Richtlinie zur Evaluierung von Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren (einschl. Tenure Track)

(beschlossen vom Akademischen Senat auf seiner 109.Sitzung am 26.10.2016)

I. Zielsetzung und gesetzliche Grundlage

Die Zwischenevaluierung dient zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit von Junior­professorinnen und Juniorprofessoren in den Bereichen Forschung und Lehre. Die Beurteilung soll unter Berücksichtigung der jeweiligen Rahmenbedingungen und der Entwicklungspotentiale der Stelleninhaber erfolgen.

Gemäß § 19 des Hamburger Hochschulgesetzes werden Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren für die Dauer von drei Jahren zu Beamtinnen oder Beamten auf Zeit ernannt. Das Dienstverhältnis soll mit Zustimmung der Juniorprofessorin oder des Juniorprofessors im Laufe des dritten Jahres um weitere drei Jahre verlängert werden, wenn sie oder er sich als Hochschullehrerin bzw. Hochschullehrer bewährt hat. Anderenfalls kann das Dienstverhältnis mit Zustimmung der Juniorprofessorin oder des Juniorprofessors um bis zu ein Jahr verlängert werden.

Für Juniorprofessuren mit Tenure Track ist nach dem 5. Dienstjahr und acht Monate vor Ende der Juniorprofessur eine zweite Evaluierung durchzuführen. Bei Erhalt eines auswärtigen universitären W2- oder W3-Rufes oder auf Antrag der Juniorprofessorin/des Juniorprofessors in der zweiten Phase der Juniorprofessur kann dieses zweite Bewertungsverfahren vorzeitig eingeleitet werden.

II. Zuständigkeiten und Ablauf des Verfahrens

Die Verantwortung für die Durchführung der Evaluierungen liegt beim Präsidium der Technischen Universität Hamburg-Harburg.

Die Präsidentin/der Präsident setzt für jede Evaluierung eine Evaluierungskommission ein, die aus mindestens fünf Mitgliedern besteht: drei Professorinnen oder Professoren und je einer Vertreterin/einem Vertreter der Gruppe der wissenschaftlichen Mitarbeiter und der Studierenden. Die Vizepräsidentin/der Vizepräsident Forschung ist als Professorin/Professor Mitglied und qua Amt Vorsitzende/r der Evaluierungskommission.

Die Evaluierungskommission bestellt zur Beurteilung der Leistungen in Forschung und Lehre mindestens zwei externe Gutachter und verfasst auf Basis

  • eines Selbstberichts der Juniorprofessorin / des Juniorprofessors,
  • ggf. einer Hospitation bzw. Lehrprobe und
  • der Berichte der Gutachter

einen Evaluierungsbericht, der dem Präsidium vorzulegen ist.

Im Falle einer Juniorprofessur mit Tenure Track sollen die beiden externen Gutachter bereits in der Zwischenevaluierung darauf eingehen, ob eine Berufbarkeit nach W 3 nach weiteren drei Jahren zu erwarten ist.

Ausgehend von der Empfehlung der Evaluierungskommission entscheidet das Präsidium endgültig über die Verlängerung des Dienstverhältnisses der Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren.

III. Zeitlicher Ablauf

Die Zwischenevaluierung ist 2 Jahre und 5 Monate nach Beginn des Beschäftigungsverhältnisses der Juniorprofessorin / des Juniorprofessors einzuleiten.

Dabei sollte folgender Zeitplan eingehalten werden:

TermineAktionDauer
2 Jahre,
5 Monate
Einberufung der Evaluierungskommission durch die Präsidentin/den Präsidenten;
Abstimmung des Verfahrens durch Kommission
1 Monat
2 Jahre,
5 Monate
Aufforderung des Präsidiums an die Juniorprofessorin / den Juniorprofessor zur Erstellung eines Selbstberichts1 Monat
2 Jahre,
6 Monate
Abgabe des Selbstberichts ( 10 Exemplare);
Auswahl der Gutachter, die dann um Begutachtung (inkl. Empfehlung an Kommission) gebeten werden
2 Monate
2 Jahre,
8 Monate
Auswertung von Selbstbericht, Veranstaltungsevaluierungen und Gutachten;
Verfassen eines vorläufigen Kommissionsberichtes
1 Monat
2 Jahre,
9 Monate
Stellungnahme zum vorläufigen Evaluierungsbericht durch Juniorprofessorin / Juniorprofessor0,5 Monate
2 Jahre,
9 Monate,
2 Wochen
Abschlussbericht der Evaluierungskommission an die Präsidentin/den Präsidenten mit Empfehlung0,5 Monate
2 Jahre,
10 Monate
Beschluss des Präsidiums (und Bearbeitung durch die Präsidialverwaltung)

Für die zweite Evaluierung für die Juniorprofessuren soll entsprechend folgender Zeitrahmen eingehalten werden:

TermineAktionDauer
5 JahreEinberufung der Evaluierungskommission durch die Präsidentin/den Präsidenten;
Abstimmung des Verfahrens durch Kommission
1 Monat
5 JahreAufforderung des Präsidiums an die Juniorprofessorin / den Juniorprofessor zur Erstellung eines Selbstberichts1 Monat
5 Jahre,
1 Monate
Abgabe des Selbstberichts (10 Exemplare);
Auswahl der Gutachter, die dann um Begutachtung (inkl. Empfehlung an Kommission) gebeten werden
2 Monate
5 Jahre,
3 Monate
Auswertung von Selbstbericht, Veranstaltungsevaluierungen und Gutachten;
Verfassen eines vorläufigen Kommissionsberichtes
1 Monat
5 Jahre,
4 Monate
Stellungnahme zum vorläufigen Evaluierungsbericht durch Juniorprofessorin / Juniorprofessor0,5 Monate
5 Jahre,
4 Monate,
2 Wochen
Abschlussbericht der Evaluierungskommission an die Präsidentin/den Präsidenten mit Empfehlung0,5 Monate
5 Jahre,
5 Monate
Beschluss des Präsidiums (und Bearbeitung durch die Präsidialverwaltung)

IV. Gestaltung des Selbstberichtes

Im Selbstbericht der Juniorprofessorin / des Juniorprofessors sollen Erfolge und Probleme im Rahmen der Lehr- und Forschungstätigkeit dargelegt werden. Im Einzelnen sind dabei folgende Tätigkeiten zu betrachten:

Forschungstätigkeit

  • Lebenslauf, vollständige Liste der Publikationen und wissenschaftlichen Vorträge (ggf. Patente)
  • Nennung und Erläuterung der durchgeführten und für die Zukunft geplanten Projekte
  • Gestellte Drittmittelanträge und eingeworbene Drittmittel
  • Kurze Erläuterung der erreichten Ziele
  • Darstellung der relevanten Kooperationen mit anderen Wissenschaftlern
  • Transferaktivitäten
  • Betreuung von Promotionen und ggf. Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses
  • Gutachtertätigkeit
  • Sonstige wiss. Tätigkeiten, Mitgliedschaften in wissenschaftlichen Gremien
  • Auszeichnungen und Preise im Berichtszeitraum

Lehrtätigkeit

  • Erläuterungen zur Einbindung in die Lehre
  • Nennung der durchgeführten Lehrveranstaltungen (Vorlesungen, Übungen, Praktika) und Erläuterung der Lehrformen, angewandte Didaktik und Methodik, Einsatz neuer Medien, hochschuldidaktische Weiterbildungen und Zertifikate
  • Offenlegung und Kommentierung der hochschulintern durchgeführten Vorlesungsevaluierungen
  • Darstellung sonstiger Aktivitäten wie Beratung und Betreuung von Studierenden
  • Durchführung von Prüfungen und Betreuung von Studien- und Abschlussarbeiten

Sonstige Tätigkeiten, Perspektiven

  • Beteiligung an der Selbstverwaltung der Universität, Mitgliedschaft in universitären Arbeitsgruppen
  • Darlegung der eigenen Entwicklungspotentiale bzw. – perspektiven an der TUHH

Zusätzlich für die Zweitevaluierung für Juniorprofessuren mit Tenure Track:

  • Lehr- und Forschungskonzept für die zukünftige ordentliche Professur

Der Selbstbericht ist auf max. 20 Seiten zu begrenzen (ohne Anhang).

V. Evaluierungsergebnisse

Das Präsidium teilt umgehend der Juniorprofessorin / dem Juniorprofessor das Ergebnis der Zwischenevaluierung bzw. der zweiten Evaluierung in Form eines verbindlichen Dokuments mit.

Die Ergebnisse der Evaluation werden dem Akademischen Senat im vertraulichen Teil seiner Sitzung mitgeteilt.