Das Institut für Digitales und Autonomes Bauen (IDAC) von Prof. Dr. Kay Smarsly forscht in einer deutsch-griechischen Kooperation an einer revolutionären Sicherheitsarchitektur für moderne Bauwerke.
Dunkelblaues Meer am Horizont unter einem fast wolkenlosen blauen Himmel und ein weißer Sprungturm, der daraus hervorragt - keine Urlaubsidylle, sondern Schauplatz wissenschaftlicher Maßarbeit: im nationalen Schwimmbad der Hafenstadt Thessaloniki hantieren Forschende auch der TUHH in gelben Warnwesten auf dem Sprungturm mit Laptops, Akkuschraubern und kleinen, kabellosen Sensoren, die sie per Magnet am Beton befestigen.
„Mit den Sensoren untersuchen wir das Schwingungsverhalten der Konstruktion“, erklärt Kosmas Dragos, wissenschaftlicher Mitarbeiter am IDAC. „Die dynamischen Eigenschaften des Sprungturms müssen normative Anforderungen erfüllen, damit die Anlage sicher genutzt werden kann.“ Sobald Wind auf die Konstruktion trifft oder Menschen den Turm nutzen, beginnt das Bauwerk unmerklich zu schwingen. Die Sensoren zeichnen diese Vibrationen auf und funken die Daten in Echtzeit an den Rechner von Dragos.
Kritische Infrastruktur im Visier
„Bei modernen Bauwerken dürfen wir nicht mehr nur die physische Struktur betrachten“, erläutert Professor Smarsly. „Das Bauwerk, seine Sensoren, die Kommunikationsnetze, die Datenverarbeitung und die darauf aufbauenden Entscheidungen bilden gemeinsam ein cyber-physisches System.“ Ein solches Gesamtsystem kann laut Smarsly auf drei Arten beeinträchtigt werden: durch Schäden am Bauwerk selbst, durch Fehler im Monitoringsystem – beispielsweise einen defekten Sensor – und durch Cyberangriffe.
Weitere Informationen und ein Video zu diesem spannenden Forschungsprojekt finden sich auf der Webseite des IDAC.