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Mit der Richtlinie EU 2024/1799 verfolgt die Europäische Union das Ziel, die Reparaturfähigkeit von Produkten zu stärken und damit nachhaltigen Konsum sowie die Kreislaufwirtschaft innerhalb des europäischen Binnenmarkts zu fördern. Die Richtlinie verpflichtet Hersteller künftig stärker dazu, Reparaturen zu ermöglichen, Ersatzteile bereitzustellen und den Zugang zu Reparaturinformationen zu erleichtern. Gleichzeitig sollen VerbraucherInnen stärker dazu motiviert werden, defekte Produkte reparieren zu lassen, statt diese frühzeitig zu ersetzen.
Die Richtlinie ist Teil des European Green Deals und ergänzt weitere regulatorische Entwicklungen wie die Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR). Besonders relevant sind die Auswirkungen auf Geschäftsmodelle, Produktdesign, Serviceprozesse, Ersatzteilmanagement und Kundenbeziehungen. Unternehmen stehen dadurch vor der Herausforderung, wirtschaftliche und technische Anpassungen vorzunehmen und gleichzeitig neue Marktpotenziale im Bereich Reparatur und Refurbishment zu erschließen.
Ziel dieser Masterarbeit ist es, die Auswirkungen der Richtlinie anhand eines ausgewählten Use-Cases systematisch zu untersuchen. Im Mittelpunkt steht ein Techno-Economic-Assessment (TEA), mit dem die wirtschaftlichen, technischen und ökologischen Effekte der neuen regulatorischen Anforderungen analysiert werden. Ergänzend sollen Experteninterviews oder Umfragen mit relevanten Akteuren durchgeführt werden, um die theoretisch berechneten Auswirkungen mit realen Einschätzungen aus Industrie, Handel, Reparaturdienstleistungen und Konsumentensicht abzugleichen.
Im Einzelnen sind die folgenden Teilaufgaben zu bearbeiten:
- Durchführung einer Literatur- und Rechtsrecherche zur Richtlinie EU 2024/1799 „Right to Repair“ sowie zu angrenzenden regulatorischen Rahmenbedingungen.
- Analyse relevanter regulatorischen Anforderungen und Identifikation der daraus resultierenden Veränderungen für Hersteller, Dienstleister und Konsumenten.
- Auswahl und Beschreibung eines geeigneten Use-Cases mit anschließender Entwicklung eines techno-ökonomischen Bewertungsmodells zur Analyse der Auswirkungen der Richtlinie auf den gewählten Use-Case.
- Konzeption und Durchführung von Experteninterviews mit relevanten Stakeholdern zur Validierung und Einordnung der theoretischen Ergebnisse.
- Quantitative und qualitative Bewertung der Auswirkungen auf Kostenstrukturen, Produktlebensdauer, Reparaturfähigkeit, Ersatzteilmanagement, Geschäftsmodelle sowie Konsumentenverhalten.
- Kritische Würdigung des eigenen Vorgehens und der Ergebnisse.
- Präsentation der Ergebnisse.