Faszinierend extrem

 

Carola Schröder und Skander Elleuche

Extremophil bedeutet „das Extreme liebend“. In gewisser Weise gilt diese Beschreibung auch für jene Wissenschaftler, die sich in Harburg mit den gleichnamigen Organismen beschäftigen. Weil sie an außergewöhnlichen Orten forschen – und weil sie als Biologen die Exoten an der Technischen Universität Hamburg (TUHH) sind. Das HOOU-Projekt von Carola Schröder und Skander Elleuche bietet faszinierende Einblicke in die Welt der Extreme.

Heiße Quellen, Ewiges Eis, Totes Meer – Extremophile Mikroorganismen passen sich an Umweltbedingungen an, unter denen Menschen gar nicht existieren könnten. Lebensfeindliche – aber auch faszinierende Bedingungen. „Die Aufnahmen, die entstanden sind, als Mikrobiologen der TU auf den Azoren waren, um die vulkanischen Quellen zu analysieren und Proben zu nehmen, sind so beindruckend, die wollten wir unbedingt auch als Lernmaterial zur Verfügung stellen“, beschreibt Carola Schröder die Initialzündung für die Teilnahme an der Hamburg Open Online University (HOOU).

Das Lernprojekt „Vom Ursprung des Lebens bis zur industriellen Nutzung“ geht von der Prämisse aus, dass Extremophile dem ursprünglichen Lebewesen deshalb so nahe sind, weil der Ursprung möglicherweise in solch heißen Quellen stattgefunden hat. Der multimediale Kursus vermittelt Grundlagen und zeigt auf, wie man diese Mikroorganismen mit ihren besonderen Stärken nutzen kann, um beispielsweise industrielle Prozesse umweltfreundlicher zu gestalten.

Motivation:
großes Publikum erreichen und Interesse wecken

Carola Schröder und Skander Elleuche führen hiermit in die Praxis über, was Kerstin Sahm an der TUHH zusammen mit der HOOU initialisiert hat. „Wir wollen das, was wir spannend finden, denen nahebringen, die vielleicht gar nicht wissen, dass es das überhaupt gibt und so vielleicht die Leute auch schon in einem frühen Stadium erreichen“, sagt Schröder. So könnten etwa Oberstufenschüler mit einer ganzen Klasse den Kursus belegen. Darüber hinaus wollen sie als „Exoten an der technischen Uni“ wie Elleuche die Biologen beschreibt, auch den angehenden Ingenieuren den Blick über den Tafelrand voller Formeln und Prozessen schmackhaft machen.

Besonders spannend für die Mikrobiologen ist die Möglichkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit, etwa mit der Technischen Biokatalyse, der Verfahrenstechnik oder der Energie- und Umwelttechnik. Schröder: „Da gibt es bei der HOOU einige Projekte, bei denen wir Schnittstellen zur Verlinkung sehen.“

Herausforderung:
komplexe Themen auf wenige Minuten herunterbrechen

Zusammen mit den HOOU-Experten für mediengestütztes Lernen wurden bereits erste Videos erstellt. „Für uns ist das Neuland, aber durch die Zusammenarbeit lernen wir viel über die Vermittlung von Wissen und die Möglichkeiten die es gibt“, sagt Schröder. „Was mir zunächst schwer fiel war, das ganze Wissen in ein kurzes, interessantes Paket zu verpacken, ohne es zu überladen. In einer Vorlesung haben wir schließlich immer 45 Minuten, um alles zu vermitteln.“

Skander Elleuche beschreibt die Zusammenarbeit mit den Medienprofis der HOOU so: „Wir beide legen ein Drehbuch mit dem Wissen, dass wir vermitteln wollen, vor, was viel zu kompliziert und komplex ist und die Profis helfen uns dann, daraus etwas zu machen, was hoffentlich Anklang findet.“    

Das Projekt ist als vierwöchiger Kursus in vier Phasen angelegt. „Nach jedem dieser Blöcke wird es eine Wissensabfrage geben. Wenn diese Aufgabe erfolgreich gelöst wurde, wird der nächste Block freigeschaltet “, erklärt Elleuche. In diesem System liegt ein weiterer Vorteil des HOOU-Projekts: „Hier sieht man nicht erst ganz am Ende die Klausur und merkt dann vielleicht, dass das Wissen gar nicht rübergekommen ist“, sagt Schröder: „Hier sind wir von Anfang an dabei!“

Auf einen Blick:

Lernangebot: Extremophile – Vom Ursprung des Lebens bis zur industriellen Nutzung
Verantwortlich: Dr. Carola Schröder, Institut für Technische Mikrobiologie an der TUHH
Themengebiet: Extremophile Mikroorganismen
Keywords: Extremophile Mikroorganismen, weiße Biotechnologie, Biodiversität, Umweltmikrobiologie
Start des Projekts: 17.11.2016
Zugang zum Projekt: MikiE


Zum Projekt auf der Homepage der HOOU: www.hoou.de


TUHH - Pressestelle
Jasmine Ait-Djoudi
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