Strategien dienen Unternehmen und Regionen als Rahmen für zielgerichtetes Handeln und schaffen Orientierung in komplexen Umfeldern. Besonders in unternehmensübergreifenden Branchennetzwerken wie dem Logistikstandort Hamburg gewinnen community-orientierte Strategien an Bedeutung, da sie die kollektive Handlungsfähigkeit heterogener Akteure stärken. Die „Strategie für den Logistikstandort Hamburg 2035“ ist die erste bundesweite Standortstrategie dieser Art und entstand aus einem partizipativen Prozess mit über 150 Akteur:innen. Die Strategie definiert neun Aktionsbereiche und wird als „lernende Strategie“ regelmäßig angepasst, um auf dynamische Entwicklungen zu reagieren.
Die systematische Erfassung des Umsetzungsstandes von Strategien ist entscheidend, um Fortschritte sichtbar zu machen, Handlungsbedarfe frühzeitig zu identifizieren und eine evidenzbasierte Steuerung zu ermöglichen. Gerade bei community-basierten Strategien ergeben sich spezifische Herausforderungen: die Komplexität der Akteurslandschaft, die Dynamik der Rahmenbedingungen sowie die Wirkungsmessung nicht-finanzielle Wirkungen. Mögliche Ansätze umfassen theoriegestützte Indikatorensysteme, partizipative Methoden und datengetriebene Analysen.
Vor diesem Hintergrund besteht das Ziel dieser Masterarbeit darin, ein theoriegestütztes, communitybasiertes Monitoring-System zu entwickeln, das die Umsetzung und Weiterentwicklung der Standortstrategie Logistik Hamburg 2035 systematisch erfasst. Dabei sollen wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Stakeholder-Theorie, Evaluationsforschung und dem Innovationsmanagement genutzt werden, um die Transparenz über Fortschritte und Wirkungen zu erhöhen, die Einbindung der Community zu stärken und eine dynamische Anpassung des Systems zu ermöglichen.
Im Einzelnen sind folgende Teilaufgaben zu bearbeiten:
- Aufarbeitung der relevanten theoretischen Ansätze (insbesondere Stakeholder-Theorie, Evaluationsforschung, Innovationsmanagement) und deren Bezug zur Strategieumsetzung in regionalen Netzwerken
- Empirische Bestandsaufnahme: Erfassung und Strukturierung bestehender Maßnahmen, Projekte und Aktivitäten im Hamburger Logistiknetzwerk sowie Stakeholder-Analyse (Rollen, Interessen, Einflussmöglichkeiten der Akteure)
- Entwicklung eines Monitoring-Modells inkl. Indikatorendesign, Datenquellen, Bewertungslogiken und partizipativen Feedback-Mechanismen
- Konzeption der organisatorischen Verankerung (Governance, Erfolgsfaktoren, Barrieren) und eines Aktualisierungskonzepts (z. B. Trendradar, Expertenpanels)
- Ableitung von Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung der Strategie.
- Kritische Würdigung des eigenen Vorgehens und der Ergebnisse
- Präsentation der Ergebnisse
Für die Bearbeitung ist ein enger Austausch mit der Logistik-Initiative Hamburg (LIHH) vorgesehen.
Kontakt: Prof. Dr. Christian Thies