Elektronische Nasen mit Serienreife

Absolventen der TUHH stellen ihre Entwicklung vor

Die elektronische Nase vorn hat WMA Airsense Analysentechnik GmbH, die 1996 von Dr.-Ing. Andreas Walte und Dipl.-Ing. Wolf Münchmeyer gegründet wurde und Ihren Sitz in Schwerin hat. Zur Zeit arbeiten fünf Festangestellte (wobei drei von ihnen ursprünglich von der Technischen Universität Hamburg-Harburg kommen) und drei externe Mitarbeiter in diesem Unternehmen.

Acht Jahre lang sind elektronische Nasen an der Technischen Universität Hamburg-Harbung, im Arbeitsbereich Meßtechnik, unter Leitung von Herrn Prof. Gerhard Matz, entwickelt worden. Nach einer Weiterentwicklung bei Airsense zum Seriengerät ist die elektronische Nase PEN2 (Portable Electronic Nose) erstmals in Deutschland auf der Analytika 98 der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

Die Nase ist in der Lage schnell und einfach gasförmige Proben zu untersuchen. Die elektronische Nase ist klein, schnell, arbeitet mit 10 Gassensoren und ist neben dem Einsatz im Labor mit ihrer speziellen Probenahmetechnik besonders für die Prozeßüberwachung geeignet. Möglich ist der Einsatz dieser elektronischen Nase beispielsweise bei der Ermittlung der Güte von Lebensmitteln im Rahmen von Qualitätskontrollen. Man kann mit ihr z.B. Ranzigkeit von Lebensmitteln, Pilz- oder Schimmelbefall von Getreide, Herkunft von Kaffee, den Frischegrad von Lebensmitteln oder Leckagen von Industrieanlagen bestimmen. Aber auch der Einsatz zur Überwachung technischer Gerüche in der Fertigung oder zur Prozeßsteuerung verschiedener Produktionsvorgänge ist bereits erprobt.

EDU (Enrichment and Desorption Unit), die zusätzliche Einheit zur Anreicherung und Desorption erhöht die Performance der elektronischen Nase. Die Luft fließt durch ein Adsorbensröhrchen, wobei die geschmacks- und geruchsintensiven Stoffe im Filter hängen bleiben und von den Gassensoren sehr nachweisstark erfaßt werden. Eher störende Substanzen, wie Alkohol, können hingegen ungehindert passieren und werden damit ausgeblendet. Das Röhrchen mit dem gesammelten Duft wird schließlich auf ca. 240 Grad erhitzt, und die Stoffe werden in ihrer konzentrierten Form untersucht. Eine Verbesserung der Nachweisgrenze der elektronischen Nase, welche für organische Verbindungen bei 1 ppm liegt, um ein bis zwei Größenordnungen ist hiermit möglich. Anwendungen finden sich in der Umwelt, so z.B. bei der Ermittlung von Störgerüchen oder bei der Analytik von alkoholischen Getränken.

Neben der Herstellung bietet die Firma auch chemisch analytische Dienstleistungen an. So werden z.B. spezielle Lösungen in der Online-Analytik, insbesondere massenspektrometrische Verfahren, erarbeitet.

WMA Airsense Analysentechnik GmbH
19061 Schwerin, Hagenower Str. 73
Tel. 0385/3993-280, Fax. 0385/3993-281
Email: airsense@compuserve.com
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