Lars Wischhof - Aus der Forschung in die Automobilindustrie

Lars Wischhof arbeitet an einer Vision: dem kommunizierenden Automobil. Unfälle sollen durch diese Technik eines Tages verhindert werden. So werden die Fahrzeuge – beispielsweise am Ende eines Staus oder hinter einer Kurve – Signale aussenden und damit die nachfolgenden Autos bzw. deren Fahrer warnen. Im Bereich Vorentwicklung Elektronik der AUDI AG ist diese „Car-to-X-Kommunikation” das Aufgabengebiet des 32-jährigen Ingenieurs. Für ihn ist diese Arbeit „ein absoluter Traumjob”: Er arbeitet zwischen Forschung und Serienentwicklung, und da ist auch der Austausch mit Kollegen aus den unterschiedlichen Abteilungen sehr wichtig.”

Direkt im Anschluss an seine Promotion an der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) bekam der gebürtige Niedersachse das Angebot von Audi. Seine praxisorientierte Doktorarbeit zum Thema „Selbstorganisierende Kommunikation zwischen Kraftfahrzeugen” hatte ihn zu einem gefragten Spezialisten für die Entwicklung gemacht – und so hieß es 2006 umziehen von Lüneburg ins bayerische Ingolstadt.

Theorie und Praxis verknüpfen, über den Tellerrand einzelner Forschungsdisziplinen hinausschauen und mit anderen Experten zusammenarbeiten – das gehört zu den großen Interessen und Stärken von Lars Wischhof. Deshalb hatte er sich 1996 für einen interdisziplinären Studiengang entschieden und sich für Technische Informatik an der TU Berlin eingeschrieben. „Dabei hat mich die Kombination aus Informatik und Elektrotechnik gereizt”, erzählt er.

Seine Diplomarbeit schrieb Lars Wischhof, der schon immer gern in ferne Länder gereist ist, während eines Auslandssemesters an der Washington University, St. Louis in den USA. Sein Thema: „Die faire Verteilung von Datenraten in drahtlosen lokalen Netzwerken wie Wireless LAN.” Mit dieser Arbeit legte der Informatik-Experte den Grundstein für seine Karriere. Bevor er allerdings den Schritt in die Industrie wagen sollte, ging er für einige Jahre in die Forschung – und entschied sich für eine Promotion.

Wischhofs Wahl fiel nach reiflicher Überlegung auf die TUHH und den Lehrstuhl für Nachrichtentechnik. „Überzeugt haben mich die motivierende Art meines Professors, aber auch die interessante Themenstellung und die persönliche Atmosphäre an der TUHH”, sagt Dr. Lars Wischhof. An seine Zeit in Hamburg-Harburg und die dortigen Kollegen denkt Wischhof gern zurück: „Das Klima am Lehrstuhl und an der Hochschule war wirklich außergewöhnlich inspirierend.” Hin und wieder hat es ihn aufs Wasser gezogen: Wischhof hat auf der Elbe seinen Sportboot-Führerschein gemacht, und fährt heute, wenn er sich nicht mit Autos beschäftigt, gern mit seinem Boot auf der Donau.

Jungen Menschen, die auf der Suche nach einem passenden Studiengang sind, rät der gebürtige Braunschweiger deshalb zum Studium an der TUHH: „Die Hochschule ist sowohl personell als auch materiell bestens ausgestattet – und durch ihre Nähe zur Hamburger City kann man abends auch prima ausgehen.”