Abgeschlossene Verbundprojekte

Landes-Exzellenzinitiative

Mehr als 7,8 Milllonen Euro Förderung für die Forschung auf den Gebieten der Life Sciences und Materialwissenschaft

Die TUHH ist erfolgreich aus dem Hamburger Landeswettbewerb zur Förderung exzellenter Grundlagenforschung hervorgegangen: Beide Vorhaben, die im April eingereicht worden waren, werden in den kommenden dreieinhalb Jahren mit jährlich mehr als 2 Millionen Euro gefördert. Mit ihrem erfolgreichen Abschneiden in der ersten Runde der Landes-Exzellenzinitiative hat die TUHH zugleich ihre Chance erhöht, in naher Zukunft auch auf nationaler Ebene in Programmen zur Förderung der Spitzenforschung mitzuwirken.

„Es ist ein großartiges Ergebnis für die TUHH, im Rahmen der Landesinitiative beide Anträge gefördert zu sehen, und eine Auszeichnung für unsere Wissenschaftler”, sagt TUHH-Präsident Prof. Dr.-Ing. Edwin Kreuzer. Außerdem zeige sich, dass die TUHH mit ihrer neuen Politik, Schwerpunkte in zukunftsweisenden Forschungsfeldern zu setzen, auf dem richtigen Wege ist.

Einen Durchbruch in der Biotechnologie erhoffen sich die Forscher des Clusters „Fundamentals for synthetic biological systems”. Dabei geht es um effektivere Methoden zur Herstellung zum Beispiel von Medikamenten. Acht Forscher der TUHH arbeiten auf diesem Gebiet mit Kollegen der Universität Hamburg sowie dem European Molecular Biology Laboratory (EMBL) bei DESY zusammen. Ziel ist einerseits die Optimierung vorhandener und andererseits die Entwicklung neuer, synthetischer Stoffwechselprozesse für die biotechnologische Produktion zum Beispiel von neuartigen Medikamenten oder regenerativen Energieträgern. So hoffen die Forscher, auf diesem Wege einen Durchbruch zum Beispiel bei der Wasserstoff-Synthese aus Biomasse für den Antrieb von Autos erreichen zu können. An der TUHH wird damit ein neues Forschungsfeld an der Schnittstelle der Bio- und Ingenieurwissenschaften etabliert, das die Biotechnologie und die Life Sciences insgesamt revolutionieren könnte. Die beteiligten Forscher gehen davon aus, dass dieses neue Forschungsgebiet der Synthetischen Systembiotechnologie in seiner Bedeutung vergleichbar ist mit der Entwicklung der Halbleitertechnik für die Elektro- und Informationstechnologie.

„Die Verknüpfung von Chemie, Biologie und Ingenieurwissenschaften in diesem Cluster ist einzigartig und wird den Weg zu einer erfolgreichen Bewerbung in der nächsten Bundesexzellenzinitiative ebnen”, sagt der Koordinator des Clusters, Prof. Dr. An-Ping Zeng. Der Bioverfahrenstechniker leitet an der TUHH das Institut für Bioprozess- und Biosystemtechnik. Er ist ein international anerkannter Experte in dem noch jungen Wissenschaftszweig der Systembiologie.

Im Cluster „Integrierte Materialsysteme (IMS)” suchen die Wissenschaftler nach maßgeschneiderten Werkstoffen für die industrielle Herstellung in Leichtbauweise. Ziel dieses gemeinsam von der TUHH, den Forschungszentren GKSS und DESY sowie der Universität Hamburg beantragten Landesexzellenzclusters ist die Entwicklung völlig neuartiger Verbundwerkstoffe aus Polymeren, Keramiken und Metallen. Dabei werden Nanostrukturen in makroskopische Bauteile implementiert. Es ist das Ziel, Werkstoffe mit völlig neuen Eigenschaften zu entwickeln und zwar solche, die sich bisher noch nicht miteinander verbinden lassen: zum Beispiel extrem hart und trotzdem möglichst plastisch verformbar, Solche Werkstoffe wären zum Beispiel ideale Zahn-Ersatzmaterialen. Auch in der Luftfahrt könnten diese neuen Werkstoffe zum Einsatz kommen. Koordinator des Verbundprojekts ist Prof. Dr.-Ing. Gerold Schneider, Leiter des Instituts für Keramische Hochleistungswerkstoffe der TUHH.

Werkstoffe und Werkstofftechnologien sind in Deutschland die Basis einer 1 Billion Euro umsatzstarken Industrie. Zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen in der Metropolregion Hamburg sowie den benachbarten norddeutschen Bundesländern zählen die Luftfahrt- und Automobilindustrie, die Windkraftindustrie sowie der Hamburger Hafen, in denen Leichtbau-Strukturbauteilen eine Schlüsselrolle zukommen.