12.05.2026

TEST Module neu denken – Auftaktworkshop für Lehrende

Wie können Lehrende bei der Konzeption von Kompaktmodulen vorgehen? An welchen didaktischen Empfehlungen können sie sich orientieren? Diesen Fragen gingen Lehrende und Mitarbeiter*innen des Enginext-Projekts einen Tag lang in einem Workshop auf den Grund.
(c) TUHH

Ein zentrales Ziel von Enginext ist es, durch die Einführung von Kompaktmodulen ein intensiveres Lernen mit stärkerem Praxisbezug als bisher zu ermöglichen. Anstatt eine Lehrveranstaltung ein- oder zweimal in der Woche für zwei Stunden zu besuchen, sollen Studierende die Möglichkeit erhalten, sich einen ganzen Vor- oder Nachmittag oder sogar mehrere Nachmittage pro Woche mit einem Thema zu beschäftigen. Ein Modul wird dann beispielsweise in sieben statt 14 Wochen absolviert und kann bereits zur Semesterhälfte mit einer Prüfung abgeschlossen werden, während ein anderes Kompaktmodul erst in der zweiten Semesterhälfte startet. Verschiedene Modulelemente wie Vorlesung, Übung und Labor können durch diese Verblockung enger miteinander verzahnt werden. Studierende müssen sich auf diese Weise mit weniger Themen gleichzeitig beschäftigen und können sich intensiver auf ein Thema einlassen. Zudem wird die Prüfungslast besser verteilt.

Die systematische Verblockung von Modulen eines Studiengangs ist neu für die TUHH und ihre Lehrenden. Wie können Lehrende bei der Konzeption von Kompaktmodulen vorgehen und an welchen didaktischen Empfehlungen können sie sich dabei orientieren? Die beiden Fragen standen im Fokus eines Workshops für die Lehrenden der vier Leitstudiengänge des Enginext-Projekts. Diese Studiengänge gehen bei der Einführung von Kompaktmodulen voran und erproben unterschiedliche Varianten von Kompaktformaten.

Begleitet von den Enginext-Projektmitarbeiter*innen analysierten 14 Lehrende im Workshop zunächst ihre bestehenden Module. In Einzelarbeit und im kollegialen Austausch identifizierten sie Stärken und Innovationsbedarfe. So gewannen sie nicht nur neue Einblicke in das eigene Modul, sondern auch in benachbarte Module. Verschiedene kurze Inputs von Expert*innen aus der Fachdidaktik der Ingenieurswissenschaften und dem Zentrum für Lehre und Lernen zu Themen wie „Aktivierende Gestaltung der Lehre“ oder „Optionen der Praxisorientierung“ boten im Anschluss die Grundlage, um in Kleingruppen didaktische Gestaltungsoptionen für die Kompaktmodule zu diskutieren. Am Ende des Workshops ging es darum, eine Vision für das eigene Modul im Kompakt-Format zu entwerfen. Ein wichtiger erster Schritt für die Weiterentwicklung der Module ist damit getan.

Das Fazit der Lehrenden fiel insgesamt sehr positiv aus: Neben neu gewonnen Erkenntnissen und didaktischen Impulsen für das eigene Modul wurde insbesondere der Wert der Vernetzung der Lehrenden untereinander hervorgehoben. Enginext bietet somit sowohl die Chance, innovative Kompaktformate für aktivierende Lehre und praxisorientiertes Lernen zu entwickeln, als auch die, verschiedene Module stärker miteinander zu verzahnen. 

In den kommenden Wochen werden die Lehrenden Skizzen ihrer reformierten Module entwerfen. Anfang Juni kommen sie zu einem zweiten Innovationsworkshop zusammen. Ziel dieses ist es, tiefer in die konkrete Planung einzusteigen. Im Wintersemester 2027/28 starten die ersten Piloten der Kompaktmodule.

 

Text & Foto: V. Eickhoff