12.02.2026

CritSupPort – Management kritischer Lieferketten bei eingeschränktem Hafenbetrieb

Systemanalyse der „Drehscheibe Hafen“

Häfen sind zentrale Knotenpunkte globaler Lieferketten und spielen eine entscheidende Rolle für die Versorgungssicherheit von Wirtschaft und Gesellschaft. Störungen durch Krisen, Extremwetterereignisse, geopolitische Konflikte oder technische Ausfälle können hier weitreichende Auswirkungen entfalten. Umso wichtiger ist es, die Resilienz von Hafen- und Logistiksystemen systematisch zu verstehen und gezielt zu stärken.

Das Ziel des Forschungsprojekts CritSupPort ist es, sektorübergreifende Maßnahmen zu entwickeln, die die Versorgungssicherheit Deutschlands bei eingeschränktem Hafenbetrieb stärken. Das Vorhaben untersucht dabei die zentrale Rolle der Häfen als logistische Drehscheiben und kritische Knotenpunkte im Güterverkehr. Störungen im Hafen haben schnell weitreichende Kaskadeneffekte entlang der Lieferketten. Die „Drehscheibe Hafen“ (ihre physischen Strukturen, internen und externen Abhängigkeiten sowie Kommunikationswege) wird im Projekt als zentrales Element maritimer Lieferketten systematisch erfasst, analysiert, modelliert und hinsichtlich ihrer Krisentauglichkeit und Resilienz bewertet. Es werden logistische, technische, organisatorische und kommunikative Prozesse des Hafenbetriebs sowie deren Interdependenzen im Vor- und Nachlauf untersucht. Im Vordergrund steht die wissenschaftliche Weiterentwicklung von Methoden zur systemanalytischen Beschreibung komplexer logistischer Infrastrukturen unter Krisenbedingungen. Durch die Verbindung empirischer Analysen mit modellgestützten Verfahren sollen neue Erkenntnisse über die Funktionsfähigkeit, Verwundbarkeit und Anpassungsfähigkeit von Hafen- und Logistiksystemen gewonnen werden. Kernziel ist außerdem die Entwicklung eines generalisierbaren Systemmodells des Hafens, das logistische, organisatorische, technische und kommunikative Strukturen integriert und dabei sowohl den Regel- als auch den Krisenbetrieb abbilden kann. Dieses Modell bildet die Grundlage für die Ableitung von Maßnahmen zur Stärkung der Versorgungssicherheit, für die Entwicklung von Entscheidungs- und Kommunikationsverfahren, welche eine abgestimmte Priorisierung und Versorgung kritischer Güter im Krisenfall ermöglichen und stellt darüber hinaus eine methodische Innovation dar, da es erstmals die sektorübergreifenden Abhängigkeiten zwischen Akteuren, Prozessen und Informationsflüssen in dieser Tiefe analysiert und bewertet. Das Projekt kombiniert Methoden der Systemanalyse, Szenario- und Sensitivitätsbewertung sowie der multikriteriellen Entscheidungsunterstützung, um Erkenntnisse über die Verwundbarkeit und Anpassungsfähigkeit der Häfen zu gewinnen. Dies trägt dazu bei, theoretische Modelle zur Resilienzbewertung logistischer Systeme zu erweitern und in praxisnahe Werkzeuge zu überführen.

Dieses Vorhaben wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt unter dem Förderkennzeichen 13N17740 gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den Autorinnen und Autoren.

CONTACT PERSONS:

Marvin Kastner, M.Sc.

Tel.: +49 40 30601 4793
E-Mail: marvin.kastner(at)tuhh.de

Ole Grasse, M.Sc.
Tel.: +49 40 30601 4009
E-Mail: ole.grasse(at)tuhh.de

 

Hamburg University of Technology (TUHH)
Institute of Maritime Logistics
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