Spektrum Mai 1998

Titel 20 Jahre TUHH 
Eine Erfolgsstory 
Forschung  Extremophile Mikroorganismen 
Betriebsfestigkeitsuntersuchungen 
Neue Forschungsthemen 
Hochleistungsverbundwerkstoffe 
Thermische Verfahrenstechnik 
Mikrosystementwurf 
Baut Brücken in Wilhelmsburg 
Produktionsverlagerung in Niedriglohnländer? 
TU-intern  Stiftung zur Förderung der TUHH 
TUHH-Technologie GmbH 
Report  Northern Institute of Technology 
Meldungen 
Dissertationen 
Sport an der TUHH 
Fakultätentag 
Shaping the Future 
  Termine

 

Impressum

Herausgeber: Präsident der Technischen Universität Hamburg-Harburg
Redaktion: Ingrid Holst (Tel.: (040) 7718-3458), Prof. Dr.-Ing. Jörg Müller, Rüdiger Bendlin, Matthias Wendt
Gestaltung: Bettina Kaiser, Formlabor
Fotos (Titel, 4 ,5 ,28) Roman Jupitz
Titelgestaltung: Bettina Kaiser
Druck: Schüthe Druck
Anzeigen: Slaby-Agentur, Tel.: (040) 768 50 35
Erscheinungsdatum: Mai 1998
Namentlich gekennzeichnete Artikel erscheinen in Verantwortung der Autoren.
Technische Universität Hamburg-Harburg, 21071 Hamburg

Frischer Twen - Seit zwei Jahrzehnten ständig in Bewegung

Die Technische Universität Hamburg-Harburg ist am 22. Mai 1978 gegründet worden und würdigt dieser Tage in einer Sondersitzung des Hochschulsenats ihr zwanzigjähriges Bestehen.

Zwanzig Jahre sind in der deutschen Hochschullandschaft eine kurze Zeit. Und doch gibt es über die TUHH, die noch immer zu den jüngsten Hochschulen in Deutschland gehört, viel Geschichtliches zu berichten. Das mag daran liegen, daß die TUHH aufgrund ihrer Jugend eine beachtliche Dynamik an den Tag gelegt hat, sei es beim Ausbau ihrer Kapazitäten zur Lehre und Forschung, bei der Aufnahme und Pflege von Kontakten zur internationalen Hochschulwelt und Wirtschaft oder bei der Entwicklung von innovativen Studiengängen.

Genau ein halbes Jahrhundert, nachdem der damalige Altonaer Oberbürgermeister Max Brauer die Denkschrift "Die Technische Hochschule an der Niederelbe”veröffentlicht hatte, wurde das Gesetz zur Einrichtung der TUHH verkündet. Unter dem Gründungspräsidenten Prof. Hans Günter Danielmeyer nahmen die ersten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im folgenden Jahr, 1979, ihre Arbeit auf. Sie bezogen ein ehemaliges Fabrikgebäude an der Harburger Schloßstraße im Binnenhafen, das zu diesem Zweck umgebaut worden war. Ein weiteres Jahr später begann der Forschungsbetrieb, und die ersten Professoren wurden berufen. 1982 wurde das erste Gebäude auf dem heutigen Campus an der Eißendorfer Straße, das "Technikum", fertiggestellt, und der Lehrbetrieb begann - zunächst mit Studierenden aus höheren Semestern, im Wintersemester «83/«84 schließlich mit Erstsemestern.

Nach Erhalt der Rechtsselbständigkeit 1985 ging die TUHH mit großen Schritten den Weg zu der weithin bekannten und geschätzten Bildungsinstitution, die sie heute ist. In den Jahren «86 bis heute wuchs der Campus durch die Bauabschnitte I bis IV. Dabei wurde darauf geachtet, den Lebens- und Arbeitsraum der Studierenden und des Personals möglichst ansprechend zu gestalten - man darf sagen erfolgreich, denn der Campus der TUHH gilt unter Angehörigen der Universität wie unter der anliegenden Bevölkerung als "grüne Oase".

Mit den wachsenden Kapazitäten an Raum und wissenschaftlichem Personal einher ging der Ausbau des Lehrangebotes und der Forschung. Von 85 Studierenden (65 Erstsemester) im WS «83/«84 auf heute 4083 Studierende (561 Erstsemester) bewegten sich die Zahlen, und die TUHH wächst weiter. So werden die in Zusammenarbeit mit anderen Hamburger Hochschulen eingerichteten hochschulübergreifenden Studiengänge weitere Studierende nach Harburg ziehen. Zudem bietet die TUHH auch ausländischen Studierenden ein attraktives Studium mit individueller Ausrichtung und, seit Einrichtung der "Master«s Programmes”im letzten Jahr, mit international anerkannten Abschlüssen.

Die TUHH sollte von Beginn an engen Kontakt zum regionalen Umfeld halten. Dies wurde nicht zuletzt im Gründungsauftrag von 1978 festgeschrieben, welcher stichpunktartig lautet: Forschungspriorität, Interdisziplinarität, Innovation und - Regionalität. Kooperationen mit regionalen und überregionalen Unternehmen fördern nicht nur die wirtschaftliche Attraktivität der Region; sie
kommen auch der TUHH zugute, z.B. in Form materieller und personeller Ausstattung. Davon profitieren sowohl die Forschung als auch die Lehre. Im Laufe der Jahre wurden unter Federführung oder Beteiligung der TUHH zahlreiche Projekte ins Leben gerufen, die der
Existenzgründung, Technikvermittlung oder wissenschaftlicher Zusammenarbeit dienen.

Ein Blick in die nahe und fernere Zukunft verspricht weitere, vielversprechende Schritte auf dem eingeschlagenen Weg, der die TUHH zu einer kompetenten und kreativen Institution heranwachsen ließ. Vernetzung der Hochschulen, Ausbau nationaler sowie internationaler Beziehungen im akademischen und wirtschaftlichen Bereich, Internationalisierung des Studiums und Flexibilisierung der Studienpläne bilden Marksteine auf diesem Weg. Die Ideen und Projekte, welche die TUHH entwickelt hat, haben manchmal Anlaß zu kontroversen Diskussionen gegeben. Dies ist sicherlich angebracht, da die TUHH einen gesellschaftlichen Auftrag zu erfüllen hat, dessen sie sich auch voll bewußt ist. Ihre Entwicklungsgeschichte hat jedoch wiederholt gezeigt, daß die junge TUHH als Wegbereiterin für neue Konzepte Schwung in die deutsche Hochschullandschaft bringen kann. Die bundesweit geführte Debatte um private Hochschulen und daran angelehnte Modelle etwa wird selbstverständlich auch an der TUHH wahrgenommen und weitergeführt. Prognosen zu dieser Entwicklung sind noch sehr zurückhaltend abzugeben und zu bewerten. Sicher ist, daß die TUHH ihrer Geschichte noch viele bedeutsame Daten hinzufügen wird.

Matthias Wendt

Jung, innovativ und international

Eine Erfolgsstory

20 Jahre jung ist die Technische Universität Hamburg-Harburg. "Innovativ und international” füge man hinzu, wollte man sie in wenigen Worten beschreiben. In einer ungewöhnlich kurzen Zeit hat sich die TUHH in Forschung und Lehre nationales und internationales Renommee erworben.

Konzept und Struktur
Forschungspriorität, Interdisziplinarität, Innovation und Regionalität sind die wesentlichen Stichworte ihres Konzepts. Statt traditionelle Fakultäten einzurichten, wurde eine neuartige Organisationsstruktur geschaffen. Forschung und Lehre sind personell verknüpft, aber organisatorisch getrennt in Forschungsschwerpunkte und Studiendekanate. Wie die Erfahrungen zeigen, erhöht diese Organisationsform die Flexibilität der Hochschule. Interdisziplinäres Forschen und Lehren wird dadurch besonders gefördert.

Spitzenforschung
Wir haben erkannt, daß gerade die Kooperation zwischen Wirtschaft und Hochschulen eine entscheidende Bedeutung für die gesellschaftliche Entwicklung hat. So hat die TUHH bereits 1992 als erste deutsche Universität eine eigene Firma gegründet, um wirtschaftlich nutzbare Technologien besser in die Region zu transferieren.

Als Mitglied der Deutschen Forschungsgemeinschaft ist die TU Hamburg-Harburg Sprecher von drei Sonderfor-schungsbereichen und zwei Forschergruppen. Zwei Graduiertenkollegs sind eingerichtet. Nach dem Ranking der DFG 1997 steht sie bei der Einwerbung von Drittmitteln pro Wissenschaftler auf dem 4. Platz. Bei einem Jahresetat von ca. 94 Mio DM in 1997 wurden zusätzlich ca. 45 Mio DM Drittmittel eingeworben. Über diese Bilanz freuen wir uns.

Mit nationalen und internationalen Partnern stellen wir uns neuen Forschungsaufgaben, beispielsweise der Verkehrswirtschaft, der Umwelttechnologie, Mikrosystemtechnik, Biotechnologie, Energietechnik, Wasserwirtschaft und Wasserversorgung. Im Blickpunkt steht dabei immer der Nutzen für den Menschen.

Innovationen in der  Lehre
Auch in der Lehre geht die TUHH neue Wege. Neue Studiengänge mit Abschlüssen, kompatibel zum anglo-amerikanischen System (Bachelor- und Master's Programme), erhöhen die Attraktivität für in- und ausländische Bewerberinnen und Bewerber. Ebenso orientieren sich zukunftsweisende Studienangebote wie der "Informatik-Ingenieur” am Markt.

Eine überschaubare Größe und eine hervorragende personelle und apparative Ausstattung ermöglichen den Studierenden eine exzellente forschungsnahe und praxisorientierte Ausbildung. Vielfältiger Raum für Begegnungen ist gegeben.

Das nächste Jahrzehnt
Zielorientiert und verantwortungsvoll handeln - diesem Ziel gerecht zu werden, hat für die TUHH höchste Priorität. Zielorientiert zu handeln bedeutet, konsequent für die Fortentwicklung des Lehr- und Forschungsbetriebes zu sorgen. Die Qualitätssicherung der Lehre und die Einrichtung nachhaltiger Technologietransfer-Netzwerke sind beispielsweise substantieller Teil einer neuen Innovationskultur.

Mit Kreativität, Kompetenz und Kundenorientierung werden wir die Zukunft mitgestalten. Entscheidend dafür ist, daß wir und Sie erkennen, was für ein Gewinn diese Technische Universität mitten im Herzen Harburgs ist.

Saskia Kapels

Extremophile Mikroorganismen

Vom Ursprung des Lebens zu moderner Technologie

Lebensraum extremophiler Mikroorganismen
In den vergangenen Jahren gelang es, eine Vielzahl von Mikroorganismen aus extremen Biotopen wie z.B. kontinentalen und submarinen Vulkangebieten, Black Smokern in der Tiefsee, heißen Solfatarenfeldern, alkalischen Seen, Salzseen, kalten Regionen oder extrem sauren Habitaten zu isolieren. Entsprechend ihres natürlichen Lebensraumes sind diese Mikroorganismen in der Lage, bei Temperaturen bis zu 110 °C, bei pH Werten von 0.5 bis 11 oder bei Salzkonzentrationen von 30 % optimal zu wachsen. Phylogenetisch gehören viele dieser Organismen den Archaea an, der dritten Domäne neben den Bakterien und Eukarya. Bis heute sind etwa 40 Arten hyperthermophiler Archaea und Bakterien bekannt.

Vorteile erhöhter Temperatur
Neben dem phylogenetischen Aspekt ist das biotechnologische Potential extremophiler Mikroorganismen zu nennen. Im Vergleich zu mesophilen Organismen sind die essentiellen Zellkomponenten hyperthermophiler Organismen wie z.B. Proteine und Nukleinsäuren extrem thermostabil und oft resistent gegenüber Detergenzien und organischen Lösungsmitteln. Diese außergewöhnlichen charakteristischen Eigenschaften machen Enzyme aus Thermophilen für biotechnologische Anwendungen interessant. Gegenüber konventionellen, chemischen Verfahren bieten sie Vorteile, z.B. bezüglich einer höheren spezifischen Biokatalyse und einer stereospezifischen Umsetzung. Die Durchführung von Prozessen bei  Temperaturen über 60 °C führt zur Verbesserung der Transportparameter (Abnahme der Viskosität und Zunahme der Diffusionsgeschwindigkeit) und Minimierung der Kontaminationsgefahr.

Produktion hitzestabiler Biokatalysatoren mit Hilfe extremophiler Mikroorganismen
Eine große Anzahl extremthermophiler (65 - 85 °C) und hyperthermophiler (> 85 °C) Archaea und Bakterien ist in der Lage, Kohlenhydrate, Pektin, Cellulose, Fettsäuren, Lipide, Aminosäuren und Proteine als Energie- und Kohlenstoffquelle zu nutzen. Zur Verstoffwechslung dieser Substrate vermögen die Zellen extrem hitzestabile, extrazelluläre bzw. intrazelluläre Enzyme (Biokatalysatoren) zu synthetisieren. Eine Reihe von hitzestabilen Enzymen aus extremophilen Mikroorganismen ist in den letzten fünf Jahren angereichert und näher untersucht worden. So konnten hitzestabile Enzyme wie z.B. Amylasen, Xylanasen und Proteasen gereinigt werden. Diese Enzyme wurden im Hinblick auf ihre Funktion, Substratspezifität und dreidimensionale Struktur untersucht. Einige dieser Enzyme weisen katalytische Aktivitäten bei Temperaturen bis zu 130 °C und hohem Druck auf.

Zu den industriell interessanten Enzymen gehören unter anderem Proteasen. Bisher konnten fünf thermostabile Proteasen archaeellen Ursprungs charakterisiert werden. Ihre Temperaturoptima liegen zwischen 70 und 95 °C bei pH Werten im neutralen bis alkalischen Bereich. Weitere hitzestabile Proteasen wurden in extremthermophilen Bakterien der Ordnung Thermotogales nachgewiesen. Die Enzyme sind bei Temperaturen zwischen 50 und 110 °C und pH Werten zwischen 4 und 12 aktiv. Solche Proteasen finden Anwendung als Waschmittelzusatz und in Reinigungsmitteln. Ein weiterer proteaseproduzierender Mikroorganismus ist das extremthermophile Bakterium Fervidobacterium pennavorans (Lat. abl. penna: in der Feder, vorans : fressend), welches aus Quellproben der Azoreninsel San Miguel isoliert wurde. Seine Keratinase ist in der Lage, Federn innerhalb von 72 h bei 70 °C vollständig abzubauen. Dabei entstehen hochwertige Aminosäuren und Peptide, die in der pharmazeutischen Industrie verwendet werden können.

Ein weiteres extremthermophiles Bakterium, dessen xylanolytische Enzyme (Xylan ist ein Bestandteil des Holzes) charakterisiert wurden, ist Thermotoga thermarum. Die Xylanase von Pyrodictium abyssi, einem aus der Tiefsee isolierten Archaeon, hat ihr Temperaturoptimum sogar bei 110 °C. Anwendung finden diese Enzyme bei der Tierfutterherstellung und Papierbleiche.

DNA Polymerasen sind Enzyme, die bei der Vervielfältigung des genetischen Materials (DNA) eine entscheidende Rolle spielen. In den letzten Jahren wurde eine Anzahl thermostabiler DNA Polymerasen charakterisiert. Aus Thermococcus aggregans wurde ein solches Enzym isoliert, welches beim Ablesen der DNA eine besonders geringe Fehlerrate aufweist. Seit einigen Jahren werden thermostabile DNA Polymerasen bei der Polymerase Kettenreaktion, kurz PCR, eingesetzt. Mit dieser Methode können winzige Mengen DNA vervielfältigt werden. Um die DNA jedoch ablesen zu können, muß sie als Einzelstrang vorliegen, was durch Erhitzen erreicht wird. Der Vorteil thermostabiler DNA Polymerasen liegt darin, daß sie unter dem Einfluß hoher Temperaturen nicht inaktiviert werden, sondern sogar ihre optimale Aktivität entfalten können. Die PCR-Methode ist aus der biologischen und medizinischen Forschung und Anwendung nicht mehr wegzudenken. Durch fortschrittliche molekularbiologische Techniken ist es möglich, Gene archaeeller Enzyme in mesophilen Produktionsstämmen zu klonieren und zu exprimieren. Auf diese Weise können die archaeellen Enzyme in großen Mengen produziert und für neue industrielle Verfahren eingesetzt werden.
 

Einsatz thermostabiler Enzyme und Mikroorganismen in der Bio- und Umwelttechnik

Stärkeindustrie
Mit der biotechnologischen Produktion stärkeabbauender Enzyme wurden enzymatische Verfahren zur Produktion von Glucose- und Fructosesirup entwickelt, welche in der Lebensmittelindustrie große Bedeutung besitzen. Am weitesten verbreitet ist ein mehrstufiger Prozeß bei verschiedenen Temperaturen und
pH Werten. Da bei der konventionellen Prozeßführung und anschließenden Reinigung der Produkte hohe Kosten und beträchtliche Umweltbelastungen entstehen, ist in den letzten Jahren verstärkt an einer Vereinfachung des bestehenden Verfahrens gearbeitet worden. Das Auffinden von neuen hitzestabilen, stärkeabbauenden Enzymen eröffnet die Möglichkeit, eine Verzuckerung ohne Änderung des pH-Wertes bei hohen Temperaturen in einem Schritt durchzuführen. In Gegenwart thermostabilerer Enzyme würde die Ausbeute an Zuckersirup deutlich erhöht und die Inkubationszeit verkürzt. Somit ist es nun möglich, die Produktion von Glucose bzw. Fructose mit Hilfe thermoaktiver, stärkeabbauender Enzyme, z.B. Amylase (aktiv zwischen 80 und 110 °C), aus den thermophilen Mikroorganismen Pyrococcus woesei und Fervidobacterium pennavorans umweltschonend und kostengünstig durchzuführen.

Textil-, Zellstoff- und Papierindustrie
Eine weitere mögliche Anwendung von Enzymen aus extremophilen Mikroorganismen ist die Herstellung hochwertiger Wollfasern. Chemische oder physikalische Behandlungen von Wolle haben oft einen negativen Effekt auf das Griffverhalten der Wolle. Die Gründe für den Einsatz von Enzymen aus Extremophilen in der Textilindustrie sind ihre hohe Stabilität und ein vermindertes Kontaminationsrisiko. Es ist vorstellbar, daß enzymatische Prozesse mit thermostabilen Enzymen im Vergleich zu konventionellen Vorbehandlungsmethoden für Wolle sowohl in ökologischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht Vorteile bieten werden. Da die Wolle vorwiegend aus Proteinen und Lipiden besteht, kommen zur Behandlung von Wolle mit Enzymen Proteasen und Lipasen in Betracht.

In der Zellstoff- und Papierindustrie werden ebenfalls überwiegend mechanische und chemische Verfahren angewendet. Es wird angestrebt, Biokatalysatoren mit höheren pH- oder Temperaturoptima verfügbar zu machen, um z.B. eine Kühlung oder Ansäuerung des Zellstoffes nach Verlassen des Kochers zu vermeiden. Der Einsatz von Enzymen (wie z.B. Xylanasen, Cellulasen, Proteasen, Pectinasen und Lipasen) aus extremophilen Mikroorganismen bei der Altpapieraufbereitung am Beispiel der enzymatischen Papierbleichung bietet zudem den Vorteil, mit erhöhten Temperaturen eine bessere Löslichkeit und verminderte
Viskosität der organischen Substanzen zu bewirken und somit deren Bioverfügbarkeit zu erhöhen.

Schadstoffabbau
Umweltschadstoffe, wie z.B. polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Alkane (C20-C40), sind meist nur schwer wasserlöslich. Durch Erhöhung der Temperatur kann eine bessere Löslichkeit und damit Bioverfügbarkeit erzielt werden. Im Rahmen einer interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Ingenieuren und Mikrobiologen an der TUHH wurde eine Reihe von extremthermophilen Mikroorganismen aus isländischen Quellproben isoliert, die die Fähigkeit besitzen, die Umweltschadstoffe bei Temperaturen zwischen 55 und 75 °C abzubauen. Es konnte sogar ein kometabolischer Abbau von Pyren nachgewiesen werden. Weitere Experimente zur Reinigung ölkontaminierter Böden zeigten, daß durch die eingesetzte thermophile Mischkultur eine weitgehende Reduktion der schwerlöslichen Schadstoffe erreicht werden konnte. Damit wurde zum ersten Mal deutlich, daß nicht nur kohlenhydrat- bzw. proteinabbauende Mikroorganismen bei hohen Temperaturen ihre optimalen Wachstumsbedingungen finden, sondern auch Organismen, die fähig sind, mit umweltproblematischen Stoffen als alleiniger Kohlenstoffquelle zu wachsen.

Prof. Dr. Garabed Antranikian Biotechnologie/Technische Mikrobiologie

Unter Wasser

Betriebsfestigkeitsuntersuchungen

Die Unterhaltung moderner meerestechnischer Bauwerke zur Gewinnung maritimer Rohstoffvorkommen ist verbunden mit einem hohen Zeit- und Kostenaufwand. Daher besteht großes Interesse an der Entwicklung von sicheren und zugleich wirtschaftlichen Inspektions-, Wartungs- und Reparaturverfahren.

Eine solche Möglichkeit bietet das Naßschweißen unter Wasser. Im Gegensatz zum bisher hauptsächlich eingesetzten hyperbaren Schweißen in einer Druckkammer, dem sog. Habitat, vereinfacht sich die Logistik, und die Flexibilität erhöht sich. Die Reparatur kann an Land vorbereitet und unverzüglich vor Ort durchgeführt werden. Damit ergibt sich ein Zeitvorteil, der in Schlechtwetterregionen wie der Nordsee wichtig ist.

Mit zunehmender Betriebsdauer der Konstruktionen wächst die Gefahr des Versagens aufgrund von Ermüdungsrissen oder Anfahrschäden durch Versorgungsschiffe. Die Reparatur muß den Anforderungen aus der Beanspruchung im weiteren Betrieb genügen.

Am Arbeitsbereich Schiffstechnische Konstruktionen und Berechnungen / 2 der TUHH (vormals zum Institut für Schiffbau der Universität Hamburg gehörig) wurden in Zusammenarbeit mit der GKSS und dem französischen Unternehmen Stolt-Comex Anwendungsfälle unter Wasser naßgeschweißter Reparaturverbindungen hinsichtlich ihres Verhaltens unter Schwingbeanspruchung untersucht. Dabei handelt es sich um Rohr-Muffen-Verbindungen (Bild 1) sowie Flicken-Reparaturschweißungen (Bild 2). Die Untersuchungen wurden im Rahmen eines von der EU finanzierten Vorhabens sowie als Teilprojekt der DFG-Forschergruppe „Schadensforschung und Schadensverhütung an Konstruktionen im Wasser” gefördert.

Besonderheiten des Unterwasser-Naßschweißens
Durch den direkten Kontakt von Elektrode, Lichtbogen und Schweißschmelze mit dem Wasser erfolgt ein hoher Eintrag von Wasser- und Sauerstoff in das flüssige Schweißgut. Die Folge des damit verbundenem erhöhten Gasanteils, Legierungsabbrandes sowie der Wasserstoffversprödung können Poren, Risse, Schlackeeinschlüsse und große Härte sein.

Das Unterwasser-Naßschweißen läßt sich für normalfeste Stähle in Tiefen bis 100m gut beherrschen [1,2 ]. Die in der Nordsee häufig eingesetzten höherfesten Stähle neigen jedoch zur Wasserstoffversprödung. Ihr Kohlenstoffäquivalent ist oft größer als 0,4% und damit Anlaß für eine erhöhte Kaltrißneigung. Besonders gefährdet sind Bereiche, in denen in Überkopfposition geschweißt werden muß, da hier das Entweichen der Schweißgase behindert wird. Daher ist eine Reihe von Maßnahmen erforderlich, um diesen unerwünschten Effekten entgegenzuwirken. Durch geeignete Elektroden mit desoxidierenden und dehydrierenden Elementen läßt sich der Wasserstoffgehalt um bis zu 40% verringern. Die Anwendung einer Mehrlagentechnik, der sog. Temper-Bead-Technik, begünstigt das Ausgasen von im Schweißgut gebundenem Wasserstoff. Ferner wird durch eine konstruktive Anpassung der Verbindungen die in Überkopfposition zu verschweißende Strecke minimiert. Die untersuchten Bauteile sind Beispiele für solche Verbindungsformen.

Rohr-Muffen-Verbindung
Sind in Konstruktionen Rohre auszuwechseln, werden beim Einsetzen des neuen Rohres sog. Rohr-Muffen-Verbindungen verwendet. BildÊ1 zeigt eine solche Verbindung mit einer extrem langgezogenen Zunge an der Muffe. Die Muffe wurde aus einem zugeschnittenen Blech der Dicke 15mm gewalzt und an Luft mit einer Längsnaht geschlossen. Bei den Versuchskörpern wurde die Muffe an ihrer flachen Seite bereits mit einem Rohr verbunden. In Wassertiefen zwischen 20 und 100m erfolgte das Einschweißen des zweiten Rohrendes auf der Seite der Zunge. Die verwendeten Rohre hatten einen Durchmesser von 406mm und eine Wandstärke von 22mm. Das Material für Flicken und Rohre entsprach den Anforderungen eines St52-3N, das Kohenstoffäquivalent war >0,4%. Zur Prüfung der Schwingfestigkeit wurden die Modelle in eine Festigkeitsversuchsanlage eingebaut. Die Länge der Bauteile betrug ca. 6m. Bild 3 zeigt die untersuchten Reparaturverbindungen während des Versuches. Die Versuchsanordnung ermöglicht eine 4-Punkt-Biegung. Die interessierende Rohr-Muffen-Verbindung bleibt dabei querkraftfrei und wird durch reine Biegung beansprucht. Das Modell wurde so gelagert, daß Einspanneffekte vermieden wurden. Zur Ermittlung von globalen und lokalen Beanspruchungen sowie zum Registrieren von Anrissen sind die Modelle vor dem Einbau mit Dehnmeßstreifen (DMS) versehen worden. Die Zylinderkräfte wurden so gewählt, daß die Beanspruchungen im linear-elastischen Bereich lagen.

Zur Versuchsvorbereitung wurden statische Messungen vorgenommen. Die Ermüdungsversuche erfolgten bei Schwellbeanspruchung. Die Schwingbreite der Last betrug 140 bzw. 200kN. Die Testfrequenz lag mit 0,3 Hz in dem für Bauteilversuche üblichen Bereich.
Der Versuchsdurchführung an Luft liegt die Annahme zugrunde, daß die Schwingfestigkeit unter atmosphärischen Bedingungen und in Seewasser bei kathodischem Korrosionsschutz äquivalent ist [3]. Unter Verwendung des Farbeindring-Verfahrens und unter Zuhilfenahme von Vergrößerungsgläsern konnten von geübtem Personal Risse mit einer Länge ab 1,0mm entdeckt werden. Weiterhin konnten die Risse durch ein Abfallen der Dehnungen der DMS erkannt werden.

Die Bewertung der Versuchsergebnisse erfolgte nach dem Strukturspannungskonzept (engl. hot-spot). Es handelt sich dabei um ein Konzept auf der Grundlage örtlicher Beanspruchungen, in dem unter Verwendung vorliegender Richtlinien [4] die Spannungen auf den Nahtübergang extrapoliert werden.
In Ergänzung dazu wurden umfangreiche Finite-Elemente-Berechnungen vorgenommen. Entsprechend [4] wurden isoparametrische 20-Knoten-Volumenelemente mit reduzierter Integrationsordnung verwendet. Die mittels DMS gemessenen Spannungen wurden mit den errechneten Hauptspannungen verglichen. Der Unterschied zwischen beiden Ergebnissen war geringer als 7%. Es ergibt sich damit eine gute Übereinstimmung. Die Versuchsergebnisse wurden statistisch ausgewertet und in einem Wöhlerdiagramm dargestellt. Diese sind Strukturspannungswöhlerlinien aus dem Regelwerk [5] gegenübergestellt worden. Eine detaillierte Darstellung findet sich in [6]. Die untersuchten Verbindungen lassen sich damit gemäß den geltenden Vorschriften bewerten und die Lebensdauer nach der Reparatur kann abgeschätzt werden.

Flicken-Reparaturschweißungen
Einen typischen Schadensfall an Offshore-Konstruktionen stellen Schäden durch das Anfahren von Versorgungsschiffen dar. Für die Versuche wurden in Anlehnung an Hauptrohre meerestechnischer Bauwerke ausgesteifte Rohre einer Länge von 5,2m mit einem Durchmesser von 1,5m konstruiert und gefertigt. Zur Simulation der Kollisionsschäden wurden plastische Vorverformungen durch Eindrücken eines Stempels in den lokal erwärmten Mantel des Rohres erzeugt. Acht Schäden ließen sich auf einem Rohr anordnen, zwei in Längsflucht jeweils im Abstand eines Viertels des Umfanges. Auf die Schäden wurden rautenförmige Reparaturflicken einer Größe von 200 x 400mm und einer Dicke von 10 bzw. 15mm geschweißt. Die Ecken sind mit einem Radius von 25mm abgerundet worden. Die Reparaturschweißungen wurden von ausgebildeten Schweißtauchern in einem Süßwasserbassin in einer Wassertiefe von 4m ausgeführt. Dies entspricht der Tiefe, in der häufig die Schäden an Offshore-Bauwerken auftreten. Zur Versuchsdurchführung wurden die Rohre anschließend an Luft durch Brennschnitte zerlegt. Die Teile wiesen den Querschnitt eines Viertelsegmentes auf. Sie wurden auf eine Mittelplatte geschweißt und auf der Gegenseite durch eine gleichartiges unbeschädigtes Gegenstück ergänzt (Bild 2).

Die Durchführung der Versuche erfolgte analog zu den Rohr-Muffen-Verbindungen. Die Risse traten bei allen Modellen an den Flickenspitzen auf. Die ersten Risse bildeten sich an der in Überkopfposition geschweißten Seite. Die Auswertung der Versuche vollzieht sich wie bei den Rohr-Muffen-Verbindungen. Es zeigt sich dabei, daß die untersuchten Verbindungen unter Anwendung von Korrekturfaktoren gemäß den existierenden Vorschriften bewertet werden können. Im weiteren wurden gleichartige Untersuchungen für nachbehandelte Reparaturnähte vorgenommen. Für eine Nahtnachbehandlung unter Wasser kamen das Schleifen und das Hämmern der Nahtübergänge in Frage. Es zeigt sich dabei u.a. die längere Lebensdauer der gehämmerten Proben.

Schlußbemerkungen
Im Ergebnis der durchgeführten Versuche wurde gezeigt, daß die Schwingfestigkeit unter Wasser naßgeschweißter Verbindungen mit dem örtlichen Konzept auf der Basis der Strukturspannung bewertet werden kann. Es ergibt sich die Möglichkeit, die Lebensdauer reparierter Bauwerke genauer vorherzusagen. Dies erhöht die Sicherheit der unter den rauhen Bedingungen der Nordsee arbeitenden Konstruktionen.

Literatur
1. P. Szelagowski, V. Osthus, H. Petershagen,
R. Pohl, G. Lafaye: Konstruktive Gestaltung von Schweißverbindungen in nasser Umgebung,
Sonderdruck der GKSS Geesthacht, GKSS 96/E/71, 1996
2. C. Tsai: Underwater Wet Welding, Cuting and Inspektion, Welding Journal, 1995
3. A. Almar-Naess: Fatigue Handbook Offshore Steel Structures. Tapir, 1985
4. H. Petershagen, T. Massel: Systematische Sammlung und Auswertung von Schwingfestigkeitsdaten schiffbaulicher Konstruktionen, Abschlußbericht zum Vorhaben MTK 0441 8, 1990
5. Germanischer Lloyd: Klassifikations- und Bauvorschriften, I - Schiffstechnik, Teil 1: Seeschiffe, Kapitel 1 - Schiffskörper, Selbstverlag des Germanischen Lloyd, 1997
6. R. Pohl: Schwingfestigkeit unter Wasser naßgeschweißter Reparaturverbindungen, IfS-Bericht Nr. 589, 1997

Prof. Dr.-Ing. Hansjörg Petershagen, Dipl.-Ing. Robert Wernicke

Neue Forschungsthemen

Sozionik und Submillimeterwellen-Schaltungstechnologie

Qualität, Originalität und Interdisziplinarität der Forschung finden ihre Bestätigung immer dann, wenn die Deutsche Forschungsgemeinschaft neue Forschungsthemen in ihr Förderprogramm aufnimmt. Zwei neue, zukunftsträchtige Forschungsthemen werden das Forschungsspektrum der TUHH künftig ergänzen:

Eine Forschergruppe Submillimeterwellen-Schaltungstechnologie, die von dem Sprecher Prof. Dr. Schünemann, Arbeitsbereich Hochfrequenztechnik, angeführt wird, und das DFG-Schwerpunktprogramm Sozionik: Erforschung und Modellierung künstlicher Sozialität, dessen Koordinator Prof. Dr. Malsch, Arbeitsbereich Technikbewertung und -gestaltung, ist.

Ziel der Forschergruppe Submillimeterwellen-Schaltungstechnologie ist, durch die Entwicklung einer neuartigen, kostengünstigen Schaltungstechnologie den Frequenzbereich der Submillimeter-wellen (von 200 GHz bis 1000 GHz) für vielfältige technische Anwendungen zu erschließen. Schaltungstechnologie  meint dabei die Realisierung und das Zusammenspiel hochfrequenztechnischer bzw. elektronischer Bauteile. Die Bedeutung dieser neuartigen Schaltungstechnologie basiert auf den besonderen Eigenschaften elektromagnetischer Wellen im o. g. Frequenzbereich. Zum einen besteht die Möglichkeit, die hervorragende Fokussierbarkeit der kurzwelligen Strahlung für Sensorikanwendungen einzusetzen. Zum anderen kann diese kurzwellige Strahlung für umweltanalytische Untersuchungen der Atmosphäre genutzt werden.

Anwendungsgebiete dieser neuen Technik sind u. a.:
- Spektroskopie, Umweltanalytik und -überwachung der Atmosphäre und industrieller Umgebungen
- Nahbereichs-Abbildung und Sensorik für Analysen in technischen und biologischen Systemen (z. B. in der Fertigungstechnik zur Untersuchung von Materialeigenschaften etc.)
- Klimaforschung (aktive und passive Meßsysteme zur Untersuchung der Wolkenbildung und der Atmosphärenschichtung, etc.)
- Nahbereichs-Kommunikationssysteme
- Radioastronomie, Laborspektroskopie

Trotz der vielfältigen und gerade für eine Industriegesellschaft wichtigen Aufgaben sind im genannten Frequenzbereich bislang im wesentlichen nur naturwissenschaftliche Anwendungen (u. a. Radioastronomie, Laborspektroskopie) erforscht worden. Die Ursache dafür liegt in der Tatsache, daß bislang keine Schaltungskonzepte gefunden werden konnten, die über die technische Erschließung des Frequenzbereiches der Submillimeterwellen eine breitere Nutzung ermöglichten. Ein geeignetes Schaltungsprinzip, das auf einer sogenannten quasi-optischen Wellenausbreitung unter Einsatz von Holographie beruht, ist jedoch kürzlich im Arbeitsbereich Hochfrequenztechnik entwickelt worden. Hier treten die bisherigen Probleme der Herstellbarkeit, Skalierbarkeit und Wirtschaftlichkeit nicht auf, so daß einer breiten Nutzung nun prinzipiell nichts mehr im Weg steht. Diese An-sätze sollen nun in einem interdisziplinär ausgerichteten Team weiter entwickelt werden.

Sozionik ist ein neues Forschungsfeld zwischen Soziologie und Künstlicher Intelligenz, dessen Konturen sich erst allmählich auszuprägen beginnen. Ähnlich wie man sich in der Bionik vorgenommen hat, biologische Körperfunktionen als Vorbild für neue Techniken zu nutzen, geht es in der Sozionik um die Frage, wie es möglich ist, Vorbilder aus der sozialen Welt aufzugreifen, um daraus intelligente Techniken koordinierten Problemlösens zwischen autonomen Softwareprogrammen (Multiagentensysteme) zu entwickeln.

Ziel des Forschungsprogramms ist es, das Innovations- und Anwendungspotential künstlicher Sozialität auszuloten und die Grundlagen für eine sozionische Technikentwicklung zu erarbeiten. Um dies leisten zu können, ist das Forschungsfeld für eine breite Kooperation von Informatik und Soziologie und für unterschiedliche Theorien, Methoden und Techniken zu öffnen.

Es kommt darauf an, eine für beide Disziplinen gleichermaßen spannende grundlagentheoretische Forschungsfrage zu beantworten, die in der nötigen Klarheit und Systematik bislang noch nicht gestellt wurde: Worin besteht die enorme Robustheit, Adaptivität und Leistungsfähigkeit der menschlichen Gesellschaft und wie lassen sich diese Eigenschaften in intelligente Technologien übersetzen?

Zu erwarten sind darüber hinaus grundlagen- und anwendungsbezogene Beiträge zu neuen Formen der Mensch - Maschine - Interaktion, die sich im Zusammenwirken von menschlichen und technischen Kooperationspartnern herausbilden. Die Sozionik hat hier eine wichtige Gestaltungsaufgabe, deren Bedeutung sich daran ermessen läßt, daß autonome Softwaresysteme (Agenten) in den neuen Kommunikationsmedien (Internet, Intranet, Multimedia, virtuelle Realität) ein schon heute stark expandierendes Einsatzgebiet haben.

Informationen:
Dr. Johannes Harpenau,
Referent für Forschungs-
und Strukturangelegenheiten
Telefon: 7718-3574

Hochleistungsverbundwerkstoffe

Können glasfaserverstärkte Kunststoffe elektrisch leitfähig sein?

Glasfaserverstärkte Kunststoffe (GFK) sind aufgrund ihrer hervorragenden spezifischen mechanischen Eigenschaften bei gleichzeitig günstigem Preis aus vielen Bereichen der Technik nicht mehr wegzudenken.

GFK kann, wie alle Hochleistungsverbundwerkstoffe, sowohl über die Werkstoffkombination (Faser und Matrix) als auch über den Laminataufbau (Faserorientierung in Belastungsrichtung) für die jeweils geforderten mechanischen Eigenschaften eines Bauteils maßgeschneidert werden. Diese Möglichkeiten werden insbesondere im europäischen Flugzeugbau intensiv genutzt. Dort sind sowohl die verwendeten Werkstoffkombinationen als auch die Laminataufbauten bezüglich der mechanischen Eigenschaften weitgehend für die jeweiligen Anwendungen optimiert. Anfang der neunziger Jahre stellte sich jedoch für die deutschen Flugzeugbauer des Airbus-Konsortiums, die jetzige Daimler-Benz Aerospace Airbus (DASA), die Frage nach weiteren Möglichkeiten der Optimierung von GFK-Bauteilen.

Ruß macht leitfähige Lackierung überflüssig
Glasfasern und das Matrixpolymer sind beide elektrische Isolatoren. Für die meisten Anwendungen ist diese Eigenschaft unerheblich oder zumindest nicht nachteilig. Um elektrostatische Aufladungen zu verhindern, die den Funkverkehr oder gar elektronische Geräte stören können, ist jedoch ein spezifischer elektrischer Widerstand r < 108 W cm erforderlich. Durch die elektrisch isolierende Wirkung von GFK war für die betroffenen Bauteile eine spezielle und aufwendige Lackierung mit einem elektrisch leitfähigen Speziallack notwendig (Abbildung 1a). Über diesen „Umweg”konnte die geforderte elektrische Leitfähigkeit realisiert werden. Die Nachteile der Lackierung liegen auf der Hand:
- Der Lackiervorgang verursacht durch die erforderlichen Fertigungsschritte (Abkleben, Lackieren, Trocknen, Überprüfen) erhebliche Fertigungs-, Wartungs-, und zusätzliche Reparaturkosten.
- Der durch die Verwendung des GFK erreichte Gewichtsvorteil gegenüber der Metallbauweise wird verringert,
- Der Speziallack muß gekauft, fachgerecht gelagert und entsorgt werden,
- Die Lackschicht ist einer Alterung unterworfen und muß in bestimmten Intervallen geprüft und gegebenenfalls erneuert werden.
--> Die aufgeführten Kosten müssen entweder direkt über Wartung und Reparatur oder indirekt über den Kaufpreis vom Kunden getragen werden.

Eine technisch weitaus elegantere Lösung, die Einsparungen sowohl auf der Materialseite als auch bei der Fertigung, Wartung und Reparatur von GFK-Bauteilen verspricht, wäre ein elektrisch leitfähiger, glasfaserverstärkter Kunststoff. Damit kann ein vereinfachtes Bauteildesign verwirklicht werden (Abbildung 1b).

Aber es bleiben folgende Fragen:
1. Können glasfaserverstärkte Kunststoffe elektrisch leitfähig sein?
und
2. Können sie dabei ihre mechanischen Eigenschaften in vollem Umfang behalten?

Zur Beantwortung beider Fragen, wurde eine Kooperation zwischen der DASA und dem Arbeitsbereich Kunststoffe und Verbundwerkstoffe der TUHH vereinbart, in der ein elektrisch leitfähiger GFK entwickelt werden sollte. Ziel des Projekts war es, von der Entwicklung bis zur industriellen Umsetzung, die gesamte Entwicklungskette zu durchlaufen. Da keine Möglichkeit gesehen wurde, die Glasfasern elektrisch leitend auszustatten, wurden die Anstrengungen auf die Kunststoffmatrix konzentriert und hier insbesondere auf die bereits in der Serienproduktion verwendeten Epoxidharze.

Die grundlegenden Untersuchungen beschäftigten sich zunächst mit den verschiedenen Möglichkeiten vorhandene Epoxidharze zu modifizieren, um eine elektrische Leitfähigkeit zu erreichen. Zuerst wurden intrinsisch leitfähige Polymere (ICP) wie Polyacethylen (PAc) und Polypyrrol (PPy) als möglicher Füllstoff untersucht. Es stellte sich jedoch relativ schnell heraus, daß diese Polymere für die geplante Anwendung eine ungenügende Stabilität aufwiesen. Dies liegt an den ungesättigten Bindungen der Kettenmoleküle, die für die intrinsische elektrische Leitfähigkeit benötigt werden. Eine andere Möglichkeit ist die Erhöhung der ionischen Leitfähigkeit des jeweiligen Epoxidharzsystems. Um die geforderte elektrische Leitfähigkeit erreichen zu können, mußte jedoch die Glasübergangstemperatur stark herabgesetzt werden, was die mechanischen Eigenschaften unakzeptabel verschlechterte.

Die erfolgversprechendste Methode zur Herstellung einer elektrisch leitfähigen Epoxidharzmatrix war schließlich die Zugabe des elektrisch leitfähigen Füllstoffs Ruß. Die Rußkonzentration mußte dabei so gering wie möglich sein, um die mechanischen Eigenschaften der Matrix nicht negativ zu beeinflussen. Die geforderte elektrische Leitfähigkeit kann bei der Verwendung eines leitfähigen Füllstoffs nur über die Bildung eines dreidimensionalen Netzwerks (im allgemeinen als Perkolation bezeichnet) aus den Füllstoffteilchen erreicht werden. Ab einer bestimmten Füllstoffkonzentration, die als Perkolationsschwelle bezeichnet wird, führt die Bildung eines solchen Netzwerks unmittelbar zu einer Reduktion des elektrischen Widerstands (Abbildung 2). Bei einer rein statistischen Verteilung der Rußteilchen ergibt sich rechnerisch eine Perkolationsschwelle von etwa 16 vol%. Bei Verwendung möglichst kleiner Rußteilchen (im Nanobereich) und geeigneter Vorbehandlung der Matrix, konnte die Perkolationsschwelle jedoch auf Werte unter 0,3 vol% gedrückt werden. Die Untersuchungen zum Perkolationsverhalten von Ruß wurden zum größten Teil an dem für experimentelle Arbeiten geeigneten Epoxidharzsystem Aradit LY556/HY932 durchgeführt. Als Ruß wurde das Hochleitfähigkeitsruß Printex XE2 der Degussa AG ausgewählt. Im Rahmen einer Promotion wurde diese Werkstoffkombination unter Berücksichtigung der neu gewonnenen Erkenntnissebezüglich der geforderten Eigenschaften optimiert. Durch die Zugabe von Kupferchlorid (Konzentration: 3.10-6 mol/g) konnte die Perkolationsneigung der Rußteilchen im Harzsystem erhöht werden, so daß bereits mit 0,06 vol% Ruß(!) ein spezifischer elektrischer Widerstand von
108 W cm deutlich unterschritten wurde. Die mechanischen Eigenschaften wurden von dieser äußerst geringen Rußkonzentration nicht beeinflußt.

Nach dem erfolgreichen Nachweis, daß die geforderte elektrische Leitfähigkeit ohne Beeinflussung der mechanischen Eigenschaften erreicht werden kann, mußte eine Übertragung auf einen glasfaserverstärkten Kunststoff vom Labormaßstab zur industriellen Anwedung erfolgen. Dazu mußten die erworbenen Fähigkeiten auf ein anderes Harzsystem und andere Fertigungsparameter übertragen werden. Die Auswahl des Epoxidharzsystems und der Armierung (Glasfasergewebe US-Style 7781) erfolgte gemeinsam mit dem späteren Anwender DASA. In enger Zusammenarbeit mit potentiellen Herstellern von GFK-Rohstoffen und -Halbzeugen wurden die notwendigen neuen Fertigungsrichtlinien ausgearbeitet. Für eine erfolgreiche Produktion von elektrisch leitfähigem GFK mußten viele Fertigungsparameter sowohl bei der Herstellung der Harz-Ruß-Dispersion als auch bei der Halbzeugherstellung optimiert werden.

Als Ergebnis des Projekts „Elektrisch leitfähige polymere Matrixsysteme” steht nunmehr, neben vielen grundlegend neuen Erkenntnissen und Forschungsansätzen zur Theorie der Perkolation, ein zur Anwendungsreife entwickelter, einsatzbereiter glasfaserverstärkter Kunststoff mit elektrischer Leitfähigkeit zur Verfügung. Durch die konsequente Anwendung der innerhalb des Projekts erarbeiteten Erkenntnisse ist es gelungen, einen spezifischen elektrischen Widerstand r < 108 W cm zu realisieren, ohne die hervorragenden mechanischen Eigenschaften des herkömmlichen GFK zu vermindern.

Der entwickelte elektrisch leitfähige GFK ist nicht nur für die Luftfahrtindustrie interessant, sondern kann überall dort, wo die elektrisch isolierende Wirkung des herkömmlichen GFK dessen Einsatz begrenzt, eingesetzt werden. Denkbar ist die Verwendung in Eisenbahnen oder Pkw. Aber auch in der Computerindustrie sind viele Anwendungen (z.B. Gehäuse) denkbar. Künftige Forschungen werden sich auf einen Transfer des Wissens auf andere Harzsysteme, wie Phenolharze und Polyurethanharze konzentrieren. Diese Harzsysteme werden aufgrund ihrer selbstverlöschenden Eigenschaften für Passagierräume eingesetzt, in denen die isolierende Wirkung herkömmlicher Matrixsysteme ebenfalls unerwünscht ist.

Neben der erfolgreichen Entwicklung und industriellen Umsetzung, führte die Forschungstätigkeit zu zahlreichen nationalen und internationalen Kontakten, in deren Zusammenhang die erworbenen Kenntnisse zum Verständnis der Perkolation von Nanoteilchen (carbon nanotubes, natural polymer whisker) weiter genutzt werden. Dies wird im wesentlichen mit den Universitäten in Dortmund (Prof. Petermann), Lyon, F, (Prof. Cavaille) und Cambridge, UK, (Prof. Windle) erfolgen.

Dipl.-Ing.M. Kupke, Prof.Dr.-Ing. K. Schulte
Kunststoffe und Verbundwerkstoffe
 

Kritische Punkte

Thermische Verfahrenstechnik

Schon 1822 beobachtete der Franzose mit dem wohlklingenden Namen Cagniard de la Tour, daß sich Flüssigkeit und Gas ab einer bestimmten Temperatur - der bereits vom ihm so bezeichneten kritischen Temperatur - nicht mehr mit dem Auge unterscheiden lassen. Ende des 19. Jahrhunderts wurde entdeckt, daß diese „überkritischen” Fluide Kobalt- und Eisenchlorid wunderbar lösen. Damit liegen die physikalischen Grundlagen des erst in der jüngeren Vergangenheit entstandenen Forschungsgebietes der „überkritischen Fluide” schon in der Gründerzeit des industriellen Zeitalters.

Heute wird der kritische Punkt definiert als der Zustand, bei dem ein Stoff nur noch in einer Phase vorliegt, sich also keine flüssige und gasförmige Phase mehr unterscheiden lassen. Gekennzeichnet wird dieser durch die kritische Temperatur und den kritischen Druck. Liegen Temperatur und Druck über dem kritischen Punkt, spricht man demzufolge von „überkritisch”.
Was ist aber das Besondere am „Überkritischen”? Mit der Beantwortung dieser Frage ließe sich alleine der hier zugestandene Raum sprengen, insofern kann diese Antwort in einem Satz nur unvollständig sein. Ein überkritisches Fluid vereinigt die positive Eigenschaften niedriger Viskosität von Gasen mit dem hohen Lösevermögen einer Flüssigkeit. Kurz, es stellt aus technischer Sicht ein ideales Lösungsmittel dar, dessen Vorteile sich aber mit hohem Druck „erkauft” werden müssen. Im Arbeitsbereich Thermische Verfahrenstechnik - für TU-Verhältnisse mit 16 Jahren auch schon im biblischen Alter - beschäftigen sich unter der Leitung von Prof. Brunner und Prof. Eggers 34 Mitarbeiter mit eben diesen überkritischen Fluiden und ihren vielfältigen Einsatzmöglichkeiten.

Hochdruckreaktionstechnik mit technischen Enzymen
Ein sehr aktuelles Anwendungsgebiet haben sich die überkritischen Fluide auch in der Biotechnologie und hier speziell in der Enzymtechnologie erschlossen. Von der industriellen Stoffproduktion bis zum Alltagsleben spielen Enzyme eine vielfältige, oft kaum bekannte Rolle. Enzyme zeichnen sich dadurch aus, bestimmte Reaktionen sehr spezifisch zu katalysieren, und damit werden sie vermehrt eingesetzt, um eine Vielzahl von Produkten zu gewinnen. Insbesondere im wichtigen Sektor Ernährung und Gesundheit nimmt die Bedeutung der Enzymtechnik zu und ermöglicht die Herstellung von neuen Wirkstoffen. Die Weiterentwicklung bekannter Verfahren zu einer kostengünstigeren und umweltfreundlicheren Betriebsweise sind der Antrieb für einen verstärkten Einsatz biologischer Methoden.
 Bei näherer Untersuchung zum Aufbau eines solchen Enzyms wird man feststellen, daß selbiges aus sehr komplexen Protein-(Eiweiß-) Molekülen besteht. Zunächst scheinen sich hohe Drücke - erst recht in Kombination mit hohen Temperaturen - und Proteine zu widersprechen. Als jedem präsentes Beispiel läßt sich Eiweiß in einer heißen Pfanne anführen, wobei hier natürlich die Veränderung (Denaturierung) zum Spiegelei gewünscht wird. Entgegen der alltäglichen Beobachtung ist die Stabilität von technischen Enzymen bei Drücken von mehreren tausend Bar und Temperaturen über 100°C nachgewiesen worden. Aufgrund dieser Eigenschaften erschließen sich weite Einsatzfelder für die industrielle Katalyse.

Wie kommt es jetzt zu einer Verbindung von überkritischen Fluiden mit Enzymreaktionen? Bei vielen katalysierten Reaktionen, ob in der Chemie oder Biologie, werden verschiedenste Lösemittel verwendet, um die Ausgangsstoffe und Produkte aufzunehmen und handhabbar zu machen. Für biologische Enzymreaktionen liegt als Lösemittel zunächst Wasser als natürliche Umgebung der Enzyme nahe. Problematisch wird Wasser, wenn sich nicht alle beteiligten Reaktionskomponenten ausreichend darin lösen lassen. Das ist der Fall bei sogenannten unpolaren Stoffen. So ist es zum Beispiel nicht möglich, Öl in Wasser wirklich chemisch zu lösen, sondern bestenfalls physikalisch zu emulgieren.

Umgehen läßt sich diese Problematik durch den Einsatz sogenannter unpolarer Lösemittel wie etwa Benzin oder ähnliche organische Erdölprodukte. Aus Gründen der Sicherheit und des Umweltschutzes (sowie diversen anderen) sind in vielen Bereichen insbesondere im „Human Sector” diese Lösemittel unerwünscht. Alternativ - und hier schließt sich der Kreis - können überkritische Fluide, genauer überkritisches Kohlendioxid, welches ebenfalls ein unpolares Lösemittel darstellt, eingesetzt werden. Kohlendioxid liegt schon bei verhältnismäßig niedrigeren Drücken (~73 bar) und Temperaturen (~31°C) überkritisch vor und eignet sich deshalb für weite Bereiche der Biokatalyse.

Im Arbeitsbereich Thermische Verfahrenstechnik werden hierzu verschiedene Reaktionen und Enzyme auf ihre Eignung in überkritischem Kohlendioxid untersucht. Technisch gestaltet sich diese Aufgabe schwierig, weil es sich um Hochdruckverfahren handelt. Uns stehen für diese Untersuchungen zwei Anlagen zu Verfügung. Ein als Batch-Reaktor bezeichneter Rührkessel mit dem sich die optimalen Reaktionsbedingungen hinsichtlich Geschwindigkeit und, ganz wichtig, Selektivität der eingesetzten Enzyme untersuchen lassen. Abbildung 1 zeigt diesen kleinen Reaktor, der bis 4000 bar (fast 2000mal mehr als ein Autoreifen üblicherweise an Druck hat) betrieben werden kann. Verfahrenstechnisch stellt eine diskontinuierliche Batch-Reaktion noch nicht die optimale Lösung dar. Deshalb können in einer weiteren kontinuierlich betriebenen Hochdruckreaktionsanlage im kleinen Untersuchungen durchgeführt werden, wie sie für die spätere Entwicklung einer realen Produktionsanlage wichtig sind.

Gasextraktion
Ein weiterer Forschungsschwerpunkt des Arbeitsbereiches Thermische Verfahrenstechnik ist die Gasextraktion. So, wie man morgens sein Kaffeegetränk mittels Wasser aus Kaffeepulver herausextrahiert, so werden hier Wertkomponenten aus vielerlei Stoffen gewonnen. Nur wird statt einer Kaffeemaschine ein Hochdruckbehälter verwendet und statt Wasser kommt überkritisches CO2 zum Einsatz. Es ist verständlich, daß sich dieser hohe technische Aufwand nur bei bestimmten Produkten lohnt. Das Einsatzgebiet der Gasextraktion konzentriert sich vor allem auf temperaturempfindliche Stoffe oder auf solche, die keine Verunreinigungen mit Lösemitteln besitzen dürfen. Kohlendioxid hat nicht nur die Eigenschaft, schon bei geringer Temperatur als überkritisches Fluid verwendet werden zu können, sondern nach getaner Arbeit trennt es sich auch wieder vollständig vom extrahierten Wertstoff, außerdem ist es völlig ungiftig. Diese Charakteristika zeichnen es für seine Verwendung in der Pharma- und Lebensmittelindustrie aus.

Aktuelle Untersuchungen beschäftigen sich damit, Grundlagen der Gasextraktion auf neue Stoffsysteme zu übertragen. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob dieses noch junge Trennverfahren technisch und ökonomisch realisierbar ist. Hierzu stehen eine Vielzahl von Labor- und Technikumsanlagen (der nächste Schritt in Richtung Großanlage) zur Verfügung. Studenten haben die Möglichkeit, durch Studien- oder Diplomarbeiten an diesen Anlagen einen guten Einblick in das Forschungsgebiet zu gewinnen. Exemplarisch wird hier kurz auf den in Abbildung 2 dargestellten Prozeß der Gegenstromextraktion eingegangen. Die dargestellte Anlage eignet sich zur Auftrennung von flüssigem Ausgangsgemisch (Feed), welches der Trennkolonne zugeführt wird. Während der Flüssigkeitsstrom die Kolonne herunterfließt, strömt das Lösungsmittel CO2 von unten nach oben. Durch diesen Kontakt im Gegenstrom wird das Feed in zwei verschiedene Fraktionen aufgetrennt, die als Raffinat und Extrakt abgezogen werden. Momentan wird beispielsweise die Anreicherung von Vitaminen und Aromastoffen untersucht.

André Overmeyer, Martin Jungfer

Kleiner ist leistungsfähiger

Mikrosystementwurf

Die Mikrosystemtechnik ist eine noch junge Disziplin, die die in der Mikroelektronik entwickelten Technologien verwendet, um miniaturisierte Systeme herzustellen. Bereits weit verbreitete und bekannte einfache Produkte der Mikrosystemtechnik sind die in der Automobiltechnik verwendeten Air-Bag Sensoren oder Drucksensoren, die z.B. in Armbanduhren integriert werden.

Heute wird an hochkomplexen Systemen gearbeitet, die aus einer größeren Anzahl einzelner Komponenten bestehen und durch die parallele Erfassung einer Vielzahl von Signalen eine örtliche Auflösung oder die Identifikation und Verarbeitung komplexer Merkmalsmuster ermöglichen (künstliches Auge, künstliche Nase).

Die Mikrosystemtechnik knüpft in ihrem Bestreben an die Erfolgsgeschichte der Mikroelektronik an, die durch fortschreitende Miniaturisierung eine nun seit mehreren Jahrzehnten andauernde exponentielle Steigerung der Leistungsfähigkeit bei gleichzeitig sinkenden
Kosten erreicht hat. Mit dieser Steigerung der Leistungsfähigkeit ist eine hohe und weiter zunehmende wirtschaftliche Bedeutung und die Durchdringung praktisch aller Bereiche des täglichen Lebens verbunden. Auch in den nächsten Jahren wird dieser Trend anhalten. Das Erfolgsrezept der Mikroelektronik läßt sich auf die einfache Formel bringen:
kleiner ist leistungsfähiger
kleiner ist kostengünstiger

Mikrosysteme erweitern den Anwendungsbereich erheblich, indem sie auch mikromechanische, mikrooptische und andere nichtelektrische Funktionselemente umfassen. Die Entwicklung der Mikrosystemtechnik wird getrieben durch ein hohes Potential bei der Reduktion der Kosten (Materialaufwand, Anzahl der Prozeßschritte) und der Verbesserung der Funktion (Genauigkeit, Leistungsbereich, Selektivität von Sensoren) bei gleichzeitiger Erhöhung der Zuverlässigkeit. Der Kostenvorteil wird besonders deutlich, wenn eine weitgehende Automatisierung  der Fertigung (Batch Prozeß) bei hohen Stückzahlen eingesetzt werden kann. Die besonderen Charakteristika und Unterschiede zwischen Entwurf, Herstellung und Einsatzbereich von Mikrosystemen gegenüber herkömmlichen (Makro-) Realisierungen ergeben sich aus den kleinsten Struktur-abmessungen im µ - Meterbereich.

Der erfolgreiche Entwurf von Mikrosystemen setzt auch eine Beachtung der durch die Miniaturisierung bedingten Änderung charakteristischer Eigenschaften voraus. Verkleinert man alle Abmessungen eines Systems, so ändert sich in der Regel auch die Funktion. In der Antike wurde die Übertragbarkeit bei Änderung der Abmessungen vorausgesetzt und auch Leonardo da Vinci hat bei seinen erfolglosen Flugversuchen den Vogelflug nachgeahmt, ohne zu bedenken, daß die Flügeloberfläche überproportional vergrößert werden müßte, wenn man eine Übertragung auf die Größe eines Menschen vornimmt. In analoger Weise gewinnen bei der Miniaturisierung neue - bisher für eine Makrorealisierung untergeordnete - Effekte an Bedeutung, oder es können neuartige Realisierungskonzepte attraktiv werden. Überlegungen dieser Art werden auch in der Bionik genutzt, um Ähnlichkeits-betrachtungen anzustellen und unter der Vielfalt der in der Natur realisierten Prinzipien solche zu suchen, die auch in der Technik Anwendung finden können.

Da die wesentlichen Funktionsmerkmale bereits vor der Realisierung festgelegt werden, resultiert hieraus eine hohe Bedeutung des Entwurfs für den wirtschaftlichen Erfolg eines Produktes. Hinzu treten als Spezifika der Mikrosystemtechnik die relativ hohen Kosten für Produktionsanlagen, die sich nur durch große Stückzahlen amortisieren, sowie die Forderung nach einer sehr hohen Zuverlässigkeit, die aus der einge-schränkten Reparaturfähigkeit von Mikrosystemen resultiert. Hohe Prototypenkosten und die häufige Komplexität über mehrere physikalische Ebenen der Mikrosysteme erfordern den möglichst weitgehenden Einsatz von Simulationswerkzeugen, um zuverlässige Aussagen über die Funktion des Systems zu einem frühen Zeitpunkt zu erhalten. Vom Entwurf ist daher zu verlangen, daß er zu optimierten, funktionstüchtigen Systemen unter Berücksichtigung der Querempfindlichkeiten und der Integrations-umgebung führt.

Mit der Steigerung der Komplexität und Integrationsdichte ist zu erwarten, daß der Mikrosystementwurf eine ähnliche Bedeutung erlangt, wie dies heute für den Entwurf hochintegrierter elektronischer Schaltungen der Fall ist. Mikrosysteme zeichnen sich jedoch, im Gegensatz zu rein elektronischen, insbesondere digitalen Schaltungen, durch ihre hohe Variationsbreite der Anwendungen aus. Daher ist zu erwarten, daß die einzelnen Entwurfsschritte nicht in gleichem Maße standardisiert und automatisiert werden können. Am Arbeitsbereich Halbleitertechnologie der TU werden neben den Technologien zu Herstellung von Mikrosystemen auch die Simulationsverfahren für den Entwurf eingesetzt und weiterentwickelt. Die Modellbildung und Simulation erweist sich für den durchgängigen Entwurf von Mikrosystemen als zentrales Ziel, um parallel zur Entwicklung zuverlässige Modelle für das Verhalten zu erstellen und damit eine Optimierung der Systemfunktion zu erreichen.
 
Wichtigstes Werkzeug des Mikrosystementwurfs sind Simulationsverfahren, die auf der Ebene der partiellen (Feldsimulatoren) oder der gewöhnlichen Differentialgleichungen (Analogsimulatoren) ansetzen. Die Komplexität ist dabei sehr groß. Bei Mikrosystemen erlangen, aufgrund der räumlichen Nähe der Komponenten, Wechselwirkungen zwischen den unterschiedlichen physikalischen Größen eine hohe Bedeutung. Obwohl die Beschreibung durch Feldgleichungen (Temperaturfeld, Elektromagnetisches Feld, mechanisches Spannungsfeld) die genaueste Darstellungsart liefert, ist es aufgrund der Komplexität nicht möglich, komplette Mikrosysteme auf dieser Ebene zu modellieren. Vielmehr wird die Feldsimulation auch dazu verwendet, um aus ihr Modelle mit einer geringeren Anzahl von Freiheitsgraden und somit geringerer Komplexität abzuleiten, die dann, in ähnlicher Weise wie dies beim Entwurf elektronischer Schaltungen üblich ist, innerhalb eines Analogsimulators nachgebildet werden können. Auf diese Weise lassen sich auch Systeme mit einer Wirkungsweise über mehrere physikalische Ebenen und einer größeren Anzahl von Komponenten in einheitlicher Art beschreiben.

Durch Makromodelle, die das funktionale Verhalten der jeweiligen Mikro-systemkomponenten (Chips, Sensoren und Aktoren) unter Berücksichtigung signifikanter Störgrößen wiedergeben, kann die Beschreibung des Zusammenhangs unterschiedlicher physikalischer Größen auf einheitliche Größen der Simulationsumgebung übertragen werden.

Derzeit werden am Arbeitsbereich Halbleitertechnologie thermooptische Schalter untersucht. Diese Bauelemente werden in der Breitbandkommunikation eingesetzt um den Signalpfad optischer Wellenleiter zu schalten. Hierbei wird durch einen auf dem Bauteil befindlichen metallischen Heizer ein Temperaturfeld erzeugt und der Brechungsindex des optischen Materials gezielt beeinflußt. Wichtige Anforderungen solcher Bauelemente sind eine geringe Dämpfung, olarisationsunempfindlichkeit, kurze Schaltzeiten und hohe Zuverlässigkeit. Bedingt durch das Temperaturfeld und die Unterschiede im thermischen Ausdehnungskoeffizienten der verwendeten Materialien werden mechanische Spannungen induziert, die die Zuverlässigkeit, aber auch das optische Verhalten beeinträchtigen. Über den thermooptischen Effekt verschieben die mechanischen Spannungen in unerwünschter Weise den Brechungsindex. Dieser Effekt kann in Abhängigkeit von Geometrie- und Materialparametern die gleiche Größenordnung erreichen wie die erwünschte thermische Änderung des Brechungsindex. Zur Optimierung des Bauteilverhaltens ist die genaue Kenntnis aller beteiligten Größen notwendig (Temperaturfeld, mechanisches Span-nungsfeld, Brechzahlverteilung und optisches Feld). Da kommerzielle Simulatoren nicht in der Lage sind alle Effekte zu berücksichtigen, werden zur Berechnung spezielle Werkzeuge entwickelt.   Prof. Dr.-Ing. Manfred Kasper

Baut Brücken in Wilhelmsburg

TUHH-Stadtplanung: Lehre, Forschung und Praxis

Mitten in Hamburg liegt die größte Flußinsel Europas. Die Norder- und die Süderelbe begrenzen sie. Dort ist Wilhelmsburg zu entdecken, heute ein Ortsteil des Bezirks Harburg und eine Heimat für 49.000 Menschen, von denen ca. ein Drittel Migranten sind. In Wilhelmsburg läßt sich viel verbessern.

Seit 1994 läuft im Auftrag der Hamburger Stadtentwicklungsbehörde (STEB) in Wilhelmsburg ein von Absolventen und Mitgliedern des TUHH-Studiengangs Städtebau/Stadtplanung in Gutachterfunktion getragenes Stadtteilentwicklungsverfahren. Mit ihrem Hamburger Büro d'Ing-Planung haben sich zwei junge Stadtplaner und eine Planerin, Mario Bloem, Dorle Danne und Jens Usadel, erfolgreich selbständig gemacht - nicht die einzigen dieses Studiengangs, die nach dem Diplom den Schritt in die Selbstständigkeit wagten. Sie beschäftigen inzwischen Mitarbeiter aus der dritten, ihnen nachfolgenden TUHH-Stadtplanungs-Studenten-Generation.

Um die Lebensqualität auf der Elbinsel zu verbessern, galt es die Probleme von Wohnen und Arbeiten in ihrer gesamten Komplexität anzupacken. Es gab keine direkten Vorbilder dazu, wie dies erfolgreich geschehen kann. Mit breiter Bürgerbeteiligung sollte ein ganzer Stadtteil, der sich (ungerechtfertigt) tiefgründenden Vorurteilen ausgesetzt sieht, "in Wert gesetzt werden". Dazu wurden zunächst die Brücken zwischen der TUHH und Wilhelmsburg gebaut. Ein TUHH-Team, nämlich d'Ing-Planung und Dittmar Machule (Stadtplaner) sowie Dipl.-psych. Cornelia Vogel (Arbeitswissenschaftlerin), fand sich zusammen. Eine These lautete: Wesentlichen Entwicklungsanteil könnte die Wilhelmsburger Wirtschaft haben. Deshalb versucht ein über die TUHH Technologie GmbH organisiertes Forschungsprojekt (Federführung Dipl.-Ing. Birgitta Plaß) auszuloten, ob und wie diese sich mit der TUHH vernetzen läßt. Das Motto lautet: „Neue Kooperationswege: Wissenschaft, Wirtschaft, Wilhelmsburg”. Ein weiteres TUHH-Forschungsvorhaben (Federführung Dipl.-Ing. Karin Dudda) untersucht die Anforderungen von Wilhelmsburger Migranten an die Stadtteilentwicklung und an Beteiligungsverfahren.

Es war auf den ersten Blick nicht sichtbar: Brückenbau im direkten und im übertragenen Sinn, also das Schaffen von Verbindungen zwischen Stadtteilen, Menschen und Institutionen, ist das grundelegende Thema für Wilhelmsburgs Zukunft. Wilhelmsburg lebt von und mit Brücken. Sie werden mitten in Wilhelmsburg gebraucht. Denn engagierten Wilhelmsburgerinnen und Wilhelmsburgern, die stolz und auch mit Bitterkeit an den kurzen Status Wilhelmsburgs als eine selbständige preußische Stadt zwischen 1925 und 1927 zurückdenken, fehlt die "Mitte für alle". Diese sollte eigentlich etwa zwischen dem 1903 isoliert errichteten wilhelminischen Rathaus Wilhelmsburg und dem nach der verheerenden Flut vom Februar 1962 in den 70er Jahren gebauten Wilhelmsburger Einkaufszentrum liegen, also rund um den S-Bahnhof Wilhelmsburg. Dort aber trennen große Verkehrsbänder - Wilhelmsburger Reichsstraße und Eisenbahntrassen - den mehr ländlichen Wilhelmsburger Osten mit Kirchdorf, Stillhorn und Moorwerder vom mehr großstädtischen Westen mit den quirligen Vierteln Vogelhüttendeich oder Reiherstieg. Getrennte Stadträume trennen Menschen. Man muß über Brücken gehen, wenn man zueinander finden und gemeinsam handeln  will. Aber nur wenige Brücken - zu wenige - verbinden hier die Wilhelmsburger Quartiere. Zugleich sind Brücken in Wilhelmsburg lebenswichtige Fluchtwege bei Flutgefahr. Deshalb wird in Wilhelmsburg um den Erhalt jeder alten Brücke gerungen.

Das Problem der Mitte von Wilhelmsburg und der Wunsch nach mehr Brücken über die trennenden Verkehrsschneisen gaben den Anstoß für einen Ideen-Wettbewerb für Studierende im TUHH-Studiendekanat Bauwesen. Ein Ur-Wilhelmsburger, der Bauingenieur Rolf Petersen, spendierte im Frühjahr 1997 ein attraktives Preisgeld. Damit wollte er, angeregt durch die Aufbruchsstimmung, seinen persönlichen Beitrag für das Vorankommen der geliebten Elbinsel leisten. In dem Studentenwettbewerb sollten die TUHH-Stadtplaner Wege zur Mitte aufzeigen und die TUHH-Bauingenieure - Prof. Dr.-Ing. Valtinat betreute sie - sollten Brücken konstruieren.

Es beteiligten sich 12 Gruppen. Der Wettbewerb wurde ein Bombenerfolg für die TUHH-Studentinnen und Studenten. "Die Mitte im Kopf", "Bluebox Archipel Wilhelmsburg", "Eine Schrägseilbrücke über die Bahngleise", "Wilhelmsburg Stadtteil statt Teile", "Brücken als Mitte?”oder "Roter Faden”lauten einige Titel der preisgekrönten Arbeiten. In farbigen Plänen, Modellen und Animationen wurden die Ergebnisse einem breiten Publikum, auch pressewirksam, zugänglich gemacht. Ganze Schulklassen besuchten die Ausstellung der Arbeiten im Bürgerhaus Wilhelmsburg und ließen sich von leibhafttigen TUHH-Studenten die Arbeiten vorführen. Noch weitere dreimal - an der TUHH selbst, im Rathaus Harburg und in einer Wandelhalle zwischen der Hamburger Wirtschaftsbehörde und der STEB, also nördlich der Elbe - wurde die Wanderausstellung der TUHH eröffnet und präsentiert.

„Baut Brücken in Wilhelmsburg” war äußerst anregend, die Denk- und Ideenanstöße trugen Früchte. Inzwischen gab die STEB ein umfangreiches Gutachten zur Entwicklung der Wilhelmsburger Mitte in Auftrag. Claudia Greiner und Angela Hellenbach, zwei junge Stadtplanerinnen, haben mit dem Thema gerade ihr Diplom an der TUHH bestanden und gewannen damit auch den Preis 1998 der Vereins- und Westbank für die beste Diplomarbeit im Studiendekanat Bauwesen. Eine kleine Ausstellung in der Wilhelmsburger Filiale der Bank wird für Vor-Ort-Publicity sorgen. Jetzt haben beide Stadtplanerinnen ihren vollen Arbeitsplatz bei d'Ing-Planung und wirken in Wilhelmsburg mit.

Als ein hochinnovativer Ansatz erwies sich die Arbeit "Bluebox Archipel Wilhelmsburg". Dabei handelt es sich um einen "Planungspavillion für die Elbinsel", in dem mit Bürgerinnen und Bürgern Ideen für neue Brücken in Wilhelmsburg entwickelt werden können. Im Rahmen neuer Formen von Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerbeteiligung kommen dabei moderne Medien zum Einsatz. Als Wettbewerbsbeitrag wurde eine selbstentwickelte CD-ROM mit möglichen Ideen aus dem Bluebox-Pavillion in digitaler Form vorgestellt. Diese überzeugende Arbeit von Julian Petrin und Christian Albrecht errang, in leicht überarbeiteter Version, im Frühjahr 1998 auf der Leipziger Buchmesse den ersten von fünf 1. Preisen des erstmals international ausgelobten "Deutschen Studienpreises der Körber-Stiftung". An dem Forschungswettbewerb für Studentinnen und Studenten vom 1. bis zum 12. Semester zur Thematik "Visuelle Zeitenwende? Bilder-Technik-Reflexionen”hatten sich 750 Studierende beteiligt, 53 Arbeiten waren als preiswürdig begutachtet worden.

Am Prozeß „Baut Brücken in Wilhelmsburg” haben viele unterschiedliche Kräfte mit- und zusammengewirkt. Wohl auch deshalb wurde es ein Erfolg: Effektiver und lustvoller lassen sich stadtplanerische Forschung und Lehre, Theorie und Praxis kaum verkoppeln.

Der studentische Wettbewerb "Baut Brücken in Wilhelmsburg”hat aber nicht nur in Wilhelmsburg selbst zum Aufbruch beigetragen. Staatliche Sparverpflichtungen führen in der universitären Bildungslandschaft zu dramatischen Veränderungen. Die Stadtplaner der TUHH jedenfalls erhielten von der Hamburger Politik eine auf 1998 befristete Lizenz, sich im TUHH-Verbund weiterentwickeln zu dürfen. Die gegebene Chance zum Ausbau statt der Bedrohung durch Abbau ist nicht zuletzt auch das Ergebnis des Einsatzes der TUHH-Stadtplaner in der Region. Also wird der Wettbewerb "Baut Brücken in Wilhelmsburg II”diesmal gemeinsam für Studierende am Studiendekanat Bauwesen der TUHH und für die der Studiengänge Architektur und Bauingenieurswesen der Fachhochschule Hamburg (FH) vorbereitet. Die Brücken zwischen der TUHH und Wilhelmsburg werden weiter ausgebaut. Demnächst wollen beispielsweise TUHH- Studenten des Maschienenbaus und der Verfahrenstechnik mit Wilhelmsburger Schülerinnen und Schülern gemeinsam Wilhelmsburger Firmen besuchen.

Wie lautete doch der Gründungsauftrag für die TUHH?: In die Region wirken. Die Region beginnt, von Hamburg-Harburg nach Norden blickend, spätestens hinter den Brücken über die Süderelbe-, in Wilhelmsburg. Letzteres wird, 20 Jahre nach Gründung der TUHH in Hamburgs tiefem Süden, mit einem Augenzwinckern angemerkt.

Prof. Dr.-Ing. Dittmar Machule Städtebau und Stadtplanung

Produktionsverlagerung in Niedriglohnländer?

Deutsche Unternehmen investieren zunehmend in Produktionsstätten im Ausland.

Schlagzeilen von Unternehmen wie Opel, Lurgi oder Eberspächer beschreiben die Stimmung. Doch Unternehmen, die sich mit dem Gedanken der Beschaffung oder Fertigung in Niedriglohnländern tragen, werden von immer neuen Erfahrungsberichten verunsichert. Insbesondere in jüngster Zeit wird von negativen Erfahrungen der Unternehmen wie Sennheiser, Varta oder Terra Tec berichtet. Das Ziel Niedriglohnfertigung wird mit dem Risiko der Produktion in einem vergleichsweise unbekannten Umfeld erkauft. Know-how-Diebstahl, Qualitätsprobleme, hohe Zusatzkosten und Lieferengpässe sind hierbei nicht selten das Ergebnis.

Im Auftrag der Hamburger Wirtschaftsbehörde entstand eine Studie für Unternehmen, die sich mit dem Gedanken der Niedriglohnfertigung für spezielle Umfänge ihrer Produktion tragen. Neben praktischen Erfahrungen und Hintergrundinformationen sollte ein Entscheidungsmodell durch Einbeziehung weiterer Einflußfaktoren die Fertigungstiefengestaltung unterstützen.

Fertigungstiefe als Gestaltungsparameter
Die Fertigungstiefe wird durch die unternehmenseigene Wertschöpfung im Verhältnis zum Umsatz der jeweiligen Produktart bestimmt. Sie beeinflußt die Höhe und Zusammensetzung der Kosten, wirkt sich auf den Umfang der zu erstellenden Aufgaben einschließlich des damit verbundenen Know-hows, der Kapitalbindung, der Beschäftigung, der Komplexität sowie der Anpassungsflexibilität auf veränderte Marktbedingungen aus. Daraus resultiert die traditionelle Frage nach Eigenfertigung oder Fremdbezug. In den Unternehmen nimmt in der letzten Zeit die Fertigungstiefe permanent ab. Ihre Reduzierung wird durch die Konzentration auf Kernkompetenzen auch weiterhin Gegenstand der Diskussionen bleiben. Die theoretischen Konzepte und Ansätze zur Optimierung der Fertigungstiefe konzentrieren sich auf die Bewertung kostenrechnerischer und / oder qualitativer Kriterien.

Die systematische und umfassende Bewertung der zu präferierenden Bezugsalternative erfordert ein ganzheitliches Herangehen. Die bisher bekannten Methoden finden in der Praxis wenig Akzeptanz.

Bedeutung der Niedriglohnfertigung
Die internationalen Aktivitäten der deutschen Unternehmen erhalten besonders durch die steigenden Direktinvestitionen eine zunehmende Bedeutung. Die größten Zuwachsraten bei Direktinvestitionen und Beschäftigten von deutschen Unternehmen im Ausland haben die mittel- und osteuropäischen Staaten. Obwohl diese Entwicklung von einem niedrigen Niveau ausging und heute bereits das Volumen der deutschen Aktivitäten in Asien bzw. Mittel- und Südamerika erreicht hat, deutet die Anzahl der geplanten Projekte auf ein weiterhin ungebremstes Wachstum hin. Durch die Auswertung zahlreicher empirischer Untersuchungen konnten die Produktion als Investitionsschwerpunkt und die Arbeitskosten als Hauptmotiv der Produktionsverlagerungen ermittelt werden.
Dabei sind Tschechien, Polen, Ungarn und Slowakei auch weiterhin Hauptzielländer.

Die Niedriglohnfertigung setzt sich deutlich ab von Globalisierung und damit von einer notwendigen Präsenz in den Wachstumsmärkten. Sie steht deshalb im Mittelpunkt der Betrachtungen der Studie.

Stand heutiger Entscheidungen
Unternehmen, die sich mit dem Gedanken der Niedriglohnfertigung für bestimmte Fertigungsumfänge tragen, stehen vor einem Entscheidungsproblem hinsichtlich des Vergabeumfangs und der Standortwahl. Zur detaillierten Untersuchung dieser komplexen Entscheidung wurden über bereits vorliegende, teilweise vertrauliche Erfahrungsberichte hinaus weitere Unternehmen mit Erfahrungen aus verschiedenen Verlagerungsprojekten befragt. Dabei konnte festgestellt werden, daß die Probleme bei der Informationsbeschaffung und -bewertung sowie der in der jeweiligen Situation herrschende Handlungsdruck nicht immer eine systematische Vorgehensweise ermöglichte und die Fertigungstiefengestaltung nicht die ihrer Tragweite angemessene Beachtung erfuhr. Durch die Überbetonung der Lohnkostenunterschiede wird den Erfolgsfaktoren Qualität und Zeit in der Regel nicht die entsprechende Bedeutung beigemessen. Mechanismen zur Erfolgskontrolle werden häufig nicht eingesetzt. Darüber hinaus konnte festgestellt werden, daß Unternehmen nach ersten negativen Erfahrungen mit Lieferanten in Niedriglohnländern entweder zum Bezugsverzicht oder zur Investition in Joint Ventures bis hin zum Aufbau eigener Fertigungsstätten neigen, um die Prozesse zu stabilisieren.

Erfahrungen der Unternehmen bei der Niedriglohnfertigung
Durch die verschiedenartigen Erfahrungen der Unternehmen mit der Fertigung in Niedriglohnländern werden Chancen und Risiken deutlich. Chancen zur Sicherung des Unternehmenserfolges nutzten einige Unternehmen durch einen früh-zeitigen Einstieg, ein langfristig angelegtes Engagement und ein tragfähiges Konzept. Bei zukünftigen Projekten gewinnen die Problemfelder vermehrt an Bedeutung. Insbesondere wird es zunehmend schwieriger, qualifizierte Mitarbeiter und leistungsfähige Partner zu finden. Die Grundstückspreise in Ballungsgebieten sind gestiegen, staatliche Hilfen nehmen ab, und ein wachsendes Selbstbewußtsein der Zielländer erschwert die Investitionsbestrebungen.

Der Kosteneinsparungseffekt resultiert im wesentlichen aus dem Lohnkostenunterschied, da bei den Kosten für Halbzeuge oder Zukaufteile, Kosten für Maschinen etc. kaum Einsparungen möglich sind.
Eine Modellrechnung zeigt, daß eine
30 % ige Kosteneinsparung, wie sie häufig von Unternehmen genannt wird,
- einen Lohnkostenanteil an den Herstellkosten von über 30 % bei
- einem angenommenen Personalkostenfaktor von 1:10 voraussetzt,
- wobei Zusatzkosten noch keine Berücksichtigung finden.

Werden Koordinationskosten, Transportkosten, Qualifizierungskosten und qualitätsbezogene Kosten berücksichtigt, so erhöht sich der erforderliche Lohnkostenanteil schnell auf über 50 %. Abbildung 1 zeigt, wie der notwendige (Personal-)Lohnkostenanteil an den Herstellkosten steigt, wenn ein 30 % iger Kostenvorteil erzielt werden soll. Dabei werden unterschiedliche Zusatzkostenanteile und ein Ansteigen des (Personal-) Lohnkostenfaktors von 1:10 auf 1:2 betrachtet.
 
Abbildung 2 und Abbildung 3 stellen dar, wie hoch der maximale Herstellkostenvorteil bei Lohnkostenanteilen bis 50 % sein kann, wenn man einerseits unterschiedliche Zusatzkosten und andererseits unterschiedliche (Personal-)Lohnkostenfaktoren annimmt.
 
Dabei wurde bereits der für den Maschinenbau und die Gummi- und Kunststoffverarbeitende Industrie durchschnittliche Lohnkostenanteil abgetragen. Von Entscheidungsrelevanz für Produkte, die erfolgreich in Niedriglohnländern produziert werden sollen, sind dementsprechend Elemente wie Lohnkostenanteil und für Serienfertiger eine möglichst geringe Änderungshäufigkeit sowie größere Auftragsvolumina.

Zur Identifikation und Gewichtung der entscheidungsrelevanten Kriterien werden die Erfahrungen in der Studie mittels einer Effizienzbetrachtung analysiert. Dabei wird der Einfluß der Standortfaktoren auf die Erfolgsfaktoren Kosten, Qualität und Zeit untersucht. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in ein Entscheidungsmodell eingearbeitet.

Entscheidungsmodell
Das Entscheidungsmodell enthält 6 Phasen, in denen systematisch die geeignete Integrationsform für das Betrachtungsobjekt bestimmt werden kann. Dabei ist zu beachten, daß die Fertigungstiefenoptimierung als permanenter Prozeß zur verstehen ist. Die Ergebnisse der Erfolgskontrolle sowie die Änderungen der Ausprägung der entscheidungsrelevanten Kriterien erfordern eine ständige Neubewertung der Fertigungstiefen- und Standortwahl und gegebenenfalls eine Korrektur der Entscheidung.

Letztlich ist auch zu fragen, welches Rationalisierungspotential noch zu erschließen ist, wenn die betrieblichen Strukturen am bisherigen Standort entsprechend der Neuen Fabrik [Nedeß 1995] gestaltet werden.

Prof. Dr.-Ing. Christian Nedeß,
Dipl.-Ing. Nils Barck
Arbeitsbereich Fertigungstechnik I
Organisation - Technologie - Logistik

Aufbruch in die Zukunft

TU-Stiftung

Im Herbst 1995 schlug der Präsident der TUHH erstmals vor, eine Stiftung zur Förderung der Technischen Universität Hamburg-Harburg zu gründen. Bereits am 15. Februar 1996 wurden Nägel mit Köpfen gemacht:

Während der konstituierenden Sitzung fanden sich spontan 12 Gründungsstifter. Zudem wurde eine Satzung verabschiedet und ein Beirat gebildet. Erklärtes Ziel aller Anwesenden war, die Entwicklung der jungen und erfolgreichen Technischen Universität Hamburg-Harburg zu einer zukunftsweisenden Modellhochschule zu fördern.

„Zukunft” ist auch ein wichtiges Schlüsselwort von Prof. Trinks: „Die TUHH versteht sich als innovative Hochschule mit hohen Ansprüchen an die Qualität von Lehre, Forschung und Entwicklung. Unsere Devise ist: Statt jammern mutig und entschlossen zu neuen Ufern aufbrechen. Der bereits im Herbst 1994 eingerichtete modulare Studiengang Allgemeine Ingenieurwissenschaften, um ein Beispiel zu nennen, hat inzwischen Modellcharakter für Hochschulen bundesweit.”

Zukunft in den Köpfen
Die zunehmende Globalisierung der Märkte und die ständig wachsende internationale Konkurrenz erfordern weltweite Lehr- und Forschungskooperationen und neue Studiengänge. Grundvoraussetzung dafür ist, Beziehungen zwischen Menschen aufzubauen und zu pflegen. „It is the individual who makes the transition”, meint Prof. Trinks, und fügt ergänzend hinzu: „Unsere Zukunft liegt im wesentlichen in den Köpfen junger Menschen.” So liegt es nahe, daß ein Hauptziel der Stiftung ist, Auslandsstudienaufenthalte Studierender zu fördern. „Wir knüpfen damit an die weltoffene Tradition der Freien und Hansestadt Hamburg an”, führt der Präsident weiter aus. „Auf gute Studienleistungen und soziale Kompetenz der Bewerberinnen und Bewerber wird geachtet. Im vergangenen Monat haben die ersten beiden Stipendiaten ihr Studium an der University of California Berkeley begonnen. Sie haben die Chance erhalten, ihre Diplomarbeit im Ausland anzufertigen.”

Auf der nächsten Stifterversammlung werden die Stipendiaten - Henning Dechow und Karsten Mareck - über ihre persönlichen Eindrücke und Erfahrungen berichten. Einmal im Jahr lädt der Vorstand der Stiftung die Mitglieder der TUHH, Freunde und Förderer sowie weitere Persönlichkeiten aus Industrie, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu einer derartigen Festveranstaltung ein.

Stiftung als Forum
Begegnungen schaffen, Kontakte knüpfen, Transparenz herstellen - mit einem Wort: Erfahrungen vermitteln ist ein Hauptzweck der Stiftung. „Inzwischen versteht sich die Stiftung immer mehr als Forum zur Erörterung neuer Entwicklungs- und Reformvorhaben der TUHH”, bemerkt Prof. Trinks. „So wird z. B. auch über das neueste Vorhaben „Gründung eines Northern Institute of Technology” diskutiert. Die Rückmeldungen aus Industrie und Wirtschaft sind sehr wichtig, besonders wenn es um neue Studiengänge, um die Anforderungen an den Ingenieur von morgen geht.”

Weitere Fördermaßnahmen
Mitgedacht wird auch auf anderen Wegen. Stiftungsmitglieder übernehmen Patenschaften für Studierende der TUHH, vermitteln Praktikantenplätze oder sind den Absolventinnen und Absolventen der TUHH bei der Jobsuche behilflich. Zusätzlich bieten einige Firmen die Teilnahme an firmeninternen Förderprogrammen an.

Weitere Fördermaßnahmen sind in der Diskussion. Denkbar wäre zum Beispiel die Auslobung eines Preises für die beste Gründungsidee. Derzeit sind 156 Mitarbeiter in 26 Firmen beschäftigt, die von TU-Absolventinnen und -Absolventen gegründet worden sind.

Vielleicht ist Ihnen beim Lesen eine ganz andere Idee gekommen. Wir freuen uns auf Ihren Anruf oder Ihren Besuch an der TUHH.

Auf einen Blick

Vorstand:
Prof. Dr.- Ing. Eckhard Rohkamm, Vors.
Prof. Dr. Hauke Trinks, stellv. Vors.
Jochen Winand
Stiftungsrat:
Hans-Peter Nitzbon, Vors.
Dr.-Ing. Dieter Bobbert, stellv. Vors.
Harald Boberg
Dipl.-Kfm. Michael O. Grau
Claus Grossner
Dipl.-Ing. Gerd Knospe
Prof. Dr. mult. Eike Lehmann
Werner Matthews
Michael Saalfeld
Dipl.-Kfm. Dietrich von Stemm
Dipl.-Ing. Arne Weber
Dr.-Ing. Hans-Christof Wrigge
Beirat:
Alfons Pawelczyk, Vors.
Dr.-Ing. E.h. mult. Ludwig Bölkow
Paul Busse
Holger Claasen
Dr. Thomas Duhnkrack
Dr. Peter von Foerster
Prof. Dr.-Ing. Heinz Gretz
Dr. Gustav Humbert
Dipl.-Ing. Karl-Heinz Kolbe
Laurens Spethmann
Peter Tamm
Dr.-Ing. Manfred Timm

Kontaktadresse:
Pers. Referentin d. Präsidenten
Saskia Kapels
Tel.: 040/77 18 31 01
Fax: 040/77 18 20 40
email: kapels@tuhh.de
 

TUHH-Technologie GmbH

Beispiel für ein modernes Transferkonzept

Bedeutung des Technologietransfers für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen
Die Förderung von Innovationen wird allgemein als Schlüssel für die Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit und damit für wirtschaftliches Wachstum und für die Schaffung neuer Arbeitsplätze hervorgehoben. Technische Innovationen basieren auf wissenschaftlichem und technologischem Wissen. Während die für die Innovation erforderliche Wissensgenerierung früher überwiegend in den innovierenden Unternehmen selbst erfolgte, führten die Verkürzung der Innovationszeiten, die zunehmende Komplexität und Interdisziplinarität in Wissenschaft und Technik sowie, als Folge dieser Faktoren, die steigenden Kosten für Forschung und Entwicklung dazu, daß sich die Unternehmen zunehmend technologisches Wissen aus externen Quellen, aus Hochschulen, Forschungsinstituten oder anderen Unternehmen, beschaffen.
Beinahe jedes sechste Unternehmen bezieht heute F&E - Leistungen überwiegend von fremden Unternehmen oder Forschungseinrichtungen. Der Bedarf an Technologietransfer, d.h. an der planvollen Übertragung wissenschaftlichen und technologischen Wissens zwischen Personen und Institutionen mit dem Ziel Innovation, wird in Zukunft weiter steigen. Dabei ist Technologietransfer nicht als Einbahnstraße, sondern als aktive Kooperation zwischen Unternehmen, Hochschulen und Forschungsinstituten zu verstehen.

In einer Reihe neuerer regionaler und nationaler Untersuchungen zum organisierten Technologietransfer in Deutschland ist die seit 1980 gewachsene Transferstruktur, insbesondere hinsichtlich der unterschiedlichen intermediären Vermittlungsagenturen, in heftige Kritik geraten. So wird in der im Auftrag des
Bundeswirtschaftsministeriums erstellten ifo-Studie die mangelnde Fachkompetenz der Mittlereinrichtungen beklagt, andererseits aber auch fehlende Transfervoraussetzungen bei den direkten Transferpartnern (Produzent, Nachfrager) bemängelt. Hier werden insbesondere Motivations-, Kompetenz- und Kompatibilitätsprobleme als Transferhindernisse festgestellt.

Für die Technologiemittler postuliert die ifo-Studie als Aufgaben eine möglichst unternehmensnahe Bereitstellung bzw. Vermittlung technologieorientierter Erstinformationen und -kontakte, den Transfer von schutzrechtlich abgesicherten Forschungsergebnissen sowie die Bildung von Transfernetzwerken. Hochschultransferstellen sollen unter marktähnlichen Bedingungen, d.h. mit interner Leistungsverrechnung, subsidiär zur Unterstützung der direkten Transferpartner aktiv werden und sich zu Kompetenzzentren mit eigenständigem Leistungsprofil entwickeln.
 

TUHH - Technologie GmbH
Im Herbst 1992 wandelte die Technische Universität Hamburg-Harburg als erste deutsche Universität ihre bisherige Technologietransferstelle in eine privat-wirtschaftlich organisierte Gesellschaft, die TUHH - Technologie  GmbH (TuTech), um, die sich im Markt über Aufträge selbst finanziert. Damit wurden neue, effizientere Möglichkeiten geschaffen, das vorhandene Potential der Hochschule nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu erschließen und Unternehmen zugänglich zu machen. Die Technische Universität Hamburg-Harburg schließt mit Hilfe ihrer eigenen Technologieberatungs- und -verwertungsgesellschaft die Lücke zwischen universitären Forschungsergebnissen und ihrer Umsetzung als Produkt oder Verfahren im Markt. Der Bau und Betrieb von Pilotanlagen, die Fertigung von Prototypen sowie die Implementierung von an der TUHH entwickelten Produkten oder Verfahren in Unternehmen durch eine hochschulnahe Firma garantieren einen Technologietransfer der kurzen Wege. Dabei orientiert sich TuTech am Kunden. Ziel ist immer das optimale Ergebnis für das Unternehmen. Umgekehrt profitiert die TUHH bei der Zusammenarbeit durch neue Impulse für Forschung und Lehre und - nicht zuletzt - durch zusätzliche Finanzmittel für angewandte Forschung.
 
In 1997 haben die Fachhochschule Hamburg und TuTech einen Kooperationsvertrag über die Zusammenarbeit in Auftragsforschung, -entwicklung und Technologietransfer bezogen auf die Aktivitäten des Instituts für Werkstofftechnik und Schweißtechnik der Fachhochschule Hamburg geschlossen. Mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel wurde ebenfalls eine Zusammenarbeit im Bereich Industriekoope-ration vereinbart. Die praktische Arbeit des Kieler Büros der TuTech wird im Mai auf- genommen.

Statistik
Im Mai 1998 beschäftigt TuTech in Forschung/Entwicklung, Beratung und Projektverwaltung 105 wissenschaftliche, technische bzw. kaufmännische Angestellte sowie 45 studentische Hilfskräfte. Der Gesamtumsatz von TuTech einschließlich der Mittel für Vertragspartner und Unterauftragnehmer aus EU-Verbundprojekten belief sich 1997 auf rd. 18,5 Mio. DM.

Projektbewilligungen 1997
In 1997 sind insgesamt 538 neue Auftragsforschungsprojekte und Entwicklungsaufträge mit einem Gesamtvolumen in Höhe von rund 10,8 Mio. DM (ohne EU-Verbundprojektpartner) neu eingeworben worden. Dabei entfallen auf Projekte, die in Verbindung mit Arbeitsbereichen der TUHH stehen, rund 8,5 Mio. DM.

Strategische Neuausrichtung des Technologietransfers in Hamburg
Zusammenführung von TUHH - Technologie GmbH (TuTech) und Technologie - Beratungszentrum - Hamburg (TBZ)
Durch Zusammenführung ihrer Kräfte zu einer Transfereinheit haben TuTech und TBZ im Frühjahr 1997 die Grundlage für die Optimierung des Technologietransfers in Hamburg gelegt.  Im Zusammenwirken mit Hamburger Hochschulen sowie Forschungs- und Beratungseinrichtungen bietet die „neue” TuTech Wirtschaft und Wissenschaft ein komplettes Bündel an Technologietransferleistungen an.

Das erfolgreiche Transferkonzept der TuTech, das inzwischen zum Modell für die Gründung weiterer hochschulnaher Technologietransfer - Gesellschaften in Deutschland avanciert ist, bildet die Basis für eine strategische Neuausrichtung der Hamburger Technologietransferszene. Nachfrageorientierung und kurze Transferwege sind die Schlagworte der neuen Struktur. Als „one-stop-shop” berät TuTech Unternehmen bei technischen Fragestellungen, vermittelt die geeigneten Experten und übernimmt im Auftrag auch das Management der Kooperationsprojekte zwischen Wirtschaft und Wissenschaft.

Europaweit hat sich dieses Konzept technologienaher  Kompetenzzentren als erfolgreiches Transfermodell herauskristallisiert, bei denen der Nachfrager eine Komplettlösung seines Problems unter Einschaltung von Experten unterschiedlicher Institutionen erhält. Für die erfolgreiche Arbeit solcher Zentren sind Kompetenzen hinsichtlich  Fachwissen, Projekt-/Prozeßmanagement, Vertragsgestaltung, Finanzierung und Patentfragen erforderlich. Querschnittskompetenzen wie Projektmanagement, Vertragsgestaltung und Finanzierung sind in einer Serviceeinrichtung, die gleichzeitig die Aufgaben einer zentralen Ansprechstelle für Technologietransfer wahrnimmt, zusammengefaßt.

Durch die Zusammenführung von TuTech und TBZ sind bisher über Hamburg verteilte und nur unzureichend koordinierte Ressourcen nunmehr in einer Einrichtung gebündelt, die Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen des Hamburger Wirtschaftsraums gleichermaßen als Brücke zwischen Wirtschaft und Wissenschaft zur Verfügung steht. Dabei schlägt TuTech nicht nur die Brücke zur TU Hamburg-Harburg sondern bezieht, wie die bereits erfolgreich praktizierten Kooperationen mit der Fachhochschule Hamburg und dem GKSS Forschungszentrum Geesthacht zeigen, ausdrücklich auch andere Hochschulen und Forschungs- und Technologieeinrichtung in die Arbeit mit ein.

Dr. Helmut Thamer
Geschäftsführer TuTech
 

Northern Institute of Technology

Neue Impulse für den Bildungsmarkt

Globalisierung und Internationalisierung setzen Impulse für den Bildungsmarkt. Der Studienstandort Deutschland hat im Vergleich zu anderen Bildungsstandorten deutlich an Attraktivität eingebüßt. Im besonderen gilt das für Studierende aus der asiatisch-pazifischen Region.

Das Bewußtsein, daß der Aufenthalt ausländischer Studierender kurzfristig einen Wirtschaftsfaktor, längerfristig einen Gewinn für eine zukunftsorientierte Gesellschaft und Standortsicherung bedeutet, ist in Ländern wie USA, Australien, Kanada und Großbritannien sehr viel stärker ausgeprägt als in Deutschland.

Um diese ausländischen Studierenden für Deutschland als Studienort zu gewinnen, sind kurze Studienzeiten, kompatible Abschlüsse und ein umfassendes Betreuungs- und Unterbringungspaket notwendig. Ein Studienangebot in Englisch muß vorbereitet werden und ein klar strukturierter Studienablauf nach anglo-amerikanischen Vorbildern.

Die Lösung: Das NIT
Geplant ist die Gründung eines Northern Institute of Technology (NIT) als „2-Säulen”-Modell in Public Private Partnerhsip mit der Technischen Universität Hamburg-Harburg. Die TUHH will dieses Konzept mit einer Auswahl ihrer Partnerhochschulen, so dem Asian Institute of Technology in Bangkok und der Aalborg University in Dänemark, verwirklichen.

Das Herzstück
Aufgrund des Erfolgs der englischsprachigen „Internationalen Master-Studiengänge” werden die Master-Studiengänge für Studierende aus dem Ausland ergänzt und unter anglo-amerikanischen Bedingungen angeboten.

Demgemäß bildet das Herzstück des NIT ein zweijähriger englischsprachiger Master-Studiengang, der  nach erfolgreichem Studium und der Anfertigung einer Master-Thesis die Verleihung des Titels „Master of Science” vorsieht. Durch intelligente Verzahnung mit dem Bildungsprogramm am College des NIT entsteht das Gesamtpaket „Global Engineer”. Das Bildungsprogramm am NIT ergänzt das fachübergreifende Studium innerhalb des Master-Studiengangs und beinhaltet ein Begleitstudium der Sprache, Kultur, Wirtschaft und Politik Deutschlands und Europas.

„Global” sind die Absolventen hinsichtlich ihrer Fähigkeit, in einem internationalen Kontext interdisziplinäre,
ingenieurwissenschaftliche Aufgaben zu bearbeiten und fachübergreifende Aspekte zu berücksichtigen.

Integraler Bestandteil des Programms sind Industriepraktikum und Projektarbeit, die in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen durchgeführt werden.

Das Angebot
Derzeit werden vier Master-Studiengänge angeboten. Darüber hinaus sind maßgeschneiderte Individuallösungen innerhalb der Studiengänge oder aber auch über deren Grenzen hinaus möglich. Wir machen unsere Studierenden fit für den Beruf. Das Lehrkonzept orientiert sich somit in idealer Weise an den Kundenanforderungen.

Der Clou
Die Studierenden werden in das NIT aufgenommen und gleichzeitig an der TUHH immatrikuliert. Sollten Studie-rende aufgrund fehlender Leistungsnachweise während des Studiums aus dem NIT ausgeschlossen werden, so können sie dennoch an der TUHH eingeschrieben bleiben.

Wohnen, Lehren, Lernen
In einem neu zu errichtenden Gebäude auf dem TU-Gelände sollen Wohnungen für Studierende entstehen, Seminarräume untergebracht und neugegründete Technologiefirmen der TUHH als Mieter angesiedelt werden.

Rahmenbedingungen
Im ersten Studienjahr 1999 werden zunächst 30 Studierende zugelassen. Zulassungsvoraussetzung ist ein qualifizierter Bachelor of Science oder ein äquivalenter Abschluß. Studienbeginn ist jeweils der 1. Oktober eines Jahres. Dem Studienbeginn ist eine zweimonatige Orientierungsphase vorgeschaltet. Das Studium ist in vier Quarter eingeteilt. Dabei bilden die regulären Semester der TUHH zwei der vier Quarter eines Jahres.

Nachhaltige Netzwerke
Der Bedarf an einem derartigen Bildungsprodukt ist offensichtlich. Vertreter aus Politik, Industrie und Wirtschaft sehen beim NIT die Vorteile einer kundenorientierten Ausbildung und vor allem die Chance, nachhaltige Netzwerke aufzubauen. So liegen bereits Zusagen für Stipendien aus Industrie und Wirtschaft vor.

Dr. jur. Justus Woydt

Meldungen

Eine Runde Sache Der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Ortwin Runde, besuchte erstmalig die Technische Universität Hamburg-Harburg.

Nach einem Gespräch mit dem Präsidenten der TUHH, Professor Dr. Hauke Trinks, informierte sich der Erste Bürgermeister über neue Forschungsergebnisse im Bereich der künstlichen Gelenke, des Einsatzes von Wasserstrahlskalpellen, des Gefäßersatzes und der Wirbelsäulenstabilisierung im Arbeitsbereich Biomechanik. Bürgermeister Ortwin Runde hat in seiner Zeit als Senator der BAGS maßgeblich an der Gründung des Arbeitsbereichs Biomechanik, als Teil des Zentrums für Biomechanik der Freien und Hansestadt Hamburg, mitgewirkt.

Der Schwerpunkt des Arbeitsbereiches Biomechanik liegt in der Untersuchung und Modellierung der Belastung der Strukturen des menschlichen Körpers und hierbei hauptsächlich auf körperfremden Anteilen, also künstlichen Gelenken und Implantaten. Neben der Grundlagenforschung in den Bereichen der Belastungsmodellierung und dem Abrieb künstlicher Gelenke steht die angewandte Forschung. Hier arbeitet der Arbeitsbereich Biomechanik im Rahmen des Biomechanischen Zentrums der Freien und Hansestadt Hamburg eng mit den Allgemeinen Krankenhäusern, dem Universitätskrankenhaus Eppendorf sowie dem Berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenaus Boberg zusammen. Diese Zusammenarbeit wird seit Bestehen des Arbeitsbereiches durch die BAGS intensiv unterstützt. So wird ermöglicht, Probleme, die im klinischen Alltag auftreten, mit ingenieurwissenschaftlichen Methoden zu untersuchen, zu verstehen und Lösungsansätze zu erarbeiten und auszuführen.
 

Schritte zur Mitte
Der mit 5.000 Mark dotierte Förderpreis der Vereins- und Westbank Hamburg wurde jetzt an Absolventen aus dem Studiendekanat „Bauwesen” der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) vergeben.
 
Die aus Vertretern der Niederlassung Harburg der Vereins- und Westbank und aus Professoren der TUHH zusammengesetzte Jury wählte aus einer Reihe hervorragender Arbeiten je eine Diplomarbeit aus den Studiengängen „Städtebau/Stadtplanung” und „Bauingenieurwesen und Umwelttechnik” aus. Der Förderpreis wird von Heinz-Harald Rau, Leiter der Vereins- und Westbank, Niederlassung Harburg, in Anwesenheit des Vizepräsidenten der TUHH, Professor Dr.-Ing. Jörg Müller, an Claudia Greiner, Angela Hellenbach und Wolfgang Behse überreicht.

Claudia Greiner und Angela Hellenbach hatten in ihrer Gemeinschaftsarbeit „Schritte zur Mitte - Integriertes Entwicklungskonzept für die Mitte Wilhelmsburg” ein hochaktuelles und äußerst schwieriges Planungsproblem bearbeitet, für das es keine Vorbilder gibt. Wolfgang Behse hatte innerhalb der auf acht Wochen begrenzten Zeit den „Tragwerksentwurf für den Umbau eines Silos in ein Studentenwohnheim” erarbeitet. Das neu zu belebende Silo steht am Schellerdamm.

„Die jungen Nachwuchskräfte haben mit ihren Diplomarbeiten bewiesen, daß sie das an der TUHH erworbene Wissen und das wissenschaftliche Arbeiten auf praktische Aufgaben anzuwenden verstehen. Mit den bearbeiteten Aufgabenstellungen aus Wilhelmsburg und Harburg zeigt die TUHH ganz deutlich, daß sie sich den Aufgaben in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft zuwendet. An der TUHH studiert man nicht in einem Elfenbeinturm, der Welt weit entrückt. Die TUHH ist dankbar, daß sie bei diesen Bemühungen durch ortsansässige Wirtschaftsunternehmen unterstützt wird”, sagte Prof. Dr.-Ing. Knut Wichmann, Dekan des Studiendekanats „Bauwesen”.
 

Welt der Technik
Tage der offenen Tür mit neuem Konzept fanden erstmals Ende April auf dem Campus Eißendorfer Straße/Denickestraße 22 an der TUHH statt.

Ein umfasssender Überblick zu Forschungsaktivitäten aus allen Wissenschaftsbereichen der Hochschule wurde präsentiert. Erstmalig war die Präsentation kooperierender Firmen mit der TUHH. Die Firmen Daimler-Benz Deutsche Aerospace, Philips GmbH, Jungheinrich AG, Phoenix AG, Rotring GmbH, Ixion Otto-Häfner Werke und die TU-Tech GmbH informierten unter anderem über den Bedarf an künftigen Ingenieurinnen und Ingenieuren, Praktikumsplätze und Ansprechpartner.

Ständig umringt war der Stand der Allgemeinen Studienberatung. Das große Echo führt der Vizepräsident Prof. Dr.-Ing. Jörg Müller auch auf die Anzeigen-Kampagne mit den beteiligten Firmen zurück. „Die Berufsaussichten für junge Ingenieure und Ingenieurinnen sind ausgezeichnet. Mit diesen Aktionen wirbt die Industrie für ihren Nachwuchs. Wir können junge Leute nur ermuntern, ein ingenieurwissenschaftliches Studium aufzunehmen”.
 

Membranmodule
Im nächsten Jahr soll mit dem Aufbau der internationalen Raumstation (ISS), vormals Raumstation Alpha, im Weltall begonnen werden.Daran sind neben der amerikanischen, der russischen und der japanischen Raumfahrtbehörde auch europäische Vertragspartner innerhalb der ESA (European Space Agency) beteiligt. Alle Vertragspartner unterhalten und entwickeln jeweils eigene Forschungseinrichtungen. Zusätzlich teilen sich die Vertragsstaaten den Transport der einzelnen Module ins All. Die Europäer sind daran über die Ariane-5-Raketen beteiligt.

Neben dem von der ESA geplanten Weltraumlabor Columbus sind die europäischen Vertragsländer auch am Aufbau der für alle Astronauten lebenserhaltenden Einheiten wie z.B. Wasserversorgung und Raumluftkonditionierung beteiligt.

Im Rahmen der Luft- und Wasserversorgung der Raumstation soll nun ein alternatives Verfahren zu den bisher von den USA und Rußland verwendeten Absorptionsverfahren entwickelt werden, um die klimatischen Bedingungen in den Modulen besser einstellen zu können. In Zusammenarbeit mit den daran beteiligten Firmen DASA und Dornier ist der Arbeitsbereich Apparatebau (Prof. Dr.-Ing. Jobst Hapke) der TUHH an der Erforschung und Auslegung eines membrangestützten Raumluftentfeuchters und -abkühlers (Membrane Condensing Heat Exchanger, MCHX) beteiligt.

Im Arbeitsbereich werden die Wärme- und Stoffübergänge in einem für diesen Zweck geeigneten Membranmodul simuliert und auf die bei der DASA parallel durchgeführten Versuche abgestimmt.

Den Erfolg vorausgesetzt, soll nach einer terrestrischen Erprobungsphase das Membranmodul in die internationale Raumstation eingebaut und im Weltraum getestet werden. Erste Versuchsergebnisse stimmen optimistisch, daß die gleichzeitige Abkühlung und Entfeuchtung der Raumluft mittels Membranverfahren in der Raumstation gelingen kann.

Informationen:
Dipl.-Ing. Holger Brilsky
Tel.: 040 / 7718-2987
Dr.-Ing. Ralph Günther
Tel.: 040 / 7718-3148
 

Wolfgang Kersten
Dr.rer.pol. Wolfgang Kersten (39) hat im Mai 1998 die C4-Professur für „Produktionswirtschaft” übernommen und mit dem Aufbau des neuen Arbeitsbereichs an der TUHH begonnen.
Gegenstand der Produktionswirtschaft ist die betriebswirtschaftliche Betrachtung der Wertschöpfungsprozesse industrieller Produkte und Dienstleistungen. In der Forschung arbeitet Herr Kersten vornehmlich an der Optimierung von Wertschöpfungsprozessen z.B. durch Vielfaltsmanagement, durch die effiziente Gestaltung von Netzwerkstrukturen und durch gezieltes Wissensmanagement. Ziel der Lehre ist es, die Absolventen auf Fach- und Führungsaufgaben im Management von Wertschöpfungsprozessen vorzubereiten. Hierzu werden Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre und produktionswirtschaftliche Vertiefungskenntnisse  vermittelt.
Herr Kersten studierte Wirtschaftsingenieurwesen mit technischer Vertiefungsrichtung Maschinenbau an der TH Darmstadt und promovierte an der Universität Passau zum Thema „Budgetierung von Investitionen in Prozeßinnovationen”. Danach war er als wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Logistik an der TU München und mehr als 6 Jahre in Führungsfunktionen der Daimler Benz AG tätig. Dort gehörten zu seinen Verantwortungsbereichen die Projektplanung und das Projektcontrolling in der PKW-Entwicklung und später im Rahmen einer fachübergreifenden Rotation auch die Personalentwicklung im Inland.
 

Dissertationen

Stefan Nehlsen (Prof. J. Müller)
"Plasmapolymerisierte Membranen zur Verbesserung der Selektivität von Gassensoren”

Stefan Willems  (Prof. Mecking)
"Reckalterungs- und Korngrößeneffekte bei plastischer Verformung von Ti-48 AL-ZCr mit globularem Gefüge"

Norbert Gottschlich (Prof. Kasche)
"Einsatz der simulierten Gegenstromchromatographie zur Reinigung hochmolekularer Bioprodukte"

Dieter Scholz (Prof. Carl)
"Entwicklung eines CAE-Werkzeuges zum Entwurf von Flugsteuerungs- und Hydrauliksystemen"

Ruth Schwerdtfeger (Prof. Antranikian)
"Structure/Function Relationships of Pullulanase and Glutamate Dehydrogenase from the Hyperthermophilic Archeon Pyrococcus woesei"

Stefan Taruttis (Prof. Kasche)
"Proteolytische Prozessierung und enzymatische Charakterisierung natürlicher und rekombinanter Penicillin-Amidasen in Escherichia coli"

Guoyu Lin (Prof. Schwalbe, GKSS)
"Numerical Investigation of Crack Growth Behaviour using a Cohesive Zone Model"

Mark Röger (Prof. Claussen)
"Aufbereitung und Verarbeitung von RBAO-Precursormischungen zur Herstellung hochfester Bauteile"

Cathrin Schulz-Mirbach (Prof. Schünemann)
"Pfadintegralmodellierung des elektronischen Quantentransports im Galliumarsenid"

Philip T. Jaeger (Prof. Eggers)
"Grenzflächen und Stofftransport in verfahrenstechnischen Prozessen am Beispiel der Hochdruck-Gegenstromfraktionierung mit überkritischem Kohlendioxid"

Zbynek Bazanowski (Prof. Killat)
"Periodischer Verkehr in ATM-Netzen"

Rainer Plaß (Prof. Sekoulov)
"Untersuchungen zur Erhöhung des Trockensubstanzgehaltes im Belebungsbecken durch den Einsatz von Lamellenpaketen"

Kai Heining (Prof. Stegmann)
"Biofilter und Biowäscher - Die Geruchseliminierung bei Kompostwerken"

Christina Rieckmann (Prof. Keil)
"Lösung des Problems der Diffusion und Reaktion in dreidimensionalen Porennetzwerken für allgemeine Kinetiken. Theoretische und experimentelle Untersuchungen"

Torsten Keller (Prof. Mahrenholtz)
"Randelementverfahren zur Analyse der Wirkungsweise von mechanischen Ölsperren"

Hans-Carsten Kühne (Prof. Franke)
"Untersuchungen zum Einfluß der Porenstruktur auf die Dauerhaftigkeit baukeramischer Produkte bei Einwirkung von Salzen und Frost"

Detlev Reese (Prof. Hapke)
"Verfahrenstechnische Optimierung von Umkehrosmosemodulen und -anlagen für große Konzentrations- und Druckbereiche"

Almut Hochstädter (Prof. Cremer)
"Regelgesetze für die Führung von Fahrzeugen in Konvois und deren Erprobung in einer mikroskopischen Simulationsumgebung"

Maria Teresa Alonso Junghanns (Prof. Franke)
"Zur Rißsicherheit zementgebundener dehnungsbehinderter Schichten unter Berücksichtigung von Dauereinflüssen"

Birgit Müller (Prof. Märkl)
"Untersuchungen zum Abbau polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAK) durch thermophile Mikroorganismen"

Hauke Stumpf (Prof. Schulte)
"Study on the manufacture of thermoplastic composites from new textile preforms"

Ralf Kühn (Prof. Hapke)
"Beitrag zur Entwicklung von Plattenmodulen für die Pervaporation"

Svantje Hebenbrook (Prof. Antranikian)
"Isolierung und Charakterisierung von thermophilen Mikroorganismen und deren Untersuchungen zum mikrobiellen Abbau von Naphtalin und Benzoesäure"

Oliver Guthmann (Prof. Brunner)
"Aktivität und Stabilität von Enzymen unter hohem Druck und hoher Temperatur in Wasser und überkritischem Kohlendioxid

Jens-Torge Meyer (Prof. Brunner)
"Druckverlust und Flutpunkte in Hochdruckgegenstromkolonnen betrieben mit überkritischem Kohlendioxid"

Patana Thavipoke (Prof. Förstner)
"Erstellung und Erprobung von Labortestsystemen zur Ermittlung toxischer Effekte in Sedimenten"

Frank von Lacroix (Prof. Schulte)
"Polyethylen/Polyethylen, Entwicklung eines sortenreinen Verbundwerkstoffes"

Bodo Fiedler (Prof. Schulte)
"Mikromechanische Betrachtung der Lasteinleitung und Lastübertragung in faserverstärkten Polymeren"

Martin Barski (Prof. Vötter)
"Zusammenhang zwischen Geometrieparametern, Kontaktkräften und Spannungsverteilung von Bolzen-Lasche-Verbindungen”

Martin P. Bauer (Prof. R. Müller)
"Der Abbau von Phenolen durch thermophile Mikroorganismen"

Mahmoud Shahabadi (Prof. Schünemann)
"Anwendung der Holographie auf Leistungsaddition bei Millimeterwellen"

Claudia Schiebel (Prof. Valtinat)
"Schweißen unter Betriebsbeanspruchung - Eigenspannungen und bruchmechanische Betrachtungen"

Michael Wagner (Prof. Burkhardt)
"Rekonstruktion neuronaler Ströme aus bioelektrischen und biomagnetischen Messungen auf der aus der MR-Bilder segmentierten Hirnrinde"

Thomas Knöbig (Prof. Werther)
"Three-Dimensional Modeling of Circulating Fluidized Bed Combustion"

Silvia Schicker (Prof. Claussen)
"Herstellung, Charakterisierung und Eigenschaften von in situ Fe(AL)- und Fe-verstärkten Al203-Verbundwerkstoffen"

Ralph Schiller (Prof. Burkhardt)
"Konturbasierte Verfahren in der lageinvarianten Mustererkennung"

Lars-Peter Oest (Prof. Burkhardt) "Bildgeführte Regelung von Verbrennungsprozessen”

Kick it!

Sportangebote an der TUHH

Hallo Leute,
verspannter Nacken, Rückenschmerzen, keine neuen Ideen für das Studium, allgemeine Lustlosigkeit. Das sind die typischen Symptome, wenn Student kein Sport treibt. Das muß doch nicht sein!

Als Gegenmittel empfehlen wir die Teilnahme am Hochschulsportprogramm oder an den zahlreichen AStA-Sport AGs. Die vom langen Sitzen eingerosteten Gelenke werden wieder geschmeidig - doch nicht nur das! Der Sport ermöglicht Euch in entspannter Atmosphäre neue Leute kennenzulernen, Erfahrungen des Studienalltags auszutauschen, oder einfach mal abzuschalten.

Wie sieht denn nun das Sportangebot an der TUHH aus ?
Als erstes ist der Hochschulsport zu nennen. In den Hochschulsportheften  - diese liegen vor der Mensa, am Sportbrett am Audimax sowie im Sportbüro in der Kasernenstraße aus - findet Ihr Sportkurse, Workshops und Reiseangebote zu günstigen Semesterbeiträgen. Viele der Harburger Sportkurse werden vom AStA-TUHH finanziell unterstützt, so daß diese noch günstiger werden - bei gleicher Leistung versteht sich.
Die Öffnungszeiten des Sportbüros sind Mo. + Mi. von 13:00 - 17:00 Uhr in der Kasernenstr. 12, Haus 4.

Ein Highlight der TUHH ist der Kraftraum mit 25 Folterstationen. Außerdem hat der gegenüberliegende Gymnastikraum nun endlich eine Spiegelwand erhalten, so daß die Bewegungsabläufe besser kontrolliert werden können. Beide Räume befinden sich in der Kasernenstr. 12, Haus 4 neben dem Sportbüro.

Das ist noch längst nicht alles! Es gibt da ja noch diverse AStA-Sport-AGs!
Seit dem Sommersemester '97 gibt es wieder die Fußball AG, betreut von Pascal Krüger. Trainiert und gespielt wird das ganze Jahr. Von April bis November, mittwochs zwischen 14:15 und 16:00 Uhr am Sportplatz Alter Postweg (Friedrich Ebert Gymnasium). Im Winter steht Euch die Halle des Süderelbe-Gymnasiums in Neugraben zur Verfügung. Es werden noch Spieler gesucht !

Wem Fußball zu hart und unbequem erscheint, der kann die interessanten Angebote der Ruder AG und der Wassersport AG nutzen.

Die Ruderer treffen sich von April bis Oktober / November mittwochs um 18:30 Uhr am Bootshaus des RC Süderelbe (Schweenssand-Hauptdeich 5, 21079 Hamburg). Zur Zeit ist die Kapazität allerdings ausgereizt, so daß Interessierte auf den Winter vertröstet werden müssen.  Dort könnt Ihr mit der Beckenruderanlage in der Kerschensteiner Str. 10 Trockenübungen machen und somit den Bewegungsablauf beim Rudern erlernen. Außerdem könnt Ihr Eure Fitneß beim ganzjährigen Konditionstraining unter Beweis stellen. Weitere Informationen erhaltet Ihr bei Katrin Prölß (Prölß@tuhh.de)

Die Wassersport AG bietet zusätzlich Surfen, Kanufahrten, Schwimmen und Wasserski an. Ein besonderer Leckerbissen ist das etwas exotische Kanupolo. Die Kommilitonen suchen noch dringend neue Mitglieder für ihre Mannschaft, damit sie auch dieses Jahr wieder an den Deutschen Hochschulmeisterschaften im Kanupolo teilnehmen können. Zum Erwerb von weiteren Booten hat der AStA der TUHH  Finanzmittel bereit gestellt. Ansprechpartner ist Tom
Bäumer (Baeumer@tuhh.de).

Ein neuer Stern am AG Himmel ist die Mountainbike AG. Die Kommilitonen treffen sich regelmäßig zu Ausflügen in die Harburger Berge und in den Rosengarten. Der Schwierigkeitsgrad der Strecken ist weit gefächert. Das Repertoire reicht von einfach zu befahrenden Wanderwegen bis zu schwierigen Trial-Strecken. Es ist also für jeden etwas dabei. Die Mitglieder nehmen Rücksicht auf Einsteiger und passen die Strecke und die Fahrtdauer den jeweiligen  Teilnehmern an. Im AStA der TUHH liegt eine Streckenkarte mit diversen Fotos wichtiger Eckpunkte aus. Schaut Doch mal rein !
 
Zu guter Letzt soll die Fahrrad AG genannt werden. Diese AG stellt Euch eine umfangreiche Reparaturwerkstatt für Eure Drahtesel zur Verfügung. Für alle, deren Fahrräder eine Generalüberholung oder Halbjahresinspektion nötig haben, ist diese AG ein absolutes Muß.
Nicht nur wegen der fachkundigen Beratung und Hilfestellung, sondern auch wegen der netten Atmosphäre, lohnt es sich mal vorbeizuschauen! Die Fahrradbastler treffen sich während der Vorlesungszeit jeden 2. und 4. Mittwoch im Monat um 18:00 Uhr im Keller der Woellmerstraße. Für weitere Informationen könnt Ihr Euch an Olaf Schultz wenden: O.Schultz@tuhh.de
 
In diesem Sinne, viel Spaß beim Sport !

Euer AStA-TUHH

Fakultätentag

Der Deutsche Fakultätentag Elektrotechnik (DFTE) ist der Zusammenschluß von Fakultäten, Fachbereichen und Abteilungen für Elektrotechnik der Technischen Hochschulen und Universitäten in Deutschland.

Er hat das Ziel, fachlich orientiert hochschul- und länderübergreifend in grundsätzlichen Fragen von Lehre und Forschung eine Abstimmung der Fakultäten untereinander zu ermöglichen und, wo nötig und sinnvoll, sich um Einheitlichkeit, Ausgewogenheit und Gleichwertigkeit zu bemühen. Er ist Gesprächspartner zu entsprechenden Hochschulen im Ausland. Der DFTE diskutiert Strukturen und Lehrinhalte von elektrotechnischen Studiengängen, nimmt Stellung zu Studien- und Prüfungsordnungen, initiiert Studienreformen und regt die Weiterentwicklung von Lehre und Forschung auf dem Gebiet der Elektrotechnik an. Ferner gehören zu seinem Aufgabengebiet die Erarbeitung von Rahmenrichtlinien, Stellungnahmen und Empfehlungen, die er
dann innerhalb und außerhalb der Universitäten vertritt.

Besondere Bedeutung kommt dem DFTE als Sprachrohr auf bildungspolitischem Gebiet und als Gesprächsführer oder Vertreter der Technischen Hochschulen und Universitäten gegenüber den deutschen Ingenieurverbänden, wie z.B. dem Verband Deutscher Elektrotechniker (VDE) und dem Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), zu.

Von den 32 Fakultäten der Elektrotechnik in Deutschland sind zur Zeit 28 Mitglied im DFTE. Den Vorsitz im DFTE übernimmt jeweils für zwei Jahre eine der Mitgliedsfakultäten, für die Jahre 1998 bis 2000 liegt dieser bei der TUHH, Vorsitzender Prof. Lange und stellvertretender Vorsitzender Prof. ter Haseborg. Jeweils im Frühjahr finden die jährlichen Plenarsitzungen statt, die in 1999 von der TUHH und in 2000 von der UniBwH ausgerichtet werden. Auf diesen Sitzungen werden die in der Ständigen Komission (Vorsitz Prof. ter Haseborg) behandelten und diskutierten Themen und Anliegen dem Plenum zur Beschlußfassung vorgelegt.

Shaping the Future

Nachwuchswissenschaftler zu den Themen der EXPO

300 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt erhalten die Möglichkeit, auf der „EXPO 2000 Hannover” ihre Ideen zu präsentieren. Verdienen können sie sich diese Chance durch Beteiligung an einer weltweiten öffentlichen Ausschreibung, mit der angehende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bis 35 Jahre eingeladen werden, wissenschaftliche Arbeiten einzureichen, die sich mit dem zentralen Thema der EXPO „Mensch - Natur - Technik” beschäftigen.

Das Projekt richtet sich sowohl an Ingenieur- und Naturwissenschaften und Medizin als auch an Geistes- und Sozialwissenschaften. Die Verfasser und Verfasserinnen der 300 besten Arbeiten werden eingeladen, zur EXPO 2000 zu kommen und ihre Ergebnisse in einem Forum im Themenpark persönlich vorzustellen. Dieses Forum, insgesamt zehn dreitägige Veranstaltungen, soll ein Ort des interdisziplinären Austausches und der internationalen Begegnungen sein. Erklärtes Ziel des Forums ist es, das Publikum an Forschungsthemen und Ergebnisse aus Forschungseinrichtungen der ganzen Welt heranzuführen.

Zur inhaltlichen und organisatorischen Gestaltung werden zu den einzelnen Feldern des Themenparks Diskussionsgruppen im Internet eingerichtet. Die eingereichten Arbeiten werden einem international besetzten Gutachtergremium aus renommierten Wissenschaftlern zur Endauswahl vorgelegt.

„Shaping the Future” ist eines von zwölf Projekten, die die Volkswagen-Stiftung im Rahmen ihres Sonderprogramms „EXPO 2000 Hannover” finanziert, um deutschen Hochschulen die Möglichkeit zu eröffnen, sich an der Gestaltung des Themenparks zu beteiligen.

Informationen: http://volkswagen-stiftung.de

Termine

4. und 5. Juni
Dichtungen
II. Hamburger Dichtungstechnisches Kolloquium

- Dynamische Dichtungen
- Radialwellendichtringe

Dieses Kolloquium soll Dichtungsherstellern und Forschungseinrichtungen gleichermaßen ein Forum bieten, sich und ihre Aktivitäten im Bereich der Dichtungstechnik, im Besonderen den Radialwellendichtringen, mit Vorträgen und Postern zu präsentieren und damit die Diskussion zwischen den vier Bereichen Forschung, Entwicklung, Herstellung und Anwendung zu fördern und die Möglichkeit schaffen, neue Kontakte zu knüpfen bzw. vorhandene zu pflegen.
 
Ort: Denickestraße 15 (IIb), Raum 0506
Beginn: jeweils 09.00 Uhr
Veranstalter: TUHH,
Arbeitsbereich Konstruktionstechnik II,
Prof. Dr.-Ing. Manfred Vötter
 

10. bis 14. August
Computer-Tage
Ferien-Computer-Tage für Schülerinnen und Schüler

Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 und 11 für ein Studium an der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) zu interessieren, ist das Ziel der Veranstaltungsreihe „Von der Schule an die Hochschule”. Aus diesem Grund
öffnet die TUHH ihre PC-Pools und Workstations in den Ferien: vom 10. bis
14. August werden Computer-Kurse geboten. Geboten werden die Themen „Computer kennenlernen, Textverarbeitung und Tabellenkalkulation, Computer in der Schule nutzen, Surfen im Internet sowie e-mail nutzen, Programmiersprache Pascal und Programmiersprache C.

Anmeldungsschluß ist der 24. Juli 1998. Die Teilnahme ist kostenlos.
Informationen: Allgemeine Studienberatung der TUHH, Tel. 040/7718-2776 und -2232
 

26. Juni
Sommerfest

Das diesjährige TUHH-Sommerfest wartet wieder mit einem attraktiven Programm auf. Der gesamte Campus verwandelt sich am hoffentlich heißen Sommertag in einen bunten Jahrmarkt mit viel Musik, Spiel und Sport, Akrobatik, einem Flohmarkt, Aktionen aus sämtlichen Bereichen der TU und natürlich viel leckerem Essen und Trinken. Riesenspaß in Tüten.
 

30. Juni
Sarajevo
Ausstellungseröffnung „Zwischen Erinnerung und Hoffnung - Lebensraum Sarajevo”

Die Ausstellung ist gedacht als eine Plattform für die persönliche Auseinandersetzung mit den gegenwärtigen Lebensumständen in Sarajevo und den Veränderungen räumlich-sozialer Aspekte während der vergangenen Jahre. Persönliche Erfahrungen unmittelbar beteiligter vermitteln einen Zugang zur bosnischen Realität - und erlauben unter planerischen Gesichtspunkten Rückschlüsse auf die westeuropäische Situation.
Neben Fotos, Videos und Installationen werden Texte von internationalen Verfassern und Verfasserinnen zu sehen sein.

Die Ausstellung wird voraussichtlich bis zum 30. Oktober dauern.
Ort: Bibliothek der TUHH
Öffnungszeiten: Mo. bis Do.
9.00-19.00 Uhr, Fr. 9.00-18.00 Uhr
 

30. Aug. bis 13. Sep.
Maschinenbauer
Maschinenbauer nach Frankreich - Génie mécanique et pratique du français

Das Deutsch-Französische Hochschulkolleg (DFHK) veranstaltet gemeinsam mit der französischen Ingenieurhochschule ENSAM in Metz ein zweiwöchiges kostenloses Sprach- und Fachseminar für Studierende des Maschinenbaus und verwandter Fachrichtungen. Bewerben können sich Abiturienten und Abiturientinnen, die sich zum WS 98/99 an einer TU/TH im Fach Maschinenbau (oder einem verwandten Studiengang) immatrikulieren, sowie Studierende dieser Fächer im Grundstudium (1. bis 4. Semester). Das Seminar findet in Metz statt und umfaßt intensiven Französisch-Unterricht, Landeskunde (Wirtschaft, Industrie, Hochschulwesen), Werksbesichtigungen (u.a. Citroen, Smartwerk, Stahlwerke Thionville) sowie Exkursionen nach Nancy und Paris.
Alle Kosten für Aufenthalt und Programm (ausgenommen Anreise, Frühstück und Abendessen) werden vom Veranstalter getragen.
Gebühren: Einschreibung DM 60,- , Paris-Exkursion DM 60,-
Wegen Teilnehmerbegrenzung wird eine frühzeitige Anmeldung empfohlen.

Kontakt: DFHK, Schillerstraße 11, 55116 Mainz, Tel. 06131/2316