Internationale Zusammenarbeit

Vision für die Internationalisierung der TUHH

Seit ihrer Gründung gehört die internationale Ausrichtung zum Selbstverständnis der TUHH. Mit der Unterstützung ihrer wichtigsten Stakeholder möchte die TUHH eine Spitzenstellung in der Beurteilung ihrer international ausgerichteten Forschung und Lehre erlangen, mit dem Ziel, weltweit als attraktiver Kooperationspartner für Universitäten und Unternehmen anerkannt zu sein. Damit schafft die TUHH bestmögliche Bedingungen für ihre Studierenden und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, um sich den internationalen Anforderungen und Herausforderungen erfolgreich stellen zu können. Gleichzeitig leistet die TUHH dadurch einen Beitrag zur Festigung der Reputation der Freien und Hansestadt Hamburg als Ort international anerkannter Forschung, Bildung und Innovation.

In Zukunft wird die TUHH die Qualität und das Ansehen ihrer internationalen Aktivitäten auf hohem Niveau kontinuierlich weiter verbessern und durch folgende Maßnahmen stärken:

  • Etablierung fokussierter Forschungspartnerschaften und -projekte mit führenden Universitäten in den TUHH-Kompetenzfeldern “Green Technologies“, “Life Science Technologies“ und “Aviation and Maritime Systems“
  • Einbindung geeigneter Schlüsselunternehmen in die internationale Forschungsaktivitäten auf den TUHH-Kompetenzfeldern
  • Steigerung der Mobilität von Studierenden und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der TUHH („Outgoings“)
  • Ausbau von Studierendenaustauschprogrammen mit international besonders renommierten Universitäten
  • Verbesserung der eigenen Attraktivität für hochkarätige internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Studierende („Incomings“)

Stärkung der Kompetenzfelder durch strategische Internationalisierung

Bei der Auswahl und Etablierung strategischer Partnerschaften fokussiert sich die TUHH auf inhaltliche Aspekte mit dem Ziel, Partner zu gewinnen, die zur Stärkung der TUHH-Kompetenzfelder (Green Technologies, Life Science Technologies und Aviation & Maritime Systems) beitragen. Die Zusammenarbeit richtet sich in der Regel gleichermaßen auf die Forschung unter Einbindung der betrieblichen Praxis und die Lehre (Studierendenaustauschprogramme, „Joint Degree Programs“). Zu den strategischen Partnerschaften zählt unter anderem die TUHH-Mitgliedschaft im internationalen Netzwerk ECIU (European Consortium of Innovative Universities), worüber zahlreiche internationale Kooperationsprojekte, insbesondere gemeinsame Masterstudiengänge, entwickelt wurden. Im 1997 gegründeten ECIU sind 11 europäische Universitäten und drei assoziierte Partnerhochschulen aus Mexiko, Australien und Russland zusammengeschlossen, die alle ein ähnliches Profil vereint und die in Wissenschaft und Lehre neue Wege gehen. Des Weiteren existiert historisch begründet eine hohe Affinität zwischen Hamburg und den skandinavischen und baltischen Staaten.

Der Schlüssel für eine erfolgreiche Internationalisierung liegt in der Forschungsstärke der TUHH. Die Reputation und internationale Vernetzung von TUHH-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftlern auf ihren Spezialgebieten ermöglicht eine erfolgreiche Initiierung drittmittelgeförderter internationaler Forschungsprojekte. Hieraus erwachsen mittel- bis langfristig erweiterte und etablierte Hochschulkooperationen, die durch die Partner aktiv getragen werden. Hinter jedem internationalen Kooperationsprojekt an der TUHH steht auf akademischer Seite ein fester Ansprechpartner, der bei der Realisierung durch Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Verwaltung unterstützt wird. Gleichzeitig sollen besonders die fokussierten Forschungspartnerschaften in den TUHH-Kompetenzfeldern geeignete Schlüsselunternehmen einbinden, um die außerordentlichen Erfolge der TUHH auf dem Gebiet des Wissenstransfers und Forschungsprojektmanagement mit Industriepartnern zunehmend auf ein internationales Niveau zu heben. Beratung und Unterstützung im Projektmanagement leistet dabei die TuTech Innovation GmbH, die in den vergangenen 20 Jahren eine herausragende, europaweit anerkannte Kompetenz bei internationalen Kooperationsprojekten entwickelt hat. Forschung, Lehre und betriebliche Praxis sollen wechselseitig miteinander verbunden sein und nicht zuletzt die Studierenden, darunter künftige Nachwuchswissenschaftler, die gelebte Vernetzung erfahren.

Mobilität von Studierenden und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern fördern

Eckpfeiler internationaler Kooperationsprojekte ist die Mobilität von Studierenden und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Um dem Anspruch gerecht zu werden, so vielen Studierenden wie möglich die Chance zu einem qualifizierten Auslandsaufenthalt zu bieten, müssen bestehende Kooperationen sowie neu geschaffene Strukturen für Mobilitätsprogramme kontinuierlich gefestigt und weiter ausgebaut werden. Als eine erste Maßnahme hat das Präsidium beschlossen, ab 2014 einen Mobilitätsfonds aufzulegen, der es Bachelorstudierenden ermöglichen soll, im Ausland an Lehrveranstaltungen, Workshops, Konferenzen oder anderen Aktivitäten teilzunehmen. Erfolgsfaktoren stellen neben einer sorgfältigen Auswahl der Partner, die Qualität und Ausrichtung des Curriculums sowie die Nachfrage der Studierenden dar. Bei neuen Kooperationen werden Partner mit einem substantiellen Anteil an englischsprachigen Veranstaltungen bevorzugt. Jede Partnerschaft muss durch mindestens ein verantwortliches Institut oder Studiendekanat fachlich getragen werden. Maßnahmen zur curricularen Einbettung eines Auslandsaufenthaltes stellen Mobilitätsfenster für optionale oder obligatorische Auslandsaufenthalte dar. Im Zuge der systematischen Modularisierung der TUHH-Studiengänge wird für Studierende im Curriculum ein Mobilitätsfenster mit flexiblen Anrechnungsmöglichkeiten eingerichtet. Weitere Maßnahmen für gezielte und strukturell angepasste Angebote und Mobilitätsfenster sind die Einrichtung gemeinsam entwickelter und durchgeführter Studienprogramme mit Kooperationspartnern und obligatorischem Auslandsaufenthalt („Joint Degree Programs“, Bachelor-Plus-Programme). Für die Umsetzung sollen gezielt Förderprogramme, beispielsweise des DAAD, genutzt werden. Durch diese Maßnahmen soll die Outgoing-Quote bei den Bachelor-Studierenden bis 2018 von derzeit 2,5 auf 4% gesteigert werden.

Willkommenskultur – Intensive Betreuung und englischsprachige Angebote

Ein breites englischsprachiges Lehrangebot bildet die Grundlage für eine erfolgreiche TUHH-Internationalisierung. Qualifizierte internationale Studierende aus der ganzen Welt sollten sich für ein Studium an der TUHH entscheiden. Ziel ist es, den Anteil von Studierenden aus dem Ausland bei rund 20% zu stabilisieren und mittel- bis langfristig möglichst weiter auszubauen. Gleichzeit werden die Anstrengungen intensiviert, wissenschaftliches Personal aus dem Ausland zu akquirieren. Der Aspekt der „cultural diversity“ findet dadurch gelebten Eingang in alle Bereiche der TUHH und bereichert das Leben auf dem Campus. Um eine optimale Betreuung der ausländischen Gäste („Incomings“) zu gewährleisten sind die bestehenden Betreuungsprogramme der TUHH unter Berücksichtigung der besonderen Bedürfnisse ausländischer Studierender und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kontinuierlich zu verbessern und fortzuentwickeln. Gleiches gilt für die TUHH-Studierenden und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler („Outgoings“), denen neben einem attraktiven Angebot bei Auslandspartnern und finanziellen Förderungsmöglichkeiten eine professionelle Beratung und Unterstützung seitens der TUHH gewährt wird. Schließlich möchte die TUHH durch ein geeignetes Serviceangebot insbesondere multinationale Konzerne in die internationalen Kooperationen einbinden.

Eine innovative, internationale Doktorandenausbildung wird in den nächsten Jahren ein weiteres bedeutendes Anliegen sein. Über die Beteiligung von Doktoranden wird eine Verzahnung der Forschungskooperation in Horizon 2020 mit der Kooperation im Rahmen europäischer Bildungsprogramme angestrebt. Darüber hinaus sollen die Mobilitätsaktivitäten der TUHH stärker durch Unternehmenspraktika, Intensivprogramme sowie Mobilität von Professorinnen und Professoren und Wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausgebaut werden.

Ziel der TUHH in den kommenden Jahren ist es, die existierenden und umfassenden Internationalisierungsaktivitäten und -erfolge auf allen Gebieten systematisch weiter zu verbessern. Dafür wird ein Prozess initiiert, der darauf gerichtet ist, bestehende Konzepte und Strukturen mit dem Ziel der Steigerung von Qualität und Reputation weiterzuentwickeln und kontinuierlich zu verbessern. In diesen Prozess sind die wichtigsten Stakeholder der TUHH (Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Studierende, Verwaltung, Wirtschaft, Stadt, Bezirk und Politik) zu involvieren.

Universität und Gesellschaft