Experimentelle Untersuchung zum Einfluss der Grenzschichtdynamik in Blasenströmungen auf Stofftransport und chemische Reaktionen

In der chemischen Verfahrenstechnik müssen häufig gasförmige Stoffe mit einer kontinuierlichen flüssigen Phase vermischt und zur Reaktion gebracht werden (z.B. Oxidationen und Hydrierungen), wobei in der Regel eine möglichst große Ausbeute und Selektivität angestrebt wird. Hierfür kommen vorzugsweise Blasenströmungen zur Anwendung, in denen die Gasphase dispers in der Flüssigphase vorliegt. Die Zeitskalen der Vermischung werden hierbei durch die Transportwiderstände der Phasengrenzen und Grenzschichten sowie die Schwarmturbulenz bestimmt. Die Abstimmung dieser Transportprozesse mit den Zeitskalen der Reaktion zur Erzielung hoher Ausbeuten und Selektivitäten stellt in der chemischen Industrie ein erhebliches Optimierungspotenzial dar. Daher sollen in diesem Projekt grenzschichtnahe Transportprozesse mit überlagerter chemischer Reaktion in Blasenströmungen experimentell bestimmt und modelliert werden. Hierbei wird der Einfluss praxisrelevanter Grenzflächendeformationen berücksichtigt, die durch die Formdynamik der Blasen (wobbeln), den Impulsaustausch mit der Flüssigphase (Schwarmturbulenz) sowie Blasenkollisionen (Bouncing) hervorgerufen werden. Als Messtechnik kommt die Time Resolved Scanning - Laser Induced Fluorescence (TRS-LIF) in Kombination mit einem hochauflösenden PIV-System zur Anwendung. In der zweiten Förderperiode sollen die nun bereitstehenden chemischen Reaktionssysteme genutzt werden, um die Analyse, Modellierung und Berechnung der Ausbeute und Selektivität von Konsekutiv- und Parallelreaktionen in Blasenströmungen zu ermöglichen.

 

 

Technische Universität Hamburg
Institut für Mehrphasenströmungen

 

Projektleitung
Prof. Dr.-Ing. Michael Schlüter

 

Projektbearbeiter
Sven Kastens, M.Sc.