Berufungsordnung
für die Berufung von Professoren*) sowie Juniorprofessoren
der Technischen Universität Hamburg-Harburg
vom 27. September 2006

Änderungen:
§ 3 Absatz 6 geändert und § 5 neu gefasst mit Beschluss des Akademischen Senats vom 28. August 2013, in Kraft getreten am 07. April 2014

§ 1
Widmung und Funktionsprüfung

  1. Wird eine Professur oder Juniorprofessur frei, so entscheidet gem. § 14 Abs. 1 i.V.m. § 79 Abs. 2 HmbHG das Präsidium nach Beratung mit der Konferenz der Leiter der Studienbereiche und Sprecher der Forschungsschwerpunkte rechtzeitig und auf der Grundlage des vom Hochschulrat verabschiedeten Struktur- und Entwicklungsplanes, ob 1. die Stelle unter Beibehaltung ihrer bisherigen Widmung, Funktionsbeschreibung und Wertigkeit wieder besetzt oder 2. die Stelle unter Änderung der Widmung und/oder Funktionsbeschreibung und/oder Wertigkeit wieder besetzt oder 3. die Stelle nicht wieder besetzt werden soll. Im Falle einer Wiederbesetzung der Stelle beauftragt das Präsidium den Leiter des zuständigen Studienbereiches, ggf. in Abstimmung mit den Sprechern der Forschungsschwerpunkte, einen Widmungsvorschlag vorzulegen.
  2. Das Präsidium legt dem Akademischen Senat den Widmungsvorschlag zur Stellungsnahme vor und entscheidet abschließend.
  3. Für neu einzurichtende Professuren und Juniorprofessuren gelten die Absätze 1 und 2 entsprechend.

§ 2
Ausschreibungsverfahren

  1. Das Präsidium entscheidet über den Ausschreibungstext und veranlasst die Ausschreibung der Stelle (§ 79 Abs. 2 HmbHG).
  2. Die Verwaltung teilt der Gleichstellungsbeauftragten der TUHH den Ausschreibungstext mit und gibt bekannt, wo dieser veröffentlicht worden ist. Die Gleichstellungsbeauftragte kann dem Präsidium qualifizierte Personen nennen, denen der Ausschreibungstext direkt zugesandt wird.
  3. Geht auf die Ausschreibung nicht wenigstens eine hinreichend qualifizierte Bewerbung ein, und gelingt es dem Berufungsausschuss nicht, weitere qualifizierte Personen, die für die Besetzung der Stelle infrage kommen könnten, vorzuschlagen, wird das Verfahren vom Präsidium beendet; der Berufungsausschuss ist zuvor anzuhören.
  4. Eine erneute Ausschreibung wird wie eine erste Ausschreibung behandelt. Die Prüfung nach § 1 (1) muss nicht wiederholt werden, wenn seit der Feststellung des letzten Prüfungsergebnisses nicht mehr als 12 Monate vergangen sind.

§ 3
Berufungsausschuss

  1. Der Leiter des zuständigen Studienbereiches schlägt dem Akademischen Senat für jede zu besetzende Professur die Mitglieder des Berufungsausschusses zur Wahl vor. Mindestens zwei Professoren im Berufungsausschuss dürfen nicht Mitglieder der Hochschule nach § 8 Abs. 1 HmbHG sein; diese Personen werden vom Präsidenten, nach vorheriger Anhörung des Leiters des zuständigen Studienbereiches, benannt (§ 14 Abs. 2 HmbHG).
  2. Die Mitglieder des Berufungsausschusses sind zur Verschwiegenheit verpflichtet. Der Berufungsausschuss tagt nicht öffentlich. Von jeder Ausschusssitzung wird ein Ergebnisprotokoll angefertigt.
  3. Im Falle der Besetzung von Stiftungsprofessuren kann der Stifter im Benehmen mit dem Präsidium ein Mitglied zur Wahl in den Berufungsausschuss benennen.
  4. Stellt das Präsidium fest, dass eine zu besetzende Professur überwiegend fachübergreifende Aufgaben in Forschung und Lehre wahrzunehmen hat, so wählt der Akademische Senat den Berufungsausschuss auf Vorschlag des Leiters des Studienbereiches, in dem der künftige Professor voraussichtlich seine akademischen Rechte ausüben wird.
  5. Die Verwaltung informiert die Gleichstellungsbeauftragte der TUHH auf der Grundlage der Wahlvorschläge für den Berufungsausschuss über die geplante Besetzung des Berufungsausschusses. Die Gleichstellungsbeauftragte erhält vor der Wahl des Berufungsausschusses Gelegenheit, Mitglieder vorzuschlagen; dabei berücksichtigt sie die Vorgaben von § 14 Abs. 6 HmbHG. Sofern die Gleichstellungsbeauftragte nicht dem Berufungsausschuss angehört, hat sie das Recht, als Gast an den einzelnen Sitzungen beratend teilzunehmen. Sie erhält die Einladungen und die Protokolle zu den Sitzungen. Die Gleichstellungsbeauftragte kann in alle Unterlagen, die von den Bewerbern und den anderen, die für die Besetzung der Stelle infrage kommenden Personen, vorliegen (einschließlich der Gutachten), Einsicht nehmen. Die ihr im Rahmen des Berufungsverfahrens bekannt gewordenen persönlichen Daten behandelt die Gleichstellungsbeauftragte vertraulich.
  6. Der Berufungsausschuss wählt einen Vorsitzenden aus seinen der TUHH angehörenden professoralen Mitgliedern.
  7. Der Berufungsausschuss wird mit dem Beschluss des Präsidiums über den Berufungsvorschlag aufgelöst.

§ 4
Berufungsverfahren

  1. Die in der Präsidialverwaltung eingegangenen Bewerbungen werden nach Bewerbungsschluss an den Vorsitzenden des Berufungsausschusses geleitet. Andere qualifizierte Personen, die für die Besetzung der Stelle infrage kommen, können - vom Präsidium, - vom Leiter des zuständigen Studienbereiches, - von der Gleichstellungsbeauftragten oder - von Mitgliedern des Berufungsausschusses vorgeschlagen werden.
  2. Der Berufungsausschuss wählt aus den Bewerbern ggf. unter Berücksichtigung der anderen qualifizierten Personen jene aus, die den Anforderungen sowohl der Stellenwidmung als auch des HmbHG entsprechen.
  3. In der konstituierenden Sitzung kann der Berufungsausschuss vor Kenntnisnahme der Bewerbungen Kriterien im Sinne einer Konkretisierung der Anforderungen an die Professur beschließen, soweit sie mit der Widmung und dem Ausschreibungstext vereinbar sind.
  4. Der Berufungsausschuss lädt mindestens drei Bewerber bzw. andere qualifizierte Personen, die die gesetzlichen Voraussetzungen und die Voraussetzungen der Stellenwidmung erfüllen, nach Ablauf der Bewerbungsfrist zum Berufungsvortrag ein. Dabei beachtet er geltende Sonderregelungen (Richtlinien zur Förderung der Frauen, Schwerbehindertengesetz). Der Berufungsvortrag wird hochschulöffentlich angekündigt. Sollen weniger als drei Personen eingeladen werden, so müssen die Gründe dafür dokumentiert werden.
  5. Über alle Personen, die nach dem Berufungsvortrag im Verfahren bleiben, holt der Berufungsausschuss mindestens je zwei externe Gutachten ein. Gutachter können von diesen Personen vorgeschlagen werden. Die Gutachter dürfen weder Mitglied der TUHH noch externes Mitglied des Berufungsausschusses sein. Kommt einer der Gutachter der Bitte nicht oder nicht fristgerecht nach, so hindert das Fehlen eines von zwei Gutachten nicht den Fortgang des Verfahrens. Vergleichende Gutachten sind zulässig.
  6. Personen, die der TUHH bei Ablauf der Ausschreibungsfrist länger als sechs Monate als Mitglieder angehören, sollen nur in Ausnahmefällen zur Berufung vorgeschlagen werden; dies ist unter Berücksichtigung von § 14 Abs. 4 HmbHG besonders zu begründen. In diesen Fällen sind mindestens je zwei externe Gutachten einzuholen, davon mindestens je eines von einem Gutachter, den das zur Berufung vorgeschlagene Mitglied der TUHH nicht selbst nominiert hat. Die vorstehende Einschränkung gilt nicht für Lehrbeauftragte und Vertretungsprofessoren.
  7. Der Berufungsausschuss legt dem Präsidium einen Berufungsvorschlag mit mindestens drei Personen vor. Sollten weniger als drei Personen vorgeschlagen werden, so müssen die Gründe dafür dokumentiert werden.
  8. Der Berufungsvorschlag ist dem Präsidium innerhalb von drei Monaten, spätestens aber sechs Monate nach Ablauf der Bewerbungsfrist, einschließlich der Stellungnahme des Leiters des zuständigen Studienbereiches, der Gleichstellungsbeauftragten und ggf. der Sprecher der Forschungsschwerpunkte, zur Entscheidung vorzulegen. Berufungsvorschläge, die dem Präsidium nach Ablauf der oben angegebenen Fristen vorgelegt werden, können vom ihm zurückgewiesen werden; damit gilt das Verfahren als beendet.
  9. Das Präsidium setzt die Vorschläge auf die Tagesordnung des Akademischen Senates und holt seine Stellungnahme ein.

§ 5
Abstimmungsverfahren

Der Berufungsausschuss ist beschlussfähig, wenn mindestens die Hälfte seiner Mitglieder anwesend und die Sitzung ordnungsgemäß einberufen worden ist. Der Berufungsausschuss beschließt mit der Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen.

§ 6
Ruferteilung

  1. Das Präsidium entscheidet über die Ruferteilung (§13 Abs. 1 HmbHG). Bei der Berufung soll in der Regel nach der vom Berufungsausschuss vorgeschlagenen Reihenfolge verfahren werden. Wenn der Akademische Senat eine andere Reihenfolge empfohlen hat, kann das Präsidium auch danach berufen.
  2. Die Berufungsverhandlungen werden vom Präsidenten geführt; er kann den Vorsitzenden des Berufungsausschusses und/oder den Leiter des zuständigen Studienbereiches zu Teilen der Berufungsverhandlung hinzuziehen. Bei Berufungen auf W 2-Professuren sind ausschließlich die persönlichen Bezüge des Bewerbers Gegenstand der Verhandlung.
  3. Wenn eine Berufung nicht in angemessener Zeit, spätestens innerhalb von drei Monaten, zustande kommt, kann das Präsidium die Berufungsverhandlungen für beendet erklären und einen Ruf an die nächstplatzierte Person erteilen.

§ 7
In-Kraft-Treten

Diese Berufungsordnung tritt am Tage nach der Beschlussfassung durch den Akademischen Senat der TUHH in Kraft.

Gleichzeitig tritt die Berufungsordnung vom 28. April 2004 außer Kraft.

Hamburg, den 07. April 2014

Technische Universität Hamburg-Harburg


*) Diese Berufungsordnung gilt in gleicher Weise für Männer und Frauen. Die Technische Universität Hamburg-Harburg bekennt sich ausdrücklich zur Erhöhung des Frauenanteils an der Professorenschaft. Lediglich aus Gründen der sprachlichen Vereinfachung und besseren Lesbarkeit wird im Folgenden ausschließlich die männliche Grundform gewählt.