AKWAS

Anpassung an den Klimawandel in der WASserbaulichen Praxis - Bildungsprogramm für Wasserbau- und Umweltingenieure von heute und morgen


Hintergrund und Zielsetzung

Praktisch alle Arbeitsfelder der Wasserwirtschaft und des Wasserbaus sind von den zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Vier der sechs handlungsübergreifenden Schwerpunkte der Folgen des Klimawandels haben einen Bezug zum Wasserbau und zur Wasserwirtschaft (Fortschrittsbericht DAS, 2015). 

Während das Thema Klimaschutz bereits vielerorts in der Praxis angekommen ist, gibt es in Bezug auf die Implementierung von Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels vielerorts noch erhebliche Defizite. In zahlreichen Forschungsprojekten konnten für einzelne Fragestellungen zwar bereits erfolgversprechende Anpassungsstrategien an die Folgen des Klimawandels entwickelt werden. Dieses vorhandene Wissen ist allerdings weder in der Hochschulbildung, noch in das Handeln der vor Ort tätigen Akteure auf den unterschiedlichen Ebenen in ausreichendem Maß integriert. In vielen Fällen fehlt neben einem grundsätzlichen Bewußtsein für die Problematik der integrative, ganzheitliche Ansatz um den zu erwartenden Herausforderungen des Klimawandels unter Berücksichtigung aller relevanten Aspekte zu begegnen. In der Praxis ist dies jedoch der einzig erfolgversprechende Weg.

Ziel des Projekte AKWAS ist es daher, ein Bildungsprogramm zur Thematik Anpassung an den Klimawandel in der Wasserbauliche Praxis für Wasserbau- und Umweltingenieure von heute und morgen zu entwickeln, während einer Erprobungsphase zu testen und nach einer Evaluierung und Feinjustierung langfristig zu etablieren.

Die Zielgruppen des Bildungsprogramms sind Masterstudierende der Studiengänge Bauingenieurwesen und Wasser- und Umweltingenieurwesen der TUHH und von anderen Universtitäten sowie ausgebildete Ingenieure und Entscheidungsträger im Bereich Wasserwirtschaft und Wasserbau. 

Projektdesign

Zur Erreichung der für AKWAS gesetzten Ziele werden für das Projekt sechs Arbeitspakete (AP) definiert (Abb.1). AP1 befasst sich dabei mit der administrativen Koordination und der Öffentlichkeitsarbeit. Im Rahmen von AP2 erfolgt die grundlegende Konzeptionierung des Bildungsprogramms. Basierend darauf werden in AP3 die konkreten Inhalte des Bildungsprogramms entwickelt. Im Rahmen einer Pilotveranstaltung im ersten Projektjahr wird das entwickelte Bildungsprogramm erprobt (AP4). Zielgruppe sind hier zunächst Studierendem bevor der Teilnehmerkreis im zweiten Projektjahr erweitert wird. Mit der Öffnung des zusätzlich für Personen aus der beruflichen Praxis beginnt mit der Durchführung des zweiten Durchlaufes die Operationalisierungsphase (AP5). Im Rahmen von AP6 erfolgt die Dokumentation der Entwicklungsarbeit mit dem Ziel der Verstetigung des Bildungsprogramms.

Konzeptioneller Aufbau

Der konzeptionelle Aufbau des Bildungsprogramms umfasst 3 wesentliche Bereiche (Abb. 2):

Themenblock 1 BASIS behandelt den Klimawandel und seine Auswirkungen auf wasserbauliche und wasserwirtschaftliche Fragestellungen.

Themenblock 2 ANPASSUNG befasst sich mit möglichen Anpassungsstrategien an den Klimawandel für die 3 Schwerpunkte i) Wasser/Stadt, ii) Wasser/Fluss und iii) Wasser/Küste.

Fallstudien innerhalb der Pilotregion stellen das vebindende Element zwischen den Themenblöcken 1 und 2 dar. Hier wird das erworbene Wissen aus den Themenblöcken 1 und 2 auf praxisnahe und praxisrelevante Fallbeispiele angewendet. Die räumliche Lage der Pilotregion Norddeutschalnd ermöglicht die Herstellung zahlreicher Querverbindungen zwischen den oben genannten Schwerpunkten.

Die genannten Themenblöcke und die Fallstudien werden in entsprechenden Lehreinheiten behandelt. Dabei werden neuartige Lehr- und Lernmethoden eingesetzt, um u.a. eine aktive Beteiligung der Teilnehmenden, eine Stärkung der Verbindung von Theorie und Praxis, eine hohe Nachhaltigkeit des Lernens sowie ein erleichtertes Verständnis komplexer Zusammenhänge zu ermöglichen.

Kooperativer Partner

Die Entwicklung des AKWAS Bildungsprogramms erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem GERICS Climate Service Center Germany. Die Arbeitsschwerpunkte des GERICS liegen dabei in der Entwicklung von Bildungsmodulen zum Thema Grundlagen des Klimawandel, dessen Folgen und Grundlagen zur praktischen Auswertung und Interpretation von Klimadaten in dem Themenblock BASIS (siehe Abb. 2). Weiterhin trägt das GERICS zur Entwicklung praxisrelevanter Fallstudien und der Dokumentation zur Verstetigung eines solchen Bildungsprogramm bei. Weitere Informationen sind hier zu finden.     

AnsprechpartnerIN: Apl.-Prof. Dr. Steffen Bender, Dr. Diana Rechid

Förderung

Gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)

Projektträger Jülich (PTJ)

Förderprogramm im Rahmen der Deutschen Anspassungstrategie (DAS): DAS - Förderung von Maßnahmen zur Anpassung and die Folgen des Klimawandels

Förderschwerpunkt: Entwicklung von Bildungsmodulen zu Klimawandel und Klimaanpassung (Förderschwerpunkt 2)

Förderkennzeichen: 03DAS110

Laufzeit: 01.01.2017 bis 31.12.2018