Alumni Netzwerke

Hilfreiche Einrichtung für die TUHH, Mitarbeiter und Studierende  

Alumni Netzwerke dienen in erster Linie der Kontaktpflege zu ehemaligen Studierenden und Mitarbeitern einer Universität. In den USA haben solche Alumni Organisationen eine große Tradition. Die Alumni Association der University of Illinois ist beispielsweise bereits 1873 ins Leben gerufen worden. Seit dieser Zeit haben tausende von Studierenden die Universität verlassen. Die meisten heute noch lebenden haben nie den Kontakt zur Universität und zu Kommilitonen durch diese Alumniorganisation verloren.

Die Eigenschaft einen Kontakt zu halten spiegelt nur einen ganz geringen Teil des Potentials dieser Organisationen wider. Ein ganz wesentliches Element der Alumni ist, daß sie die Platt-form für eine „Kontaktbörse" bilden. Von dieser Plattform profitieren der ehemalige Student oder Mitarbeiter sowie die Universität in gleichem Maße. Für die Universität können durch Gespräche mit den Ehemaligen neue Projekte (durch Drittmittel) gestartet werden. Hier kann die Universität auf einfachem Wege leichten Zugang zu vielen Unternehmen finden. Die Ehemaligen stellen für die Universität auch einen nicht unerheblichen Teil an Feedback der Wirtschaft dar. So können Forschungsarbeiten auf Alltagstauglichkeit überprüft werden; es können die Bedürfnisse und Wünsche verschiedener Branchen erfaßt werden, die einen Anstoß für weitere Forschungsaktivitäten geben können. Die Ehemaligen haben die Möglichkeit, sich über neueste Trends in der Forschung zu informieren. Ebenfalls kann zwanglos mit ehemaligen Kommilitonen über die Alltagsprobleme und Erfahrungen bei der Arbeit diskutiert werden. Dies ist gerade für junge Absolventen ein wichtiger Punkt. Wie einst als Studierende können die Ehemaligen von dem Potential der Universität profitieren und gemeinsame Projekte initialisieren. Dabei könnten Studien- und Diplomarbeiten vergeben sowie Praktika angeboten werden.

Neben diesen Vorteilen hält eine funktionierende Alumni Organisation noch ein weiteres Potential. Für viele Unternehmen ist es eine sehr schwierige Aufgabe geworden, qualifiziertes Personal zu akquirieren. Eine Alumni Organisation bietet eine ideale Plattform für Unter-nehmen neues Personal zu gewinnen. Neben Informationen über die Universität bietet sich die Möglichkeit der direkten Ansprache an Professoren und Mitarbeiter der Uni, um geeignetes Personal zu identifizieren. Die Universität und die Lehrstuhlinhaber können über diesen Weg dafür Sorge tragen, daß „ihre" Studierenden einen guten Berufsstart haben. Gleichzeitig würde die Universität klar kommunizieren können, daß sie sich um die Studierenden und Mitarbeiter kümmert und zwar ein Leben lang. Dies würde dazu beitragen, die Universität nicht als etwas bürokratisches, anonymes zu begreifen, sondern die Identifikation der Studie-renden / Mitarbeiter mit ihrer Uni verbessern.

Die genannten Argumente für eine solche Organisation zeigen auf, daß sich ein Alumni Netzwerk für alle Beteiligten als Win-Win-Situation darstellt. Diese Tatsache sollte meiner Meinung nach alle Beteiligten motivieren, aktiv an der Gestaltung mitzuwirken, um möglichst rasch davon profitieren zu können.

Stephan Zech