. Abschließend wird die entwickelte Lösung hinsichtlich technischer Machbarkeit, Benutzerfreundlichkeit sowie Prozess- und Effizienzsteigerung validiert. Über die additive Fertigung hinaus ist das System so konzipiert, dass es auf konventionelle Produktentwicklungsprozesse und weitere Bereiche der kollaborativen Ingenieurarbeit übertragbar ist.
Laufzeit: 01.01.2023 - 31.03.2026
Verantwortlicher Mitarbeiter: Mehar Prakash Reddy Medapati
Förderprogramm: Dieses Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms Zukunft der Wertschöpfung – Forschung zu Produktion, Dienstleistung und Arbeit gefördert. BMBF-Referat Zukunft von Arbeit und Wertschöpfung; Industrie 4.0 (521). FKZ: 02L22B051.
Projektträger: Projektträger Karlsruhe (PTKA)
Projektpartner: Flavia IT GmbH, Hein & Oetting Feinwerktechnik, Centerline Design GmbH, Technische Universität Hamburg (TUHH), Institut für Angewandte Bautechnik (ABT) & Institut für Industrialisierung smarter Werkstoffe (ISM) [ehem. Institut für Laser- und Anlagensystemtechnik (iLAS)]

Dieses Projekt zahlt auf die folgenden SDG der Vereinten Nationen ein:
