Verbundraumausweitung MVV

Ableitung von Erfahrungen mit Verbundraumausweitungen für den MVV


Laufzeit: 01.12.2005 bis 30.04.2006

Auftraggeber/Finanzierung: Münchner Tarif- und Verkehrsverbund GmbH (MVV)

Bearbeitung: Carsten Gertz (Leitung), Dr. Axel Menze


Verkehrsverbünde bieten für die Kunden des öffentlichen Personennahverkehrs ein transparentes Angebot. Mit dem Prinzip "ein Fahrschein, ein Tarif, ein integriertes Verkehrsangebot" können die Verkehrsmittel unterschiedlicher Verkehrsunternehmen innerhalb einer Region durchgängig genutzt werden. In Hamburg wurde vor über 40 Jahren der erste Verkehrsverbund weltweit gegründet, seitdem hat sich die Idee in Deutschland in allen großen Stadtregionen durchgesetzt.

Die stetige Zunahme der funktionalen Verflechtungen zwischen Kernstadt und Umland, ausgelöst unter anderem durch die seit langem zu beobachtende Suburbanisierung von Wohnbevölkerung und von Arbeitsstätten führen zu einem Anstieg der Verkehrsströme über die Stadtgrenzen und zu einem Wachstum der zurückgelegten Entfernungen. Es stellt sich also die Frage, ob die ursprünglich definierten Grenzen der Verkehrsverbünde heute noch den Realitäten der tatsächlichen Verkehrsverflechtungen entsprechen.

Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) hat vor diesem Hintergrund 2002 und 2004 eine umfassende Verbundraumerweiterung in das nördliche und südliche Umland durchgeführt. Nach dieser zweistufigen Verbundraumausweitung gehören alle an Hamburg grenzenden Landkreise mit ihrem kompletten Kreisgebiet zu dem Verkehrsverbund. In Befragungen konnte der HVV nach den Verbundraumausweitungen eine deutliche Erhöhung der Kundenzufriedenheit in den Erweiterungsgebieten feststellen.

Diese aus Kundensicht plausible Strategie einer Vergrößerung des Verbundgebietes ist für die Gebietskörperschaften (Aufgabenträger) und die Verkehrsunternehmen aufgrund von sogenannten Durchtarifierungs- und Harmonisierungsverlusten mit finanziellen Konsequenzen verbunden. Verbundausweitung sind insofern von vielfältigen Interessen geprägt und es handelt sich von der politischen Abstimmung bis zur operativen Umsetzung um einen komplexen Prozess. Die Durchführung einer Verbundraumausweitung setzt daher im Vorfeld sorgfältige Verhandlungen mit allen Beteiligten voraus.

In München ist die Ausdehnung des Münchner Verkehrsverbundes (MVV) seit seiner Gründung unverändert geblieben, in den letzten 30 Jahren haben sich jedoch die Pendlerverflechtungen verändert, so dass sich auch hier die Frage nach einer möglichen Ausweitung des Verbundgebietes stellt. In der vom MVV beauftragten Studie wurden andere Verbundraumausweitungen untersucht. Vor dem Hintergrund der Ergebnisse der vertiefenden Untersuchung des Fallbeispiels Hamburg und der Erkenntnisse, die in anderen Verbundräumen gewonnen wurden, wurden Empfehlungen für die Gestaltungsmöglichkeiten einer Verbundraumausweitung in der Region München abgeleitet.

Kontakt:

Prof. Dr.-Ing. Carsten Gertz

Professur Verkehrsplanung

Telefon: +49 40 42878 - 3518 | Fax: +49 40 42731 - 4198
E-Mail: gertz@tuhh.de

Technische Universität Hamburg, Institut für Verkehrsplanung und Logistik W8
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