Im Rahmen des Projektes erfolgte die Entwicklung eines Demonstrators zur Tagesgangprognose der Lkw-Wartezeiten von logistischen Knoten - einschließlich einer möglichen Voranmeldeoption.
| Projektdauer | 01.01.2014 - 31.12.2016 |
| Projektförderung | Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) |
| Unser Status | Projektverantwortliche AiF-Forschungsstelle |
| Ansprechpartner | Marvin Kastner |
Lastspitzen in der Lkw-Abfertigung von logistischen Knoten führen zu stark schwankenden Wartezeiten für ankommende Fahrzeuge und verhindern eine optimale Disposition der Lkw bei den Speditionsunternehmen. Das verursacht erhöhte Kosten und führt auch auf Seiten der betroffenen logistischen Knoten zu einem höheren Bedarf an Geräten und Personal. Dies ist insbesondere mit entsprechenden Wirtschaftlichkeitseinbußen verbunden. Einflussfaktoren auf die Wartezeit sind neben dem Ressourceneinsatz des jeweiligen logistischen Knotens, die Verkehrsanbindung und -führung sowie lokale Einzelereignisse (Baustellen, Witterung, Systemausfälle, etc.). Es besteht somit Bedarf für eine einfache und kostengünstige Lösung, welche sowohl die Lkw-Disposition als auch die Organisation wirkungsvoll unterstützt.
Um dieses Ziel zu erreichen, wird im Rahmen des Projektes ein viergeteilter Forschungsansatz verfolgt, der entsprechend viele Arbeitspakete (AP) aufweist: Das Prognosemodell zur validen Vorhersage von Lkw-Wartezeiten an logistischen Knoten soll dabei auf einem zweistufigen Vorgehen basieren. In der ersten Stufe werden klassische Prognosemethoden anhand historischer Daten angewendet, um eine „Basisprognose“ zu erstellen. Zur Verbesserung dieser Basisprognose wird in der zweiten Stufe auf Konzepte der Künstlichen Intelligenz zurückgegriffen. Dadurch können stochastische tagesaktuelle Ereignisse (z.B. Störungen in der Abfertigung des Knotens) in die Prognose integriert werden. Des Weiteren werden freiwillige Lkw-Voranmeldungen für die nächsten Stunden als Indikator für das bevorstehende Fahrzeugaufkommen berücksichtigt. Parallel zur Entwicklung des Prognosemodells wird eine generische (IT-basierte) Systemlösung konzipiert, welche in der Umsetzung für eine bedarfsorientierte Bereitstellung und Vorhaltung von erzeugten Prognosedaten sowie auch von gesammelten Betriebsdaten sorgen soll. Durch die Nutzung von (Standard-)Softwarekomponenten ist gewährleistet, dass die geschaffene IT-Lösung hinsichtlich des zu erwartenden Investments und Betriebsaufwands überschaubar ist und kostengünstig auf verschiedene Arten von logistischen Knoten übertragen werden kann.
Um die Attraktivität einer freiwilligen Voranmeldung am Knoten zu erhöhen, werden zudem Möglichkeiten der Lkw-Vorzugsbehandlung untersucht, die ein entsprechendes Verhalten auf Seiten der Speditionsunternehmen und Lkw-Fahrer unterstützen bzw. diesbezüglich Anreize setzen. Diese sogenannten Vorzugsoptionen werden dabei auch vor dem Hintergrund ihrer wirtschaftlichen Realisierbarkeit und des mit ihnen verbundenen Vormeldeverhaltens untersucht. Abschließend sollen die ermittelten Forschungsergebnisse als Demonstratorlösung bei einem logistischen Knoten implementiert werden, um diese vor Ort im Alltagsbetrieb hinsichtlich ihrer Effekte auf die Wartezeitentwicklung und Ressourceneffizienz zu testen.
Das IGF-Vorhaben „Lkw-Wartezeitenprognose für logistische Knoten“ (17694 N) der Forschungsvereinigung Bundesvereinigung Logistik e.V. wurde über die im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

