Meldungen

Eine Runde Sache Der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Ortwin Runde, besuchte erstmalig die Technische Universität Hamburg-Harburg.

Nach einem Gespräch mit dem Präsidenten der TUHH, Professor Dr. Hauke Trinks, informierte sich der Erste Bürgermeister über neue Forschungsergebnisse im Bereich der künstlichen Gelenke, des Einsatzes von Wasserstrahlskalpellen, des Gefäßersatzes und der Wirbelsäulenstabilisierung im Arbeitsbereich Biomechanik. Bürgermeister Ortwin Runde hat in seiner Zeit als Senator der BAGS maßgeblich an der Gründung des Arbeitsbereichs Biomechanik, als Teil des Zentrums für Biomechanik der Freien und Hansestadt Hamburg, mitgewirkt.

Der Schwerpunkt des Arbeitsbereiches Biomechanik liegt in der Untersuchung und Modellierung der Belastung der Strukturen des menschlichen Körpers und hierbei hauptsächlich auf körperfremden Anteilen, also künstlichen Gelenken und Implantaten. Neben der Grundlagenforschung in den Bereichen der Belastungsmodellierung und dem Abrieb künstlicher Gelenke steht die angewandte Forschung. Hier arbeitet der Arbeitsbereich Biomechanik im Rahmen des Biomechanischen Zentrums der Freien und Hansestadt Hamburg eng mit den Allgemeinen Krankenhäusern, dem Universitätskrankenhaus Eppendorf sowie dem Berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenaus Boberg zusammen. Diese Zusammenarbeit wird seit Bestehen des Arbeitsbereiches durch die BAGS intensiv unterstützt. So wird ermöglicht, Probleme, die im klinischen Alltag auftreten, mit ingenieurwissenschaftlichen Methoden zu untersuchen, zu verstehen und Lösungsansätze zu erarbeiten und auszuführen.
 

Schritte zur Mitte
Der mit 5.000 Mark dotierte Förderpreis der Vereins- und Westbank Hamburg wurde jetzt an Absolventen aus dem Studiendekanat „Bauwesen” der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) vergeben.
 
Die aus Vertretern der Niederlassung Harburg der Vereins- und Westbank und aus Professoren der TUHH zusammengesetzte Jury wählte aus einer Reihe hervorragender Arbeiten je eine Diplomarbeit aus den Studiengängen „Städtebau/Stadtplanung” und „Bauingenieurwesen und Umwelttechnik” aus. Der Förderpreis wird von Heinz-Harald Rau, Leiter der Vereins- und Westbank, Niederlassung Harburg, in Anwesenheit des Vizepräsidenten der TUHH, Professor Dr.-Ing. Jörg Müller, an Claudia Greiner, Angela Hellenbach und Wolfgang Behse überreicht.

Claudia Greiner und Angela Hellenbach hatten in ihrer Gemeinschaftsarbeit „Schritte zur Mitte - Integriertes Entwicklungskonzept für die Mitte Wilhelmsburg” ein hochaktuelles und äußerst schwieriges Planungsproblem bearbeitet, für das es keine Vorbilder gibt. Wolfgang Behse hatte innerhalb der auf acht Wochen begrenzten Zeit den „Tragwerksentwurf für den Umbau eines Silos in ein Studentenwohnheim” erarbeitet. Das neu zu belebende Silo steht am Schellerdamm.

„Die jungen Nachwuchskräfte haben mit ihren Diplomarbeiten bewiesen, daß sie das an der TUHH erworbene Wissen und das wissenschaftliche Arbeiten auf praktische Aufgaben anzuwenden verstehen. Mit den bearbeiteten Aufgabenstellungen aus Wilhelmsburg und Harburg zeigt die TUHH ganz deutlich, daß sie sich den Aufgaben in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft zuwendet. An der TUHH studiert man nicht in einem Elfenbeinturm, der Welt weit entrückt. Die TUHH ist dankbar, daß sie bei diesen Bemühungen durch ortsansässige Wirtschaftsunternehmen unterstützt wird”, sagte Prof. Dr.-Ing. Knut Wichmann, Dekan des Studiendekanats „Bauwesen”.
 

Welt der Technik
Tage der offenen Tür mit neuem Konzept fanden erstmals Ende April auf dem Campus Eißendorfer Straße/Denickestraße 22 an der TUHH statt.

Ein umfasssender Überblick zu Forschungsaktivitäten aus allen Wissenschaftsbereichen der Hochschule wurde präsentiert. Erstmalig war die Präsentation kooperierender Firmen mit der TUHH. Die Firmen Daimler-Benz Deutsche Aerospace, Philips GmbH, Jungheinrich AG, Phoenix AG, Rotring GmbH, Ixion Otto-Häfner Werke und die TU-Tech GmbH informierten unter anderem über den Bedarf an künftigen Ingenieurinnen und Ingenieuren, Praktikumsplätze und Ansprechpartner.

Ständig umringt war der Stand der Allgemeinen Studienberatung. Das große Echo führt der Vizepräsident Prof. Dr.-Ing. Jörg Müller auch auf die Anzeigen-Kampagne mit den beteiligten Firmen zurück. „Die Berufsaussichten für junge Ingenieure und Ingenieurinnen sind ausgezeichnet. Mit diesen Aktionen wirbt die Industrie für ihren Nachwuchs. Wir können junge Leute nur ermuntern, ein ingenieurwissenschaftliches Studium aufzunehmen”.
 

Membranmodule
Im nächsten Jahr soll mit dem Aufbau der internationalen Raumstation (ISS), vormals Raumstation Alpha, im Weltall begonnen werden.Daran sind neben der amerikanischen, der russischen und der japanischen Raumfahrtbehörde auch europäische Vertragspartner innerhalb der ESA (European Space Agency) beteiligt. Alle Vertragspartner unterhalten und entwickeln jeweils eigene Forschungseinrichtungen. Zusätzlich teilen sich die Vertragsstaaten den Transport der einzelnen Module ins All. Die Europäer sind daran über die Ariane-5-Raketen beteiligt.

Neben dem von der ESA geplanten Weltraumlabor Columbus sind die europäischen Vertragsländer auch am Aufbau der für alle Astronauten lebenserhaltenden Einheiten wie z.B. Wasserversorgung und Raumluftkonditionierung beteiligt.

Im Rahmen der Luft- und Wasserversorgung der Raumstation soll nun ein alternatives Verfahren zu den bisher von den USA und Rußland verwendeten Absorptionsverfahren entwickelt werden, um die klimatischen Bedingungen in den Modulen besser einstellen zu können. In Zusammenarbeit mit den daran beteiligten Firmen DASA und Dornier ist der Arbeitsbereich Apparatebau (Prof. Dr.-Ing. Jobst Hapke) der TUHH an der Erforschung und Auslegung eines membrangestützten Raumluftentfeuchters und -abkühlers (Membrane Condensing Heat Exchanger, MCHX) beteiligt.

Im Arbeitsbereich werden die Wärme- und Stoffübergänge in einem für diesen Zweck geeigneten Membranmodul simuliert und auf die bei der DASA parallel durchgeführten Versuche abgestimmt.

Den Erfolg vorausgesetzt, soll nach einer terrestrischen Erprobungsphase das Membranmodul in die internationale Raumstation eingebaut und im Weltraum getestet werden. Erste Versuchsergebnisse stimmen optimistisch, daß die gleichzeitige Abkühlung und Entfeuchtung der Raumluft mittels Membranverfahren in der Raumstation gelingen kann.

Informationen:
Dipl.-Ing. Holger Brilsky
Tel.: 040 / 7718-2987
Dr.-Ing. Ralph Günther
Tel.: 040 / 7718-3148
 

Wolfgang Kersten
Dr.rer.pol. Wolfgang Kersten (39) hat im Mai 1998 die C4-Professur für „Produktionswirtschaft” übernommen und mit dem Aufbau des neuen Arbeitsbereichs an der TUHH begonnen.
Gegenstand der Produktionswirtschaft ist die betriebswirtschaftliche Betrachtung der Wertschöpfungsprozesse industrieller Produkte und Dienstleistungen. In der Forschung arbeitet Herr Kersten vornehmlich an der Optimierung von Wertschöpfungsprozessen z.B. durch Vielfaltsmanagement, durch die effiziente Gestaltung von Netzwerkstrukturen und durch gezieltes Wissensmanagement. Ziel der Lehre ist es, die Absolventen auf Fach- und Führungsaufgaben im Management von Wertschöpfungsprozessen vorzubereiten. Hierzu werden Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre und produktionswirtschaftliche Vertiefungskenntnisse  vermittelt.
Herr Kersten studierte Wirtschaftsingenieurwesen mit technischer Vertiefungsrichtung Maschinenbau an der TH Darmstadt und promovierte an der Universität Passau zum Thema „Budgetierung von Investitionen in Prozeßinnovationen”. Danach war er als wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Logistik an der TU München und mehr als 6 Jahre in Führungsfunktionen der Daimler Benz AG tätig. Dort gehörten zu seinen Verantwortungsbereichen die Projektplanung und das Projektcontrolling in der PKW-Entwicklung und später im Rahmen einer fachübergreifenden Rotation auch die Personalentwicklung im Inland.