Einleitung

Die als nördlichste Technische Universität Deutschlands gegründete TUHH gehört zu den innovativsten und modernsten Universitäten der Bundesrepublik. Seit ihrer Gründung im Jahr 1978 verfolgt die TUHH zukunftsweisende Ansätze in Forschung, Lehre und Technologietransfer. Die Lehr- und Forschungsaktivitäten sind von Anfang an interdisziplinär organisiert und mit der 1992 gegründeten TuTech, heute TuTech Innovation GmbH, entstand die erste hochschuleigene Technologietransfergesellschaft Deutschlands. Auch bei der Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen und der Internationalisierung spielt die TUHH eine Vorreiterrolle. So wurde der erste Bachelorstudiengang (Allgemeine Ingenieurswissenschaften) bereits 1994 eingeführt und in Spitzenzeiten beträgt der Anteil ausländischer Studierenden bis zu 25%.

Der Erfolg der TUHH, die ursprünglich für rund 3000 Studierende konzipiert wurde, wird auch daran sichtbar, dass im Jahr 2013 fast 6500 Studierende in den 42 Studiengängen eingeschrieben waren, die in den Studiendekanaten Bauwesen, Elektrotechnik/Informatik/Mathematik, Gewerblich-Technische Wissenschaften, Maschinenbau, Verfahrenstechnik, Managementwissenschaften und Technologie sowie in der Gemeinsamen Kommission organisiert sind. Die Leistungsfähigkeit der Forschungsaktivitäten belegen vier Sonderforschungsbereiche, vier Forschergruppen, vier Graduiertenkollegs und zahlreiche Einzelprojekte, die seit Gründung der TUHH durch die DFG gefördert wurden. In der anwendungsnahen Forschung wird die Leistungsfähigkeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler durch viele von der Europäischen Union, den Bundesministerien und Forschungsstiftungen geförderte F&E-Verbundvorhaben dokumentiert. Das beständig hohe Drittmittelaufkommen unterstreicht zusätzlich das hohe Niveau der Forschungsarbeiten an der TUHH.

Um diese Position im Wettbewerb auch künftig zu erhalten und auszubauen, hat der Präsident Professor Garabed Antranikian, der die Leitung am 1. April 2011 übernommen hat, die folgenden Leitlinien formuliert:

  • Fokussierung der TUHH Forschungsaktivitäten auf die globalen gesellschaftlich- technischen Herausforderungen und die Bedürfnisse der Metropolregion mit dem Ziel, Stärken auszubauen und die Visibilität der TUHH zu erhöhen.
  • Modernisierung der Lehre durch Einführung neuer didaktischer Methoden (z.B. Projektbasiertes Lernen, PBL) sowie durch die Modularisierung von Studiengängen mit dem Ziel einer kompetenzorientierten Lehre an der TUHH.
  • Positionierung der TUHH als Gründeruniversität, um den Technologietransfer durch Unternehmensgründungen zu stärken und damit weiteren Wohlstand und Arbeitsplätze in der Region zu generieren.
  • Den schrittweisen Ausbau der TUHH zu einer nachhaltigen Universität. Dabei soll das Prinzip der Nachhaltigkeit in allen Kernbereichen der Universität, also der Forschung, der Lehre und der Verwaltung langfristig umgesetzt werden.

Gemäß dieser Leitlinien führt die TUHH den mit der Schaffung interdisziplinärer Forschungsschwerpunkte begonnenen Prozess der Kräftebündelung fort und wird sich künftig in den drei Kompetenzfeldern Green Technologies, Life Science Technologies und Aviation & Maritime Systems profilieren. Die Vision besteht darin, die in ihren wissenschaftlichen Kompetenzfeldern ausgewiesene TUHH im Konzert der führenden Technischen Universitäten in Deutschland durch gezielte Schwerpunktsetzungen auf Augenhöhe zu positionieren. Zusätzlich wird die TUHH die Lehre so modernisieren und umstrukturieren, dass sie im nationalen und internationalen Wettbewerb als eine der didaktisch fortschrittlichsten Technischen Universitäten wahrgenommen wird.

Ausgehend von dieser übergeordneten Zielsetzung wird eine Universitätsstruktur weiterentwickelt, in der die Studienbereiche und die Forschungsschwerpunkte in bewährter Weise weitergeführt und die neuen Kompetenzfelder zusammen mit den Querschnittswissenschaften (Materialwissenschaften, Informations- und Kommunikationstechnik, Managementwissenschaften, Mathematik und Humanities) gestärkt werden. In diesem Prozess werden neue fachübergreifende Forschungsansätze ausgearbeitet und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in einer Graduiertenakademie integriert. Die erfolgreiche Organisation von Lehre und Forschung in einer Matrixstruktur bleibt bei dieser Strategie auch künftig das zentrale Erfolgsmoment und wird ergänzt durch neue strukturelle Einheiten wie das Zentrum für Lehre und Lernen (ZLL), das Zentrum für Forschung und Innovation (ZFI) sowie das Zentrum für Innovation und Entrepreneurship (ZIE).

Die Gründungsprinzipien der TUHH – Forschungspriorität, Interdisziplinarität, Innovation, Regionalität und Internationalität – sind auch weiterhin verpflichtende Grundlagen für die künftige Entwicklung der TUHH. Eine wichtige Herausforderung besteht heute darin, die Planungen zur Weiterentwicklung und zum Ausbau der TUHH mit einem real sinkenden öffentlichen Etat umzusetzen. Durch die mit der Freien und Hansestadt Hamburg geschlossene und bis 2020 gültige Hochschulvereinbarung ist Wachstum nur durch ein starkes Drittmittelaufkommen sowie durch die Erschließung neuer Finanzierungsquellen, beispielsweise durch die Schaffung einer neuen Stiftungs- und Alumnikultur realisierbar. Vor diesem Hintergrund ist auch der vorliegende Struktur- und Entwicklungsplan zu verstehen, der ausschließlich die bis zum Jahr 2018 geplanten und durchfinanzierten Maßnahmen beschreibt. Darüber hinaus wird die TUHH bis zum Jahr 2015 ein Visionspapier entwickeln und in einem breit angelegten Dialog mit Vertretern aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft diskutieren, das die Perspektiven für eine langfristig auf Wachstum und Zukunftsfähigkeit ausgerichtete Technische Universität Hamburg aufzeigt.

Den vor uns liegenden mittel- und langfristigen Herausforderungen wird sich die TUHH auch weiterhin mit viel Kreativität stellen und kann sich dabei auf engagierte und motivierte Studierende, Forschende und Mitarbeitende stützen.

Forschung an der TUHH