Regeneration, Implantate und Medizintechnik

(Regeneration, Implants, Medical Technology)

Sprecher:

 

 

Zusammenfassung:

Eine verbesserte Patientenversorgung, erhöhte Lebenserwartung und Lebensqualität und eine Entlastung der Krankenkassen – die Erwartungen an moderne Medizintechnik könnten kaum höher sein. Der Forschungsschwerpunkt „Regeneration, Implantate und Medizintechnik” stellt sich den kommenden Herausforderungen und sucht zusammen mit kompetenten Partnern aus der Gesundheitspraxis nach effektiven Lösungen.

Noch ist es nicht viel mehr als eine Vision: Eines Tages werden Patienten routinemäßig mit Organen oder Gewebe aus dem Bioreaktor versorgt – genauso selbstverständlich, wie heutzutage Gefäßstücke bei Bypass-Operationen am Herzen transplantiert werden. Daran, dass diese Vision künftig tatsächlich zur Realität werden kann, arbeitet der TUHH-Forschungsschwerpunkt „Regeneration, Implantate und Medizintechnik”. Die Relevanz der Forschungsarbeiten an der TUHH wird vor der Prognose der demographischen Entwicklung Deutschlands klar: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wird es in Zukunft immer weniger Kinder und dafür deutlich mehr ältere Menschen geben. Bedingt durch diese Alterung der Gesellschaft wird die Zahl der Krankheitsfälle in Deutschland in den kommenden Jahrzehnten stark ansteigen.

Um nachhaltige Lösungen für die komplexen wissenschaftlichen – und auch wirtschaftlich relevanten – Fragestellungen zu finden, die mit diesem Trend verbunden sind, sucht der Forschungsschwerpunkt „Regeneration, Implantate und Medizintechnik” die aktive Kooperation mit verschiedenen renommierten Einrichtungen innerhalb und außerhalb Hamburgs, etwa dem Universitätsklinikum Eppendorf (UKE), dem GKSS Forschungszentrum Geesthacht und verschiedenen Medizintechnikunternehmen. Die am Forschungsschwerpunkt beteiligten TUHH-Institute bringen dabei die hervorragende und weit über Hamburg anerkannte ingenieurswissenschaftliche Kompetenz im Bereich Medizintechnik mit.

Um dem im Feld der Medizintechnik besonders ausgeprägten interdisziplinären Charakter der Forschungsprojekte gerecht werden zu können, kommen im Forschungsschwerpunkt „Regeneration, Implantate und Medizintechnik” Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den unterschiedlichsten Fachdisziplinen zusammen. Die Palette reicht von Laser- und Anlagensystemtechnik, Thermofluiddynamik, Mechanik und Meerestechnik über die thermische Verfahrenstechnik, Nanoelektronik, Messtechnik, numerische Simulation bis hin zur Bioprozess- und Biosystemtechnik, Biomechanik und den Kunststoffen und Verbundwerkstoffen.

Im Zeitraum 2008/2009 akquirierten die Forscherinnen und Forscher aus diesen unterschiedlichen, alle für die Medizintechnik wichtigen, Bereichen mehr als vier Millionen Euro Fördermittel. Ziel des Forschungsschwerpunktes ist es, die bereits bestehenden, erfolgreichen medizintechnischen Forschungsinhalte unter einem gemeinsamen Dach zu vertiefen beziehungsweise die Forschungsgruppen zu erweitern. Die Arbeitsgruppe, die aus der TUHH-Qualitätsoffensive Tissue Engineering entstanden ist, stellt hierbei einen der inhaltlichen Schwerpunkte der Forschung aus dem Bereich Regeneration dar. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beschäftigen sich hier beispielsweise mit der Frage, ob sich biohybride Implantate, die biologische und technische Komponenten wie beispielsweise Zellen und Elektroden miteinander vereinen, in speziellen Bioreaktoren züchten lassen.

Aufbauen kann die Arbeitsgruppe dabei auf Wissen, das an der TUHH in einem bereits abgeschlossenen Projekt zur Entwicklung eines biohybriden Gelenkflächenersatzes gesammelt wurde. Dabei wird die Zusammenarbeit mit hoch spezialisierten Firmen im Bereich des Tissue Engineering gesucht, etwa mit der Zellwerk GmbH in Eichstädt, der Bioglobe GmbH in Hamburg oder der Zimmer GmbH in Winterthur. Neben dem Tissue Engenieering werden künftig weitere Forschungsschwerpunktbereiche durch die Interaktion und Kooperation sowie den gelebten Transfer von Wissen zwischen den einzelnen Instituten entstehen. So wird beispielsweise eine Forschergruppe zum Thema „Bioreaktionstechnik für die Gewebekultivierung” etabliert und eine weitere soll sich mit dem Bereich „Implantate und Medizintechnik” befassen.

Bereits laufende Forschungsarbeiten beschäftigen sich unter anderem mit Implantat-Technologien, die vor dem Aufbrechen von Aneurysmen an der Aorta warnen oder Körperfunktionen wie den Herzschlag oder die Hirnströme überwachen, dem Einfluss von elektrischen Feldern auf das Zellwachstum und einer künstlichen Hand. Letzteres Projekt wird in enger Kooperation mit dem Bundesforschungsministerium durchgeführt. Die bearbeiteten Themen werden fortlaufend erweitert, aktualisiert und evaluiert. Somit soll die Grundlage für eine dynamische Forschungslandschaft gelegt werden und langfristig eine Bündelung der unterschiedlichen Forschungsinteressen der beteiligten Institute stattfinden. Der Forschungsschwerpunkt „Regeneration, Implantate und Medizintechnik” ist dabei betont offen für neue Mitglieder – denn neue Ideen steigern die Qualität.