Prof. Eckhard Kutter

Prof. Kutter hat im August 1998 die C4-Professur für Verkehrssysteme und Logostik übernommen und mit dem Aufbau des neuen Arbeitsbereiches begonnen. Gleichzeitig übernahm er die Leitung des ebenfalls im Aufbau befindlichen „Europäischen Zentrums für Transport und Logistik", ECTL.

Prof. Kutter studierte Bauingenieurwesen (Stadtbauwesen/Verkehr) an der TU Braunschweig und promovierte dort 1972 nach Assistententätigkeit mit dem Thema „Demografische Determinanten städtischen Personalverkehrs". Nach weiteren zwei Jahren in Braunschweig als Oberingenieur wurde er 1974 auf die Professur „Integrierte Verkehrsplanung" an der TU Berlin berufen und lehrte dort im Studiengang „Verkehrsingenieur". Von 1990 bis ´97 - an der TU Berlin beurlaubt - war Prof. Kutter Leiter der Verkehrsabteilung des „Deutschen Instituts für Wirtschaftforschung" in Berlin.

Der Arbeitsbereich „Verkehrssysteme und Logistik" wird an der TUHH Kern eines Kompetenzzentrums für Verkehr - des ECTL - sein. Mit dieser Initiative greift die TUHH eine besondere Hamburgische Problemstellung auf: Handel und Verkehr haben hier seit Jahrhunderten eine herausragende Bedeutung. Da Anforderungen an Verkehrslösungen in modernen Metropolregionen immer komplexer werden, wendet sich die Lehre des neuen Arbeitsbereiches gleichermaßen an Bauingenieure, Umweltechniker, Stadtplaner und Systemtechniker. Im Rahmen dieser Themen wird das ECTL ab 1999 mit erheblicher Förderung durch Drittmittel am BMBF-Forschungsschwerpunkt „Mobilität in Ballungsräumen" beteiligt sein.

Prof. Dr.-Ing. Jürgen Grabe

Prof. Dr.-Ing. Jürgen Grabe (38) hat im September 1998 die C4-Professur für den neuen Arbeitsbereich „Geotechnik" übernommen. Dieser Arbeitsbereich wird im Forschungsschwerpunkt 1 „Stadt - Umwelt - Technik" aufgebaut. 

Prof. Grabe ist in Hamburg geboren und studierte Bauingenieurwesen an der Universität Hannover. Im Anschluß daran war er wissenschaftlicher Assistent an der Universität Karlsruhe am Institut für Boden- und Felsmechanik. Er promovierte 1992 mit dem Thema „Experimentelle und theoretische Untersuchungen zur flächendeckenden dynamischen Verdichtungskontrolle". Hierfür wurden ihm der Carl-Rappert-Grundbaupreis und der Fritz-Peter-Müller-Preis für Baudynamik verliehen. Im Anschluß an die Assistenzzeit sammelte er sechs Jahre praktische Erfahrungen in einem Ingenieurbüro und einer Baufirma, unter anderem als Projektleiter für Sanierungsmaßnahmen und Bauleiter einer Dichtwandbaustelle. Prof. Grabe ist Obmann des Arbeitskreises 1.8 „Bodenmechanische Beurteilung von Verbrennungsrückständen" der Deutschen Gesellschaft für Geotechnik, DGGT, und gewählter Stellvertreter des Fachsektionsleiters „Bodenmechanik" der DGGT.

In der Forschung arbeitet Prof. Grabe unter anderem an Untergrundeigenschaften von Fahrwegen und an Verhalten von Altlasten im Boden. In der Lehre wird die moderne Geotechnik vermittelt. Als sich rasant entwickelnde Teildisziplin des Bauingenieurwesens beschäftigt sie sich u.a. mit Bodenmechanik, Erd- und Grundbau, Tunnel- und Deponiebau sowie Umweltgeotechnik. Prof. Grabe plant, zusätzlich zu den Grundlagenfächern Bodenmechanik, Grundbau und Baubetrieb eine Vertiefung anzubieten.

Prof. Dr.-Ing Ralf Otterpohl

Prof. Dr.-Ing Ralf Otterpohl übernimmt im Oktober den Arbeitsbereich Abwasserwirtschaft (1-02) an der Technischen Universität Hamburg-Harburg als Nachfolger von Prof. Sekoulov.

Prof. Otterpohl studierte an der RWTH Aachen Bauingenieurwesen; auf dieses Fach hatte er sich vorher mit einer Maurerlehre praktisch vorbereitet. Mit einer Einführungsvorlesung von Prof. Böhnke wurde sein Interesse an der Abwassertechnik geweckt, und durch einen Freund im Tauchverein kam er zu einer HiWi-Stelle in diesem Fach. Es schloß sich eine Assistententätigkeit bei Prof. Dohmann an, bei dem über die dynamische Kläranlagensimulation promovierte. Nach der knapp sechsjährigen Tätigkeit an der RWTH Aachen gründete Prof. Otterpohl das Ingenieurbüro Otterpohl Wasserkonzepte in Lübeck, das sich auf die Computersimulation von Kläranlagen und die Entwicklung neuer Sanitärkonzepte spezialisiert hat. Die Leitung des Büros geht an Dipl.-Ing. Martin Oldenburg über, der bis vor zwei Jahre als Assistent an der TUHH tätig war.

Bei seiner zukünftigen Tätigkeit will Prof. Otterpohl mit seinen Mitarbeitern und anderen Arbeitsbereichen auf der Basis praktischer Versuche die mathematische Modellierung der immer noch sehr empirischen Abwassertechnik weiterbringen, konkurrenzfähige Verfahren der Industrieabwasserreinigung entwickeln und zukunftsfähige Sanitärkonzepte weiterentwickeln. Im Bereich der Lehre soll besonders das Prozeßdenken geschult und projektorientiert exemplarisch gelernt werden.

Prof. Dr.-Ing. Erik Pasche

Zum 1. Oktober 1998 wird Prof. Pasche die Professur des Arbeitsbereiches 3-11 (Wasserbau) antreten. 

Geboren 1955 in Dresden und aufgewachsen bei Rheine/Westf., absolvierte er sein Bauingenieurstudium an der RWTH Aachen und promovierte hier am Lehrstuhl und Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft auf dem Gebiet der hydraulischen Berechnung naturnaher Fließgewässer. Seine wissenschaftlichen Arbeiten wurden mit der Borcher´s Plakette der RWTH Aachen ausgezeichnet und bestimmten sowohl national als auch international maßgeblich die weitere Entwicklung auf dem Gebiet der Hydraulik naturnaher Gewässer. 1986 wechselte Prof. Pasche in die Ingenieurpraxis. Als Leiter eines Teams von Spezialisten wie Strömungsphysikern, Mathematikern und Informatikern entwickelte er Programme zur Lösung von Ingenieuraufgaben der quantitativen Hydrologie und Fließwasserhydraulik, von denen mehrere inzwischen als Standard in der Wasserwirtschaft und bei Prüfungen durch Aufsichtsbehörden des Bundes und der Länder gelten. Weitere Schwerpunkte seiner Tätigkeit sind Planungen und Bauausführungen auf dem Gebiet des Hochwasserschutzes, des Flußkraftwerkbaus und der Fischmigration in flußbaulichen Anlagen.

Lehre und Forschung werden sicherlich von diesem Fundament ingenieurpraktischer und wissenschaftlicher Erfahrung profitieren. Der Arbeitsbereich Wasserbau wird sich unter anderem den Zukunftsthemen Datenbank- und EDV-gestützte Planung und Modellierung sowie Hochwasserschutz annehmen. Neben der klassischen Ingenieurausbildung werden die Wasserbau-Studierenden mit modernen wasserbaulichen Planungsinstrumenten wie Gewässerinformationssystemen, Wasserbilanzmodellen und mehrdimensionalen Strömungsmodellen konfrontiert und im fächerübergreifenden, teamorientierten Planen eingewiesen.

Prof. Cornelius Herstatt

Ab November 1998 wird Prof. Herstatt (39) eine C4-Professur antreten, um den neu geschaffenen Arbeitsbereich „Technologie- und Innovationsmanagement" an der TUHH aufzubauen und zu leiten.

Prof. Herstatt absolvierte eine Ausbildung zum Industriekaufmann in Köln. Nach Aufenthalten in England und den USA studierte er Betriebs- und Volkswirtschaftslehre sowie Handelsrecht an den Universitäten Köln und Zürich und promovierte zum Thema „Quellen der Produktinnovation" an der Universität Zürich. Er war fünf Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter an der ETH Zürich und baute dort in dieser Zeit das „Center for Technology-Oriented Firms" auf. Anschließend war er fünf Jahre für ein internationales US-Beratungsunternehmen tätig. Die letzten Jahre war er in einem schweizer Unternehmen, zuletzt als Mitglied der Geschäftsleitung für das Ressort „Corporate Development and Licensing", tätig. Prof. Herstatt ist Dozent an den Universitäten Zürich und St. Gallen und Alumni des Templeton College (Oxford), wo er das Advanced Management Program absolvierte.

Das Technologie- und Innovationsmanagement (TIM) setzt sich mit Fragen der (Be-) Schaffung, Bewertung, Auswahl und Nutzung von Technologien zur marktfähigen Gestaltung innovativer Prozesse und Produkte auseinander. Prof. Herstatt wird in der jungen, fächerübergreifend ausgerichteten Disziplin u.a. folgende Forschungsthemen bearbeiten: Optimierung von Enwicklungsabläufen in der frühen Phase von Innovationsprozessen; Nutzung von virtuellen Methoden und Techniken; strategische Verwertung von Technologien (u.a. Technologie-Lizensierung); internationale Aspekte des Forschungs- und Entwicklungsmanagements.

Prof. Herstatt las bereits im SS 98 die Veranstaltung „International Business" an der TUHH und wird auch weiterhin dieses Fach betreuen.